Rare Element Resources:
Hoffnungsträger aus der Promotion-Maschine?
An den Börsen ist Information alles, manchmal kommt man jedoch nur über Umwege zum Ziel. Wie im Falle von Rare Element Resources: Heute läuft eine Meldung über die Ticker, dass der Rohstoff-Explorer zukünftig mit Pascal Geraths Gesellschaft für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mbH (PGGPO) zusammenarbeiten wird. Geraths kooperierte in der Vergangenheit mit einigen Börsenbriefen und schaffte es meist, durch geschickte Promotion kurzfristig enorme Kurssteigerungen herbeizuführen. Verwunderlich ist nur, dass Geraths - laut englischsprachiger Meldung vom Mai diesen Jahres - bereits seit Monaten das Unternehmen betreut. Es scheint, als habe seine “Promo-Arbeit” in Deutschland gerade erst begonnen. Erfahrene Anleger, die das Risiko volatiler Rohstoff-Aktien nicht scheuen, sollten sich Rare Element Resources vormerken. Die Handschrift Geraths ist bereits deutlich zu erkennen: Heute veröffentlichte Rare Element Resources ganze neun Pressemitteilungen, die jedoch teilweise bereits vor einiger Zeit in englischer Sprache erschienen sind. Neben der Ausgabe von Aktienoptionen an Vorstände, sind auch Bohrergebnisse, ein Joint-Venture mit Newmont North America Exploration, eine abgeschlossene Finanzierung über 793.000 CAD und die Auflage eines neuen Bohrprogrammes Bestandteil der Meldungen. Ob eine solche “News-Flut” die Anleger von Rare Element Resources überzeugen wird, muss sich jedoch noch zeigen.
Einfach nur verrückt?
Einfach Fantastic!
Es gibt zahlreiche Pennystocks im Freiverkehr und an ausländischen Börsen. Von Zeit zu Zeit aber werden Spekulanten auf die am Abgrund stehenden Unternehmen aufmerksam und beginnen, Unternehmensmeldungen zu erwarten, die der Aktie “Turnaround-Phantasie” verleihen. So geschehen bei Fantastic. Das Unternehmen, das auf Video-Streaming und Multimedia setzt, wurde gestern als “Pennykracher” in einschlägigen Foren empfohlen: “Es sollen News kommen.” Hintergrund ist eine fast zwei Wochen alte Offerte einer Investorengruppe, bei Fantastic einzusteigen und die Gesellschaft neu auszurichten - das Management prüft bis zum 24. August. Schade nur, dass allein schon die Kombination aus Kursen unter einem Euro, möglicher News und Worten wie “brandheiß” oder “Top-Chance”, manchen Kleinanleger um den Verstand bringt: Innerhalb von Minuten wird blind gekauft. Bei Fantastic sorgte dies gestern für einen Kursanstieg von rund 45 Prozent. (weiterlesen…)
DAX bewegt sich kaum:
Urlaubsstimmung an deutschen Börsen
Seit einigen Tagen tritt der deutsche Leitindex DAX auf der Stelle. Die Überwindung der technischen Widerstandszone über 5700 Punkten in der vergangenen Woche ist geglückt. Obgleich sich der Index auf einem Niveau um 5800 Punkte halten kann, gibt es bereits erste Pessimisten, die den DAX bis Anfang September in der Nähe der Juni-Tiefs sehen. Die Landesbank Rheinland-Pfalz sieht deutsche Standardwerte dagegen positiv: Erst wenn Unterstützungszonen zwischen 5650 und 5700 Punkten unterschritten seien, verfüge der DAX über weiteres Abwärtspotential, so die Landesbank. Die DZ-Bank ist pessimistischer und sieht im Kursverlauf der letzten Tage Anzeichen für Gewinnmitnahmen. Die Kursentwicklung der vergangenen Handelstage spiegelt exakt die unterschiedlichen Meinungen der Experten wider - die niedrigen Umsätze tun ihr Übriges. Nicht einmal überraschend schlechte Konjunkturschätzungen des ZEW und eine militärische Aktion des Iran im Persischen Golf motivieren Marktteilnehmer nachhaltig zum Handeln. Es macht den Eindruck, als hätten einige Börsianer die Ferien, das verregnete Augustwetter und die trägen Börsen für einen Kurzurlaub genutzt.
“Mittlerweile sind wir resistent”:
Dauer-Push bei Thunder Sword Resources
Wieder einmal überwindet die Aktie von Thunder Sword Resources trotz mehrerer Empfehlungen aus verschiedensten Quellen auf Schlusskursbasis nicht die Marke von 1,30 Euro. Das Unternehmen veröffentlicht seit Wochen regelmäßig News, deren Inhalte in so genannten “kostenlosen Analysen” interpretiert und in den Himmel gelobt werden. Teilweise erreichen den Anleger pro Tag bis zu drei unangeforderte Empfehlungen zu Thunder Sword Resources. Diese Praxis dauert nun schon seit einiger Zeit an, dennoch hängt die Aktie innerhalb einer Range von 1,10 Euro und 1,30 Euro fest. Zwar waren die bisherigen Meldungen allesamt nicht sonderlich spektakulär, allerdings liegt es nahe, der Aktie mittlerweile jeglichen Schwung abzusprechen. Thunder Sword Resources gilt heute als Trading-Aktie - langfristige Investoren bleiben dem Unternehmen fern. Der Grund hierfür liegt klar in der inflationären Verbreitung von Unternehmensmeldungen und der übertrieben-positiven Darstellung des Unternehmens in kostenlosen Newslettern. Die Gedanken vieler resignierender Anleger sind an der Stimmung in Diskussionsforen klar zu erkennen: “Wenn News in der Vergangenheit keine Kurssprünge bewirkt haben, wieso dann ausgerechnet jetzt?”
Aquila Resources:
Kursausbruch bestätigt Anleger
Die Aktie von Aquila Resources wurde auf Aktien-Blog schon mehrmals behandelt. Trotz allgemein großer Kritik an Empfehlungen von einzelnen weniger seriösen Börsenbriefen, entwickelte sich der Wert kontinuierlich gut. Gestern nun nachbörslich Bohrergebnisse von Aquila: Die Anleger zeigen sich begeistert und hieven den Wert auf 0,76 Euro - ein Plus von rund 18 Prozent. Bleibt abzuwarten, wie sich die Aktie in den nächsten Tagen entwickelt. Im Bereich knapp über achtzig Cent befinden sich charttechnische Widerstände von Anfang Juni. Mit dem nötigen Schwung können jedoch auch diese überwunden werden. Innerhalb des letzten Monats hat Aquila Resources rund 40 Prozent zugelegt.
Rezension:
“Das große Chart Buch” von Weygand und Strehk
Die technische Analyse der Finanzmärkte ist heute unter Profis und vielen Privatanlegern selbstverständlich. Sowohl bei der Wahl von Einstiegs- und Ausstiegspunkten, als auch bei langfristigen Anlageentscheidungen, bieten Charts eine gute Orientierung. Harald Weygand und Marko Strehk, beide Analysten beim Internet-Portal Godmode-Trader und selbstständige Börsenhändler, haben in “Das große Chart Buch” zahlreiche Indizes, Einzelwerte und Rohstoffe untersucht und deren weitere Entwicklung aus charttechnischer Sicht prognostiziert. Dabei legen die Autoren besonderen Wert auf die Darstellung positiver Trends und bieten dem Leser zu jedem Untersuchungsgegenstand zwei verschiedene Charts: Zum einen den Überblick des Kursverlaufs im Jahre 2005 mit eingezeichneten Widerständen beziehungsweise Unterstützungen, zum anderen einen langfristigen Chart. Anhand des vergangenen Jahres treffen die Autoren einen Ausblick für das Jahr 2006 und erörtern knapp mögliche Szenarien. Der Leser wird dazu aufgefordert, Trendlinien und Charts für das Jahr 2006 weiterzuzeichnen und somit aktiv mit dem Buch zu arbeiten. (weiterlesen…)
“Ernesto” kommt:
Noch kein Hurrikan-Hype unter Anlegern
Die Szenarien gleichen sich: Schon im vergangenen Jahr hatten mehrere Wirbelstürme den Golf von Mexiko und die USA heimgesucht und für Chaos an Land und Goldgräberstimmung an den Börsen gesorgt. In diesen Tagen steht dies Anwohnern wie auch Anlegern noch bevor. Hurrikan “Ernesto” wurde am Wochenende als erster gefährlicher Wirbelsturm der diesjährigen Saison identifiziert und seine Gefährlichkeit von Meteorologen zunächst heraufgestuft, um zum Wochenbeginn wieder herabgestuft zu werden. Es wird erwartet, dass der Sturm die us-amerikanischen Öl-Raffinerien beschädigen könnte und auch New Orleans bereitet sich auf das Schlimmste vor. An den Börsen herrscht noch Zurückhaltung vor: Zwar haben schon erste Börsendienste den Hurrikan für reißerische Werbeslogans entdeckt, das Gros der Anleger scheint jedoch abzuwarten. Im vergangenen Jahr hatten Aktien aus der US-Solarbranche und vermeintliche Experten für Wasseraufbereitung die spekulativen Anleger fasziniert. Insbesondere unter den Pennystocks dürfte “Ernesto” für die ein oder andere (kurzfristige) Vervielfachung sorgen.
Kartellamt pro Privatwirtschaft:
Fluxx startet befreit durch
Die Aktie des privaten Lottoanbieters Fluxx ist mit einem Kursplus von fast vierzig Prozent derzeit beliebtes Gesprächsthema unter Börsianern. Das Unternehmen hatte vermeldet, dass das Bundeskartellamt im Konflikt zwischen Fluxx und den Lottogesellschaften eine Entscheidung zu Gunsten des privaten Anbieters getroffen hat. So wurde seitens der Kartellaufsicht festgestellt, dass es sich bei den von Lotto lancierten Maßnahmen um einen “illegalen Boykott” Fluxx’ handele. Die staatlichen Gesellschaften hatten versucht, die von Fluxx betriebenen Lottoterminals in Supermärkten zu verhindern und sich zudem untereinander abgesprochen. Dies mahnt die Aufsicht nun an. Nach monatelangem Bangen erhalten Aktionäre jetzt Klarheit - dies spiegelt sich natürlich auch im Kurs wider: Nach langem Leiden scheinen Anleger vorerst erlöst. Betrachtet man den Chart jedoch genauer, so erkennt man, dass Fluxx-Aktien bereits am vergangenen Freitag - vor Bekanntgabe der Meldung - kräftig zulegen konnten. Wieder einmal blieb Kleinanlegern der Platz in der ersten Reihe verwehrt. Trotzdem können sich schnell entschlossene Anleger einen stattlichen Kursgewinn sichern. Auch langfristig bietet Fluxx nun wieder eine Perspektive - kurzfristige Trader positionieren sich derweil eher auf der Gegenseite: Ein solcher Kursverlauf zieht Leerverkäufer magisch an.
Comeback-Show:
Fast vergessene Rohstoff-Explorer legen wieder zu
Die Kurse klettern wieder: Während Standardwerte so hoch notieren, wie schon seit fast drei Monaten nicht mehr, sind auch Rohstoff-Explorer wieder gefragt. Vor allem scheinbar in der Versenkung verschwundene Unternehmen wie NFX Gold, Bravo Ventures und Ona Exploration erfreuten in den letzten Tagen spekulative Anleger und legten kräftig zu. Dabei wurden im Falle von Bravo Ventures und Ona Exploration charttechnische Widerstände aus den vergangenen Monaten überwunden - trotz geringer Aussagekraft von Charts in diesem Segment ein Kaufargument für manchen Trader. Zudem halten sich im Falle von Bravo Ventures und Ona Exploration hartnäckig Gerüchte über bevorstehende Unternehmensmeldungen. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt: Ona-Anleger haben das langwierige Warten auf eine Machbarkeitsstudie in der ersten Jahreshälfte noch gut in Erinnerung. Damals wurde der erwartete Veröffentlichungstermin Woche für Woche verschoben - das Resultat zeigt der Chart. Rohstoff-Aktien steigen wieder. Dennoch bietet es sich für mittel- und langfristig orientierte Anleger an, auf bisher wenig gestiegene Nachzügler zu setzen, oder bei stark gestiegenen Aktien Konsolidierungen abzuwarten.
Dukatenesel frei Haus?
Aktien-Spam macht nur wenige reich
“Diese Aktie wird am Montag explodieren - Sie wissen was Sie zu tun haben!” Solche und ähnliche markige Sprüche erreichen täglich die elektronischen Postfächer zahlreicher Börsianer: Aktien-Spam greift immer mehr um sich. Mal handelt es sich um Unternehmen mit Geschäftsmodell Glücksspiel im Internet, mal um vermeintliche Experten für Multimedia oder der Gesundheitssparte. Eines jedoch haben alle durch Aktien-Spam beworbenen Gesellschaften gemeinsam: Eine geringe Marktkapitalisierung. Sonst wäre es windigen Spammern nicht möglich, durch reißerische eMails Profit zu machen. Eine Studie hat herausgefunden, dass sich das Handelsvolumen der “beworbenen” Unternehmen kurz nach Versendung der eMails im Schnitt mehr als verdoppelt. Auch klettern besagte Aktien innerhalb von zwei bis drei Tagen um rund zwei Prozent. Bis dahin werden die Spammer schon längst Kasse gemacht haben: Es liegt nahe, dass die Versender dieser Werbemails bereits nach kurzer Zeit die vor der illegalen “Promotion” von ihnen erworbenen Aktien verkaufen und weitaus höhere Gewinne einstreichen. Doch wer fällt auf diese Machenschaften herein? Unerfahrene Anleger ohne Depot bei einem Onlinebroker werden kaum innerhalb weniger Minuten Aktien, die Ihnen per eMail empfohlen wurden, bei ihrem Bankberater ordern. Bleiben nur diejenigen, die es besser wissen müssten.
