Von Börsenzeitschriften, aufgeblähten Auflagen und Psycho-Spekulanten
In den vergangenen Wochen habe ich häufig gehört, wie Kommentatoren des aktuellen Marktgeschehens Parallelen zu den Jahren 1999/2000 gezogen haben. Die Online-Broker verdienten wie früher, die Nachfrage nach Börsenzeitschriften sei ähnlich groß wie damals und folglich sollte auch die Kursentwicklung der nächsten Zeit in einen Crash münden. Fragen wie “Sind Kleinanleger ein Kontraindikator für die Aktienmärkte?” wurden lebhaft in Foren diskutiert und manch ein teilnehmender Disputant entpuppte sich als Hobby-Psychologe. Doch sind wir noch immer weit von den Zuständen der Jahrtausendwende entfernt! Das “Börsennotizbuch” widerlegt die angeblich extrem hohen Absatzzahlen der Börsenzeitschriften deutlich. Natürlich greift die Untersuchung etwas kurz und ist nur ein kleiner Eindruck, doch darf jeder eigene Recherchen anstellen. Zudem sind die Absatzzahlen der Finanzzeitschriften häufig auf legale Weise manipuliert. Manche Zeitschrift bietet Neuabonnenten, die sich für ein Jahresabonnement entscheiden, eine Geldprämie, die die jährlichen Kosten für die Zeitschrift übersteigt! So kommt man zwar leicht und billig zu einem Abonnement, doch wird die Auflage künstlich gesteigert. Wäre ich Anzeigenkunde, würde ich mir meine Gedanken machen.
Wacker Chemie startet erfolgreich
Die Graumarktkurse der vergangenen Woche haben sich heute im amtlichen Handel bestätigt. Die Aktie der Wacker Chemie AG stieg am Morgen auf über 93 Euro - 13 Euro über dem Ausgabekurs. Das Papier war im Vorfeld des Börsengangs 18-fach überzeichnet. Obwohl zahlreiche kritische Stimmen vor einer Überbewertung von Wacker gewarnt hatten, war die Nachfrage nach dem MDAX-Kandidaten am Morgen groß. Ob Wacker sich weiter in Richtung 100 Euro entwickelt, bleibt abzuwarten. Experten hatten in der vergangenen Woche dazu geraten, bei Wacker Zeichnungsgewinne mitzunehmen.
Mit dem Erlös von 428 Millionen Euro will Wacker in Produktionsstätten in Deutschland und China investieren und sich auf das Halbmetall Silizium spezialisieren, das in der Solar- und Halbleiterbranche benötigt wird und dessen Weltmarktpreise kontinuierlich steigen. Inwiefern Wacker das Image des “High-Tech-Zulieferers” der Solarindustrie halten kann, müssen die kommenden Wochen und Monate zeigen.
Der DAX nimmt wieder Anlauf:
Auto-Werte Gewinner des Tages
Michael Mross greift in seiner Kolumne gekonnt die aktuelle Situation am Aktienmarkt auf. Jeder ist Short und jeder möchte sich als Prophet der angeblich bevorstehenden Korrektur beweisen. Wer mit dem Pessimismus angefangen hat und wie groß der Anteil derjenigen ist, die einfach wiederholen was sie “gehört” oder “irgendwo gelesen” haben, ist unbekannt. Doch wie so oft kommt es an den Börsen anders als man denkt. Heute Mittag drehte der Index der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands ins Plus und kletterte auf 5990 Punkte! Knapp ein halbes Prozent legte der DAX somit zu. Daimler-Chrysler, wo man sich von Unternehmensbeteiligungen der EADS und von ThyssenKrupp trennen möchte, steht mit 1,6 Prozent an der Spitze des DAX.
Was ich vor einigen Tagen vermutet habe, scheint sich zu bewahrheiten: Der DAX tendiert unentschlossen seitwärts, innerhalb einer Range zwischen 5950 und 6050 Punkten. Nur ein unvorhergesehenes Ereignis oder überraschende Quartalsberichte in den USA, scheinen den Index aus seiner Lethargie reißen zu können. Die “Hürde” von 6000 Punkten, hat in der letzten Woche einiges an Magie verloren. Vielmehr scheinen sich andere Widerstände ausgebildet zu haben. Es gilt nun, diese zu überwinden!
Updates:
Ona Exploration, Blue Pearl Mining, Forsys Metals und NFX Gold
Nachdem ich mich die vergangenen Tage stark um den DAX und um Standardwerte gekümmert habe, möchte ich jetzt wieder einige der “heißen” Empfehlungen der Börsenbriefe kommentieren. Hier hat sich in den letzten Tagen viel getan:
- Ona Exploration: Hat die letzten Handelstage stark korrigiert. Kurse unter 3,20 Euro strapazierten die Nerven zahlreicher langfristig orientierter Anleger. In öffentlichen Foren war die Stimmung am Boden. Ona Exploration hatte erwartete News vermissen lassen. Langsam werden die Anleger unruhig und Leerverkäufer nutzen dies aus. Heute legt Ona Exploration wieder zu: Kurse über 3,40 Euro sprechen für einen kurzfristigen Rebound. Sollte dieser allerdings zum Stocken kommen, sollten Trading-Positionen abgebaut werden.
- Blue Pearl Mining: Die niedrigen Einstiegskurse wurden nicht erreicht. Das nächste Mal sollte man eventuell schon unter 2,10 Euro im größeren Stil investieren. Aktuell notiert Blue Pearl Mining bei 2,21 Euro. Schwächere Tage könnte man zum Einstieg nutzen. Der Wert wird noch immer von Börsenbriefen gecovert und die Molybdän-Story ist sehr vielversprechend!
- Forsys Metals: Der Wert hat auf hohem Niveau konsolidiert, hier sollen bald weitere Neuigkeiten kommen. Börsenbriefe blasen bereits wieder zum Einstieg, dennoch kann man meiner Meinung nach abwarten. Die Konsolidierungsphase kann durchaus noch weiter anhalten. Wieso soll es bei Forsys nicht einmal einen Einbruch im Stile von Ona oder NFX geben? Wann und ob die News bereits demnächst veröffentlicht werden, weiß niemand. Daher bin ich vorsichtig.
- NFX Gold: Hat in den vergangenen Tagen stark konsolidiert, Mutigen war es möglich, bei 1,30 Euro in NFX Gold einzusteigen. Aktuell notiert die Aktie knapp unter 1,50 Euro. Immer wieder hört man im Zusammenhang mit NFX Gold hier das Wort “Großfusion”, dies sind jedoch lediglich Foren-Gerüchte. Stärke hat die Aktie von NFX in den vergangenen Tagen bewiesen, geht der Kurs wieder abrupt zurück, wittern Mutige Trading-Chancen!
Anzeige:
Realtimekurse & Finanzsoftware zwei Wochen lang kostenlos testen
Realtimekurse bieten Ihnen das Wichtigste sofort und unmittelbar: Denn Kurse sind die wichtigsten Informationen der Börse! Sie haben die Gelegenheit, Echtzeitdaten von deutschen Börsen für zwei Wochen kostenlos zu testen! Und auch danach ist ein Kursabo preiswert. Bereits geringe Erfahrungen mit Charts machen Realtimekurse auf jeden Fall lohnend, probieren Sie es aus und bestellen Sie 14 Tage kostenlos Finanzsoftware und Realtimekurse!
DAX am Scheideweg?
Heftige Verluste am Nachmittag
Man konnte den heutigen Kursrutsch des DAX förmlich riechen. Seit einigen Wochen betraten immer mehr Pessimisten das Börsenparkett und prognostizierten die große Korrektur des DAX. Heute Nachmittag nun, brach der Index ein. Ein Minus von aktuell rund 1,5 Prozent sorgt für trübe Stimmung. Doch hatte der Index am späten Nachmittag sogar mit der Hürde von 5900 Punkten gekämpft. Zwei Mal wurde diese Marke angetestet, schließlich entfernte sich der DAX nach einer schönen W-Formation jedoch von seinen zwischenzeitlichen Tiefstständen. Nur Adidas-Salomon vermag heute erwähnenswert zuzulegen. Ansonsten gibt es im DAX heute nur Verlierer.
Wie sich die deutschen Standardwerte mittelfristig entwickeln, steht in den Sternen. Im Dreimonats-Chart nebenan, erkennen Sie jedoch, dass sich der Index aktuell im Bereich der Trendlinie und des kurzfristigen gleitenden Durchschnitts bewegt. Technisch gesehen, könnte eine nachhaltige Überwindung dieser Marken nach unten, weiter fallende Kurse bedeuten. Erholt sich der DAX heute noch etwas, kann man den heutigen Kursverfall als “Aufsetzen auf der Trendlinie” bezeichnen. Die Einstellung und Psychologie der Marktteilnehmer wird darüber entscheiden, wie der Kursverlauf letztendlich gedeutet wird.
DAX am Scheideweg?
Ona Exploration erholt sich und schließt fest in Kanada
Ona Exploration hat ihren angekündigten Rebound begonnen. Nachdem sich der Kurs am gestrigen Morgen deutlich erholt hatte, gab Ona während der Mittagszeit wieder bis auf 3,28 Euro nach. Wer Nerven hatte, freut sich heute: Nachdem Ona Exploration bereits in Frankfurt mit 3,42 Euro geschlossen hatte, stieg die Aktie in Kanada auf umgerechnet 3,62 Euro! Doch scheint in Richtung der Vier-Euro-Marke noch Platz zu sein. Der Aufwärtstrend sollte anhalten, die Aktie hat Nachholpotential und zudem steigt mit jedem Tag die Wahrscheinlichkeit, dass Ona weitere News zu ihren Projekten veröffentlicht. The trend is your friend - so lange dieser anhält, spricht nichts gegen ein Investment in Ona Exploration.
Gold!
Auf zu neuen Höhen?
Gold übt schon immer eine besondere Faszination auf den Menschen aus. Wer sich vor fünf Jahren für ein Investment in Gold entschied, freut sich heute über mehr als 100 Prozent Gewinn. Doch wer hat vor 5 Jahren auf Gold gesetzt? Wohl kaum ein Privatanleger in Deutschland. Doch gab es im Laufe der Zeit immer wieder Signale zum Einstieg. Das deutlichste Signal aber lässt sich rückblickend für das letzte Quartal des Jahres 2005 bestimmen. Selbst ohne Hilfsmittel erkennt man, dass der Weltmarktpreis für Gold über den Widerstand bei 540 Dollar ausgebrochen ist und sich im ersten Quartal diesen Jahres über 560 Dollar stabilisiert hat. Gestern der Ausbruch auf über 600 Dollar! Obwohl sich diese Marke als hartnäckig erweist, ist der Ausbruch aus dem langfristigen (Aufwärts-)Trend eindeutig. Wir befinden uns inmitten einer Gold-Hausse!
Dies jedoch, scheinen einige Anleger zu vergessen. Fokussiert auf den kurzfristigen Gewinn und angetrieben von Börsenbriefen, vergessen zahlreiche Privatanleger das “big-picture” und lassen sich von hochvolatilen Werten frustrieren. Wer sicher von der Gold-Hausse profitieren möchte, der investiert in Gold-Zertifikate oder große Produzenten wie beispielsweise Barrick Gold. Aktuell scheint mir ein nachhaltiger Ausbruch über die 600 Dollar-Marke, kurzfristig zu viel des Guten zu sein. Rohstoffe und insbesondere Gold, sind in den letzten Monaten immer mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Sogar die Bild-Zeitung berichtet über Pennystocks von Rohstoffexplorern, wie das “Börsentagebuch” berichtet. Dies sollte erfahrene Börsianer aufhorchen lassen. Wie im Chart zu sehen, steigt der Goldpreis seit Ende des Jahres 2005 stärker als zuvor, das Resultat ist die Gold-Rallye der letzten Tage. Dennoch halte ich eine Rückkehr in den langfristigen Trendkanal für gesund. Weltpolitische Verwerfungen oder ein Crash auf den Immobilienmärkten, könnten dem Gold zwar weiteren Auftrieb geben, doch bin ich überzeugt davon, dass viele Marktteilnehmer - aus den unterschiedlichsten Gründen - bereits in Gold investiert sind.
Deutsche sind Aktienmuffel:
Nur 7,3 Prozent investieren in Aktien.
Deutschland liegt in einer Untersuchung des Bundesverbands Deutscher Banken, in der ermittelt wurde, wie groß der Anteil der Aktionäre an der Gesamtbevölkerung ist, hinter Frankreich, der Schweiz, den USA, Japan und Schweden auf dem letzten Platz. Selbst in Frankreich, scheinen die Bürger Streikkultur und sozialistische Prägung zu vergessen, sobald es um ihr Geld geht. Immerhin 14,8 Prozent investieren hier in Aktien. Mehr als doppelt so viele Privatanleger als in Deutschland. Vor der Schweiz, den USA und Japan, die alle in den “Zwanzigern” liegen, führt Schweden mit 35,3 Prozent unangefochten und stellt die meisten Aktionäre weltweit. Was in anderen Ländern möglich ist, sollte doch auch in Deutschland funktionieren, denkt sich jetzt wohl manch ein Leser. Doch vermute ich hier ein Mentalitätsproblem: Der Deutsche wurde die letzten 55 Jahre auch ohne Aktien immer reicher, wieso sollte er sich jetzt aktiv um sein Geld kümmern? Dies scheint in Deutschland noch immer verpönt. Auch beteiligen Unternehmen deutsche Mitarbeiter in einem viel geringeren Maße am Unternehmen, als dies im Ausland geschieht. Bekommt ein Mitarbeiter Aktien oder Optionen zu guten Konditionen und mit einem anständigen Abgeld, wird er sich schon an das Aktien-Sparen gewöhnen und diese Anlageform akzeptieren. Möglicherweise auch unter dem Druck der schwindenden gesetzlichen Sozialleistungen. Doch wann dies in Deutschland soweit sein wird und wie lange lieber die immer weniger werdenden Beitragszahler zur Kasse gebeten werden, steht in den Sternen.
Deutsche sind Aktienmuffel:
Dax verabschiedet sich mäßig freundlich ins Osterwochenende
5918 Punkte. Das ist der Schlussstand des DAX, ein leichtes Plus von 0,2 Prozent zum Ende der verkürzten Handelswoche. Ich bin gespannt, wie dieses Niveau von anderen Investoren und der Presse beurteilt wird. Eines jedoch ist sicher, die Korrektur fiel sehr moderat aus und die kommende Woche verspricht einige positive Vorgaben aus den USA. Schließlich beginnt dort dann die Quartalssaison. Größter Verlierer im DAX war heute Daimler-Chrysler mit einem Minus von über drei Prozent. Grund dafür waren keineswegs schlechte Neuigkeiten aus Sindelfingen, vielmehr wurde gestern Dividende bezahlt, was sich heute in den Kursen widerspiegelte. Summasummarum ein freundlicher Wochenabschluss der Hoffnung auf die kommende Woche weckt!