Schwerster Anschlag seit 09/11 vereitelt:
Börsianer verfallen nicht in Terror-Panik
Der Terror ist zurück: Heute wurde in London ein schwerer Terroranschlag vereitelt. Mehrere Flugzeuge sollten auf Transatlantikflügen gesprengt werden. Gesicherte Erkenntnisse gibt es derzeit nur wenige. Momentan ist der Flughafen Heathrow gesperrt und zahlreiche Flüge von und nach London sind annulliert worden (siehe Spiegel-Online). In den letzten Monaten sorgte eine verstärkte Medienpräsenz von Terror-Führern für Aufruhr und nährte Spekulationen über bevorstehende Anschläge (Aktien-Blog berichtete). In der vergangenen Woche erreichte uns sogar noch eine weitere Nachricht von Quaida-Vize Sawahiri. Der deutsche Aktienindex DAX gibt auch unter den Ereignissen von London rund 1,8 Prozent nach. Allerdings belastet auch eine Umsatz- und Gewinnwarnung der Deutschen Telekom den Index: Die Telekom verliert rund acht Prozent. Angesichts der starken Gewichtung des Unternehmens im DAX kann man davon ausgehen, dass Börsianer die neuesten Terror-Meldungen nicht überbewerten. Trotz großer Unsicherheit und Panik in den Medien sehen Anleger die Vorkommnisse realistisch: Es hätte weitaus schlimmer kommen können.
Deutsche Telekom hat noch viel vor:
Folgt der Rebound?
Die Deutsche Telekom musste gestern eine Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlichen. Zudem kehrten rund eine Million Festnetzkunden dem Konzern den Rücken. Vor allem dieser Verlust trifft das Unternehmen hart: Kunden wechseln ihren Festnetzanbieter meist nur sehr selten - die Chancen der Telekom, diese Kunden zurückzugewinnen, stehen daher schlecht. Jetzt will das Unternehmen mit einer neuen Preisstruktur den Wettbewerb annehmen. Diese Maßnahmen sind auf Grund der gestrigen Zahlen mehr als notwendig. Es gilt, mit der gewachsenen Konkurrenz der Kabelanbieter mitzuhalten, die für ein monatliches Entgeld von zwanzig Euro Telefonie und Internet zum Pauschaltarif anbieten. Bei der Telekom kostet dies mehr als das Doppelte. Auch beim Service muss die Telekom weiter zulegen. Das Sorgenkind des Unternehmens frustriert durch inkompetente oder nicht zuständige Mitarbeiter noch immer täglich tausende Kunden. Konzernchef Kai-Uwe Ricke muss nun beweisen, ob er befähigt ist, innerhalb kurzer Zeit drastische Umbaumaßnahmen durchzuführen. Davon hängt wohl auch sein Job ab. Im Zuge der gestrigen schlechten Zahlen gab die Aktie rund acht Prozent ab. Vermögensverwalter Thomas Grüner sieht die Aktie der Deutschen Telekom vorerst an ihrem Tiefpunkt angelangt. Jegliche negativen Nachrichten seien bereits im Kurs der Telekom eingepreist. Zwischen 10,87 und 11 Euro seien alle Voraussetzungen für ein zeitweiliges Tief erreicht. Die Aktie biete auf diesem Niveau Potential für eine technische Gegenbewegung.
Rezension:
“Rohstoffe - Der attraktivste Markt der Welt” von Jim Rogers
Was Warren Buffett für Aktien ist, ist Jim Rogers für Rohstoffe. Der neugierige Student der Philosophie, Politik- und Wirtschaftswissenschaften, der mit sechshundert Dollar seine Karriere an der Wall Street begann und entgegen der Meinung seiner Kollegen bereits in den 1970er Jahren erfolgreich in Rohstoffe investierte, ist neugierig geblieben. Rohstoffe haben ihn reich gemacht, doch Rogers’ Wissen aus zahlreichen mehrjährigen Weltreisen ist unbezahlbar. In “Rohstoffe - Der attraktivste Markt der Welt”, vereint Rogers grundlegende Kenntnisse der Futuresmärkte mit persönlichen Erfahrungen zu einem informativen Plädoyer für Rohstoff-Investments. Dabei bleibt Rogers stets objektiv, zitiert auch widersprüchliche Expertenmeinungen, wägt ab und argumentiert an Hand eigener Erfahrungen auf Auslandsreisen. (weiterlesen…)
Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung:
Öl fällt, Dax steigt
“Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah sorgt für Zuversicht und entlastet den Ölpreis.” So, oder so ähnlich lauten die Analysen des heutigen Tages in der Finanzpresse. Zwar hat der Ölpreis um mehr als zwei Prozent nachgegeben, dennoch notiert die Sorte “Brent Crude” noch immer über 74 US-Dollar - noch im Juni wäre dies ein Allzeit-Hoch gewesen. Der deutsche Leitindex Dax steigt derweil um 1,1 Prozent. Von einer Konsolidierung bei Öl kann nach diesem kleinen Kursrückgang noch keine Rede sein. Jedoch kann man im Öl-Chart knapp über 78 US-Dollar ein Doppel-Top erkennen - ob diese Formation die Wende einleitet, ist noch offen. Erst bei Preisen unter 70 US-Dollar könnte man davon ausgehen, dass Öl mittelfristig seine Höchstkurse gesehen hat. Bis dahin ist Öl teuer und hievt den DAX nicht über die bereits mehrmals getesteten Widerstände knapp über 5700 Punkten. Der heutige Tag ist also nicht mehr als ein erster Schritt in die richtige Richtung: Um den Aktienmärkten nach der Berichtssaison Impulse geben zu können, muss der Ölpreis tiefer fallen.
Abwarten im DAX:
Die Spannung steigt
Ein äußerst erfolgreicher gestriger Handelstag sorgte fast dafür, dass der DAX sämtliche technischen Widerstände über 5700 Punkten hinter sich ließ. Heute jedoch geht dem Index der Schwung aus. Nach einer positiven Eröffnung am heutigen Morgen, scheiterte der Leitindex an der 5800-Punkte-Marke und notiert aktuell um 5780 Punkte. Es macht den Eindruck, als warteten die Anleger auf neue Impulse für deutsche Standardwerte. Vor allem weitere Hinweise auf die zukünftige konjunkturelle Entwicklung in den USA könnten weitere Anleger von Investments überzeugen, so die Finanzpresse einhellig.
Analysten machen Hoffnung:
Premiere bald wieder zweistellig?
Nach Meinung der Experten der UBS ist Premiere auf dem aktuellen Kursniveau moderat bewertet. Die Analysten sehen den fairen Wert der Aktie unter den aktuellen Voraussetzungen bei vierzehn Euro. Die schwindenden Kundenzahlen und die innerhalb der letzten Wochen aufgekeimten Gerüchte um das Unternehmen seien bereits eingepreist. Somit sei die Aktie nach unten relativ gut abgesichert und bietet nach Meinung der Analysten der UBS weitere Chancen. Nach Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen verlor die Aktie von Premiere deutlich: Bereits damals wurde seitens einzelner Anleger von einer Übertreibung gesprochen (Aktien-Blog berichtete). Aktuell notiert die Aktie von Premiere bei 9,59 Euro - dies entspricht einem Zuwachs von rund 3,2 Prozent. Vor Vermeldung der letzten Quartalszahlen notierte der Wert noch knapp über zehn Euro. Schon damals war klar, dass Premiere über Umwege dennoch die Fußball-Bundesliga übertragen würde und Spekulationen über eine mögliche Insolvenz nicht den Tatsachen entsprechen. Trotzdem haben die schlechten Quartalszahlen auch noch den letzten Pessimisten aus der Aktie von Premiere getrieben. Die Voraussetzungen für Anleger sind also nicht die schlechtesten: Der Verkaufsdruck ist weg - das Tal scheint durchschritten.
Make Money:
Frickscher Telefon-Terror im Börsenformat
Seit zwei Wochen ist der Börsenzirkus um eine Attraktion reicher: Markus Frick unterhält jeden Donnerstag um 12.30 Uhr auf N-24 die Börsenprofis und die, die es werden wollen (Aktien-Blog berichtete). Grundlagen wie Stop-Loss, Erteilung von Aufträgen und zahlreiche Fragen zu Einzelwerten werden von Frick in gewohnter Manier erläutert. Dabei fallen einige altbekannte Phrasen aus Fricks Büchern und Seminaren, Aktionäre von Amazon, Lycos oder Infineon werden entrüstet angeschrien und während einer “Turbo-Call-In-Runde” brüllt Frick seine Einschätzungen unter dynamischer Musik noch motivierter ins Mikrofon. Die Sendung lebt eindeutig von den Anrufern, die ihrem “Börsen-Altmeister” Fragen zu bekannten Aktien wie Deutsche Telekom, VEM Aktienbank, Kloeckner & Co. oder Salzgitter stellen und im Gegenzug vage Einschätzungen und bekannte Fakten geliefert bekommen. Es liegt nahe, anzunehmen, dass sich ein Teil der Anrufer bei “Make Money” aus Fricks Fangemeinde rekrutiert. Im Vorfeld der Sendung hatte Frick in einem kostenlosen Newsletter für die Sendung geworben und die Leser ermuntert, Fragen zu stellen. Klarere Einschätzungen und Tipps unabhängig von den Anrufern würden der selbsternannten “Börsenshow” jedoch eindeutig ein seriöseres Image verleihen. So bietet “Make Money” keinen Mehrwert - Aktien die bereits Anrufer einer Telefonhotline kennen, sind meist schon sehr teuer und stark gestiegen. Wer sich dennoch ein eigenes Bild von Fricks Sendung “Make Money” machen möchte, kann dies online tun.
Bravo Ventures:
Ist dies ein nachhaltiges Comeback?
Totgesagte leben länger: Die Aktie von Bravo Ventures, die im ersten Quartal diesen Jahres durch hohe Kursgewinne für Furore sorgte, ehe sie ihre Gewinne wieder abgab, ist erneut Ursache für ausgelassene Stimmung unter Privatanlegern. Eine Unternehmensmeldung wurde von Aktionären und Börsenbriefen zum Anlass genommen, Bravo Ventures zu empfehlen. Der Kurs kletterte am gestrigen Donnerstag um rund fünfzig Prozent. Das Unternehmen hat in den vergangenen Tagen gute Ergebnisse für seine Liegenschaften in Alaska und Kanada vermeldet und plant zudem, weitere Bohrungen in Kanada durchzuführen. Dass Bravo Ventures auch im Fokus kanadischer und us-amerikanischer Anleger steht, zeigen Handelsumsätze und die mediale Präsenz des Unternehmens in Übersee. Obwohl die Aktie von Bravo Ventures bereits stark gestiegen ist, halten sich Leerverkäufer bisher noch zurück. Heute notiert die Aktie relativ stabil um 0,70 Euro. Ob Bravo Ventures seinen Höhenflug fortsetzt, bleibt abzuwarten. Nach einer solch spektakulären Kursentwicklung wäre es gesund, wenn sich der Wert auf diesem hohen Niveau stabilisieren würde.
Optionsscheine, Psychologie und eine Prise Hollywood:
Interview mit Michael Jansen
Michael Jansen ist Chefredakteur und Herausgeber des Premium-Börsenbriefes von Stockstreet.de. Unter Anlegern ist Stockstreet für treffsichere Prognosen sowie eine überdurchschnittliche Depotperformance bekannt. Heute stellt sich Jansen kritischen Fragen zu Charttechnik, Optionsscheinen oder Anlegerforen im Internet und erklärt zudem, warum das letzte Quartal des Jahres 2006 “sehr gut” wird.
Aktien-Blog: Für viele Menschen sind Aktien und die Börse wenig interessant und schon gar nicht spannend. Börsianer dagegen verfolgen manchen Chart wie einen Hollywood-Film. Wann haben Sie zur Börse gefunden und welches vergangene Ereignis hat für Sie am meisten Potential, in Hollywood verfilmt zu werden?
Michael Jansen: Ich war 13 Jahre alt. Zwar weiß ich nicht mehr genau, wie ich auf die Börse aufmerksam geworden bin, jedoch hat mich die Entwicklung an den Finanzmärkten fasziniert. Schnell entwickelte sich hieraus eine unglaubliche Leidenschaft, welche ungebremst bis heute besteht. Ein Hollywood-Film zum Thema Börse ist natürlich klasse! Ich würde mir hier wahrscheinlich jeden Film ansehen. Es gibt unzählige spannende Ereignisse. Besonders interessant ist vielleicht die Verfilmung des Buchs „Jesse Livermore – Das Spiel der Spiele“. In einem Film kann man sehr schön die Emotionen eines Traders verpacken – beispielsweise während des Crashs 1929.
Aktien-Blog: Sie sind Herausgeber des Stockstreet-Börsenbriefs. Was unterscheidet Ihr Produkt von zahlreichen anderen Börsenbriefen? (weiterlesen…)
Opec-Staaten im Blick:
Nigeria - Zwischen Armut und Kriegsgefahr
Am vergangenen Wochenende wurde Guido Schiffarth, Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger aus zweiwöchiger Geiselhaft in Nigeria entlassen. Das Bauunternehmen arbeitet im Nigerdelta, der bedeutendsten Lagerstätte für Erdöl Nigerias, mit Ölkonzernen zusammen. Immer wieder kommt es in dieser Region zu Entführungen. Verantwortlich zeigen sich meist Mitglieder der Organisation “Movement for the Emancipation of the Nigerian Delta” (MEND), die gegen die Ausbeutung nigerianischer Ölvorkommen durch den korrupten nigerianischen Staat und internationale Ölkonzerne und die damit verbundenen Umweltverschmutzungen kämpfen. Neben Entführungen kam es auch schon zu bewaffneten Übergriffen auf Förderanlagen. Während Schiffarth bald wieder in Nigeria arbeiten möchte, befindet sich ein weiterer Deutscher in der Gewalt der MEND-Rebellen. Doch nicht nur wegen der aktuellen Ereignisse halten Konfliktforscher Nigeria für ein Pulverfass - weitreichende Folgen nicht ausgeschlossen. (weiterlesen…)
