1. Mai 2006

Catoil drängt an die Börse:
Lohnt sich das Zeichnen?

Das Öl haussiert. Nicht verwunderlich, dass in diesem Umfeld nun auch ein Unternehmen aus der Förderbranche an die Börse drängt. Catoil arbeitet mit den großen russischen Ölmultis zusammen und kümmert sich um die Förderung des schwarzen Goldes. Durch “Hydraulic Fracturing” sollen auch schwer zugängliche Ölvorkommen erschlossen werden können. Catoil pumpt hierzu so genanntes Stützmittel in bis zu 4000 Meter Tiefe und ermöglicht so eine unkomplizierte Förderung des Öls. Die Auftragsbücher sollen voll sein, angesichts des hohen Ölpreises wirkt Catoil wie ein prima Investment. Doch scheint das Unternehmen bei einem Börsengang am oberen Ende der Preisspanne zwischen 12,50 und 15 Euro ambitioniert bewertet. Zudem möchte ein Altaktionär anonym bleiben, was für weitere Verwirrung am Markt sorgt. Hört man sich um, raten viele Börsianer dazu, Catoil zwar zu zeichnen, Zeichnungsgewinne allerdings schnell zu realisieren.

von Nico Popp am 1. Mai 2006 um 09:00 Uhr, Börsengänge, Hot-Stocks, Ökoinvest


2. Mai 2006

Catoil drängt an die Börse:
NFX Gold am Wendepunkt?

Gold-Explorer NFX Gold fiel gestern während des Feiertages in Deutschland in Kanada auf 1,81 CAD. Umgerechnet sind dies 1,29 Euro. Dennoch stürzte der Kurs unmittelbar nach der Eröffnung in Frankfurt auf 1,24 Euro. Wir erinnern uns: Bei 1,23 Euro befindet sind im Chart eine Unterstützungslinie, die bereits vor 4 Wochen gehalten hat und letztendlich den Wendepunkt darstellte. Allerdings fiel NFX Gold damals in Kanada noch tiefer, nämlich in die Gegend von 1,50 CAD. Der Kurs in Frankfurt konnte wegen eines Feiertages nicht mitziehen. Betrachtet man Anlegerforen im Internet als Kontraindikator, ist die Stimmung bei weitem nicht so schlecht, wie noch vor vier Wochen. Eventuell fällt die Aktie noch etwas tiefer, zumal in nächster Zeit kein weiterer Feiertag in Deutschland in Aussicht steht. Fällt die Aktie unter 1,45 CAD, was in etwa 1,03 Euro entspricht, wäre ich mit einem Einstieg jedoch sehr vorsichtig.

von Nico Popp am 2. Mai 2006 um 09:59 Uhr, Hot-Stocks, Rohstoffe


Catoil drängt an die Börse:
VEM Aktienbank profitiert doppelt vom neuen Börsengang

Die Aktien der VEM kämpft...Die Aktien der VEM kämpft…
Die Aktien der VEM kämpft…

Neuigkeiten von der VEM Aktienbank: Das Unternehmen bringt die EquityStory AG, an der VEM mit 11 Prozent beteiligt ist, an die Börse. Noch in diesem Quartal soll EquityStory im entry-standard die Börsenpremiere feiern. Selbstverständlich betreut die VEM Aktienbank den IPO. EquityStory ist ein Dienstleister im Bereich der Investor Relations - kleinere Unternehmen können ihre Aktionäre betreuen lassen und so Kosten sparen. Gerade im Bereich der Nebenwerte, in dem VEM tätig ist, sind schon einige Kunden akquiriert worden. Den Erlös des Börsengangs will EquityStory in das eigene Wachstum stecken.

Gute Neuigkeiten von der VEM Aktienbank! Das Unternehmen profitiert einerseits als Anteilseigner und hat andererseits einen neuen Kunden. Der Kurs kann diese positive Publicity auch gebrauchen. Aktuell kämpft die Aktie mit einem Widerstand bei 23,60 Euro. Sollte dieser überwunden werden, hat die Aktie neuen Rückenwind. Zuversichtlich stimmt auch die Tatsache, dass einige Börsenbriefe den Wert in ihr Musterdepot aufgenommen haben, oder zumindest von bevorstehenden besseren Zeiten schreiben.

von Nico Popp am um 17:09 Uhr, Hot-Stocks


3. Mai 2006

Markus Frick goes Maischberger:
Die Analyse

Markus Frick bei Maischberger - Auf dem Weg in die Politik?Was charakterisiert die Aktien-Hausse? Woran merkt man, dass Aktien wieder salonfähig sind und selbst Friseure, Metzger oder Bäcker die Gier nach dem schnellen Geld gepackt hat? Die Massenmedien sind wohl der beste Indikator dafür, dass spekulative Geldanlagen Einzug in die deutschen Wohnstuben gefunden haben. Bereits vor einigen Monaten berichtete die Bild-Zeitung von spektakulären Börsengewinnen, die Oma Müller mit Rohstoff-Aktien eingefahren hat. Nun hat der Hype auch die ARD erreicht. Am gestrigen Dienstag war Markus Frick bei Sandra Maischberger zu Gast. Zum Thema “Revolution: Nie mehr arbeiten! Geld für alle!” erzählte der Self-made-man aus Sinsheim von seinen Seminaren und davon, dass die Menschen nicht ihre Zeit, sondern ihre Arbeit verkaufen sollten. Doch der Reihe nach. Die Diskussion war geprägt von Götz Werners Utopie, allen Menschen ein Grundgehalt von 1500 Euro monatlich auszuzahlen, unabhängig davon, ob diese arbeiten oder nicht. Lothar Späth und Oskar Lafontaine nahmen sich des Themas dankend an und luden altbekannte Floskeln ab. Lange bliebt der heimliche Held des Abends, Markus Frick, still auf seinem Stuhl sitzen. Erst als Sandra Maischberger mit dem Zusatz “Sie haben bisher so wenig gesagt Herr Frick”, Börsenguru Markus Frick in die Diskussion einband, begann die Sendung spannend zu werden.

“Wenn Sie schon mein Seminar besucht hätten, würden Sie eine solche Frage nicht stellen”, entgegnete Frick auf die Frage, was denn nun werden solle, wenn niemand mehr arbeitet und alle nur noch spekulieren würden. Daraufhin betonte Frick seine Herkunft, die Tatsache er hätte bisher immer gearbeitet und weitere altbekannte Floskeln, die jedem Seminarbesucher bekannt sein dürften. Nicht viel Neues von Markus Frick, doch war er auch zugegebenermaßen schlecht in die Diskussion eingebunden, Laffo und Co. ließen kaum Zeit für Einwände. Zwar waren alle Anwesenden in gewisser Weise Selbstdarsteller, doch waren sie auch Politiker - eine Profession, der Frick (noch) nicht nachgeht.

von Nico Popp am 3. Mai 2006 um 09:00 Uhr, Anekdoten, Börsenbriefe


4. Mai 2006

Markus Frick goes Maischberger:
“Sell in may…” - DAX unter 6000 Punkten

DAX im JahreschartDAX im Jahreschart
DAX im Jahreschart

Die Pharma-Werte zogen den DAX gestern unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten. Fresenius Medical Care und Altana waren gemeinsam mit BMW die Schlusslichter im DAX. Auch Daimler-Chrysler gab wiederum um ein Prozent nach und steht mittlerweile bei 42,51 Euro. Alles in allem ein schwarzer Tag für die deutschen Standardwerte. Ob sich jedoch die alte Börsenweisheit “Sell in may and go away” bestätigen wird, bleibt abzuwarten. Die Vorgaben aus den USA waren durchweg positiv und auch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland wird von Volkswirtschaftlern zunehmend positiv gewertet. Doch sei dies alles bereits in den Kursen enthalten, meinen Börsianer. Auch positive Meldungen würden mittlerweile verstärkt dazu genutzt, Gewinne zu realisieren. Noch ist nichts verloren, der Trend noch intakt. Dennoch ist der deutsche Leitindex bereits weit von seinem Jahreshöchststand entfernt. Abwarten, wohin sich die Kurse in den nächsten Tagen entwickeln.

von Nico Popp am 4. Mai 2006 um 09:00 Uhr, Standardwerte


NFX Gold durchbricht Unterstützungslinie:
Wo ist der Einstiegspunkt?

Wo findet NFX Gold ihren Boden?Wo findet NFX Gold ihren Boden?
Wo findet NFX Gold ihren Boden?

Nach den gestrigen Kursverlusten in Kanada rutsche die Aktie von NFX Gold deutlich unter die Unterstützungsmarke um 1,23 Euro und notiert aktuell bei 1,16 Euro. In Anlegerforen macht sich zunehmend Zynismus breit, doch sollte NFX Gold bald einen Boden finden. Knapp über einem Euro liegt die nächste Unterstützung, doch ist es durchaus möglich, dass NFX vorher die Trendwende schafft. Börsenbriefe hatten im vergangenen Monat häufiger angekündigt, NFX Gold bei niedrigen Kursen um 1,20 Euro in ihr Musterdepot aufnehmen zu wollen. Zudem hat sich fundamental wenig geändert - im Gegenteil: Noch im April sollen weitere Neuigkeiten von NFX Gold kommen, munkelt man in Anlegerforen. Aktuell ist der Abwärtstrend intakt, daher sollte man wohl mit einem Einstieg warten. Wenn sich der Kurs auf einem Niveau stabilisiert hat und die Aktie überverkauft wirkt, kann man kleinere Positionen aufbauen. Vorsicht ist dennoch angebracht - erst wenn es eindeutige Anzeichen für einen nachhaltigen Kursanstieg gibt, etwa durch höhere Volumina, sollte man voll in NFX Gold investiert sein.

von Nico Popp am um 15:24 Uhr, Hot-Stocks, Rohstoffe


5. Mai 2006

“Flight delayed”:
Air Berlin verschiebt Börsengang

Alles schien so gut geplant: Air Berlin sollte im besten Börsenumfeld durchstarten und selbst ein Promi wie Johannes B. Kerner wurde gefunden, um dem Unternehmen sein Gesicht zu leihen. Wegen zu geringer Nachfrage wurde der IPO nun gestern verschoben. Die anvisierte Preisspanne war wohl zu hoch. Die Airline hatte im vergangenen Jahr Verluste eingeflogen und traf zudem gegen den hohen Ölpreis - anders wie beispielsweise Konkurrent Lufthansa - kaum Vorkehrungen. Das Gerücht vom verschobenen Börsengang machte bereits gestern Morgen die Runde, die Graumarktkurse brachen daraufhin ein. Am Nachmittag wurde noch dementiert: Alles sei ein bewusst gestreutes Gerücht, um den Börsengang platzen zu lassen und preiswert an Aktien von Air Berlin zu kommen. Gegen Abend wurde das Gerücht nun bestätigt. Eine Blamage für Air Berlin - nur Johannes B. Kerner ist sich sicher, der Reinfall habe seinem Ruf nicht geschadet. Wenn er sich da mal nicht irrt? Air Berlin steht jetzt gehörig unter Druck: Einen weiteren Reinfall kann sich die Fluglinie auf keinen Fall leisten. Man darf gespannt sein, wo die Preisspanne für den nächsten Start liegen wird. Möglicherweise gibt das Unternehmen den Aktionären nun eine realistischere Chance auf Zeichnungsgewinne. Inwiefern sich eine Senkung des Ausgabepreises auf die Planungen des Unternehmens auswirken wird, ist nicht bekannt, schließlich wollte Air Berlin die eingenommenen Mittel dazu verwenden, weiter zu wachsen.

von Nico Popp am 5. Mai 2006 um 09:00 Uhr, Börsengänge, Standardwerte


BASF nach der Hauptversammlung:
Anleger bleiben dabei

BASF - The chemical companyNachdem BASF am gestrigen Donnerstag ihre Hauptversammlung abhielt, wird die Aktie heute ex-Dividende gehandelt. Erneut demonstriert der Wert Stärke: Nachdem drei Prozent an die Aktionäre ausgeschüttet wurden, notiert die Aktie der BASF aktuell nur mit einem geringen Abschlag von rund 1,3 Prozent. Es scheint nicht viele Aktionäre zu geben, die sich nach der Ausschüttung der Dividenden von BASF getrennt haben. Die gestrige Hauptversammlung (Rede von CEO Hambrecht als Video) gab dafür auch keinen Anlass. Ein rundum gelungenes Geschäftsjahr 2005 und die Aussicht auf weitere wohl überlegte Investitionen in Forschung und Produktion ließen die Aktionäre auf der Hauptversammlung teilweise spontan in Applaus ausbrechen. BASF verfolgt eine klare und durchdachte Wachstumsstrategie - doch nicht um jeden Preis: Die moderate Erhöhung des Übernahmeangebots an Engelhard zeigt, dass die BASF nicht ohne Rücksicht auf Verluste wachsen will und klare Vorstellungen bezüglich ihrer eigenen Entwicklung hat. Die Aktionäre danken dies dem Unternehmen. Weiter so BASF!

von Nico Popp am um 13:31 Uhr, Standardwerte


BASF nach der Hauptversammlung:
Der DAX bricht auf über 6100 Punkte aus

Der DAX legte zum Wochenschluss noch einmal kräftig zu.Der DAX legte zum Wochenschluss noch einmal kräftig zu.
Der DAX legte zum Wochenschluss noch einmal kräftig zu.

Ein solches Comeback hatte am Mittwoch wohl niemand erwartet. Der deutsche Leitindex kletterte am  Freitag auf über 6100 Punkte und verabschiedet sich sehr stark ins Wochenende. ThyssenKrupp konnte wieder einmal kräftig zulegen und stieg um knapp 6,5 Prozent. Unter den Gewinnern war wiederum MAN, deren Aktien um knapp 4 Prozent stiegen. Bei MAN wird seit Wochen darüber spekuliert, ob nicht Hedge-Fonds eine Allianz zur Übernahme des Konzerns gebildet haben. Die Aktie profitiert offensichtlich von diesen Gerüchten. Auf der Verliererseite stehen fast nur Aktien, die heute ex-Dividende gehandelt werden und deren Kurse nicht in den dividendenbereinigten DAX einfließen. Eine spannende Woche geht nun zu Ende: Hochstimmung und Angst vor dem Crash wechselten sich ab, doch die Bullen haben die Oberhand behalten.

von Nico Popp am um 19:40 Uhr, Standardwerte


7. Mai 2006

Crash der Woche:
“Danke, Air Berlin”

“Schub fürs Depot”: So überschrieb die Focus Money in ihrer letzten Ausgabe den Artikel zur Emission von Air Berlin. Von Restrukturierungen, Kostenersparnissen und letztendlich von “Gewinnen im Steigflug” war da die Rede. Angesichts des abgesagten Börsenstarts der Fluglinie nur einen Tag nach Erscheinen des Artikels klingen diese Worte wie blanker Hohn. Doch dem nicht genug: Der faire Wert liege laut Focus Money bei 1,4 Milliarden Euro, das wären 25 Prozent über dem ursprünglich geplanten Höchstpreis. Verwunderlich, dass sich trotz dieser scheinbar so guten Aussichten kaum ein Aktionär gefunden hat. Hat sich hier etwa der Markt fatal getäuscht? Sind die Aktien von Air Berlin nun Schnäppchen? Nichts dergleichen ist wohl der Fall. Der Markt hat gesprochen, die niedrigere Preisspanne ist nun Realität. Gut, dass bei Air Berlin auch private Investoren ganz genau hingeschaut haben und den Empfehlungen nicht blind gefolgt sind. Dieser Dämpfer wird Unternehmen, Presse und Konsortialbanken eine Lehre sein: Das ist gut für das IPO-Umfeld, gut für die Aktienkultur und schlussendlich auch gut für unseren Geldbeutel!

von Nico Popp am 7. Mai 2006 um 12:12 Uhr, Anekdoten, Börsengänge




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