“Die Zeit war einfach reif”:
Ethanol-Aktien trotzen gesitteter Hurrikan-Saison
Obwohl die diesjährige Hurrikan-Saison bis auf wenige Ausnahmen eher gesittet auszufallen scheint, standen Aktien von Ethanol-Unternehmen innerhalb der letzten Wochen verstärkt im Fokus der Anleger. Zwar blicken Versichererungskonzerne wie die Münchner Rück bereits erleichtert auf das bevorstehende Ende der diesjährigen Saison und erwarten nach dem Katastrophenjahr 2005 ein deutlich besseres Ergebnis, doch schert das Zocker wenig: Der September scheint den regenerativen Energien zu gehören, wie der Mai den Pessimisten. Unter anderem Pläne der Bundesregierung zur Zwangsbeimischung von Ethanol zu herkömmlichen Kraftstoffen ab 2007 und der große Börsengang von Südzucker-Tochter CropEnergies brachte Schwung in die Branche. Zahlreiche Börsenbriefe und auch an tausende Haushalte verschickte Werbepost machten zudem auf Ethanol-Unternehmen aufmerksam. Dabei standen vor allem OTC-Werte wie Ethanex Energy (Aktien-Blog berichtete), Alternative Energy oder Pure Biofuels im Blickpunkt. (weiterlesen…)
6000-Punkte-Marke?
Optimisten blicken nach vorn!
Deutsche Standardwerte sind die Gewinner des Sommers: Seit den Tiefstständen von Juni diesen Jahres hat der Leitindex Dax annähernd 15 Prozent zugelegt. Die immer wieder als “psychologisch wichtig” bezeichnete Marke von 6000 Punkten wurde im “Krisenmonat” September nahezu spielend überwunden - allen Unkenrufen zum Trotz. Dass die Börse unberechenbar ist, ist somit bewiesen - dass sie zudem teilweise irrational scheint, zeigt der heutige Kursverlauf: Trotz positiver Nachrichten von Seiten der Volkswirtschaftler der Europäischen Union (EU), welche die Wachstumserwartungen für Euroland auf durchschnittlich 2,5 Prozent angehoben hatten, gab der Dax heute leicht ab. Ein Minus von 0,08 Prozent ist zwar verschwindend gering, drückt den Index jedoch knapp unter die Marke von 6000 Punkten. In erster Linie verantwortlich für die geringen Kursverluste im Dax ist die Aktie von MAN, die um 4,88 Prozent auf siebzig Euro zulegen konnte. (weiterlesen…)
Wetten dass…?!
Bwin beschwichtigt - die Börse zögert
Seit Monaten geraten Aktien von Wettbetreibern unter die Räder: Die Aktie von Branchenprimus Bwin verlor seit den Höchstständen im Mai diesen Jahres mehr als achtzig Prozent. Der steigende Druck aus Politik und Justiz macht der gesamten Glücksspielbranche zu schaffen. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland im Sommer bereits gegen private Lottovermittler vorgegangen ist, legen nun die USA gegen Anbieter von Online-Wetten nach: In Zukunft soll es Banken verboten werden, Geld an Wettanbieter zu überweisen - eine massive Bedrohung für das USA-Geschäft der Unternehmen. Nachdem die Aktie von Bwin gestern rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßt hatte, reagierte das Unternehmen heute: Das Geschäft in den Vereinigten Staaten mache nur 22 Prozent der gesamten Geschäftstätigkeit aus. Hat die Börse also gestern wieder einmal übertrieben? Zahlreiche Experten raten heute von einem Investment in der Wettbranche ab. (weiterlesen…)
Es brodelt:
Wird Sao Luis Mining in neue Höhen gepusht?
Die Börse ist zum größten Teil aus Gerüchten und Psychologie gemacht. Der Fall “Sao Luis Mining” zeigt wieder einmal, wie Meinungen die Kurse bewegen. Seit Tagen wird in Anlegerforen darüber spekuliert, ob ein bekannter Börsendienst die Aktie von Sao Luis Mining in sein Musterdepot aufnehmen wird. Heute wird die Musterdepotaufnahme erwartet. Die Aktie hat bis zum heutigen Tag bereits stark zugelegt: Seit dem Listing an der Frankfurter Börse hat das Papier bereits mehr als einhundert Prozent auf dem Buckel. Doch waren hierfür nur die Spekulationen der wagemutigen Kleinanleger verantwortlich? Allein am gestrigen Tag wurden mehr als einhundertausend Aktien umgesetzt - mehr als in der vorangegangenen Handelswoche. Weiß also jemand mehr? Gibt es Insider, die sich vor spektakulären Empfehlungen mit Aktien eindecken, wie in Anlegerforen vermutet? Ist die Aktie fundamental interessant? Sao Luis Mining hat Ende August einen Vertrag mit einem schweizer Investor Relations Experten abgeschlossen und verspricht sich vom Listing in Frankfurt “eine höhere Liquidität für Anleger”. Es könnte also gut sein, dass die Aktie professionell promotet werden soll. (weiterlesen…)
Dow Jones auf Allzeithoch:
Wo bleibt der Dax?
Gestern erreichte der Dow Jones-Index einen historischen Rekord: Noch nie notierte der bedeutendste Aktienindex der Welt bei 11.727 Punkten. Die Höchstmarke aus dem Jahr 2000 wurde zwar nur um magere vier Punkte übertroffen, dennoch waren den Börsianer in New York am gestrigen Tag in Feierlaune. Betrachtet man den deutschen Leitindex im Spiegel dieser Ereignisse, so zeigt sich erhebliches Nachholpotential. Im Jahr 2000 notierte der Dax bei 8000 Punkten. Von diesem historischen Höchststand ist der Index heute noch weit entfernt - gerade wurde die Marke von 6000 Punkten zaghaft überwunden. Vergleicht man beide Indizes in den Jahren 1999 und 2000, so erkennt man, dass der Dow Jones bereits im Jahr 1999 mehrfach deutlich über der Marke von 11.000 Punkten notierte. Der Dax hingegen pendelte im Jahr 1999 weitgehend zwischen 5000 und 5600 Punkten. (weiterlesen…)
Wer revolutioniert die Medizintechnik?
Anleger tippen auf Grant Life Sciences!
Während Wettanbieter weltweit unter staatlichem Druck stehen, geht das Geschehen an den Börsen weiter. Auch an den weltweiten Finanzmärkten bieten sich Zockern Chancen, riskante Wetten abzuschließen: Seien es vermeintlich revolutionäre solarbetriebene Wasserfilteranlagen, die Gewinnung von Wasser aus der Luft (Aktien-Blog berichtete), oder schlicht und einfach Wetten auf Gerichtsentscheidungen oder Naturkatastrophen: An der Börse ist für jeden Geschmack etwas dabei! Aktuell spekulieren Anleger im Bereich Medizintechnik. Grant Life Sciences hat sich auf medizinische Schnelltests spezialisiert und arbeitet unter anderem an HIV- und Krebstests. Bereits innerhalb von fünfzehn Minuten soll mit den Tests ermittelt werden, ob eine Krebserkrankung vorliegt, oder nicht. Da jährlich zahlreiche Verdachtsfälle pathologisch untersucht werden, sollen diese revolutionären Tests große Chancen bieten - bisherige Methoden dauern deutlich länger. (weiterlesen…)
Höher, schneller, weiter:
Starker Dax vor Jahres-Hoch?
Deutsche Standardwerte schließen die Woche äußerst erfreulich ab: Mit dem höchsten Stand seit mehr als vier Monaten verabschiedet sich der Index ins Wochenende. Wurde die 6000-Punkte-Marke am Anfang dieser Woche noch leicht unterboten, zeigt sich der Dax mittlerweile sehr stark. Am Donnerstag deutete ein deutlich unter dem Tageshöchstkurs liegender Schlusskurs auf eine mögliche kurzfristige Trendumkehr hin. Zwar unterbot der Index am Freitag zeitweise die Marke von 6060 Punkten, ein kurzfristiger Negativtrend wurde jedoch nicht eingeleitet. Zu stark zeigte sich der Dax in den letzten Handelsstunden - der Index schloss bei 6085 Punkten mit 0,17 Prozent im Plus. Der größte Gewinner war MAN. Der in den letzten Tagen stark gebeutelte Wert konnte rund 2,7 Prozent zulegen. Auch ThyssenKrupp und die Deutsche Börse führen am Freitag die Gewinnerliste an. Marktbeobachter halten eine Beschleunigung des seit Juni intakten Aufwärtstrends im Dax für möglich. “Vom jetzigen Niveau aus können die Höchstkurse vom Mai bald übertroffen werden”, so ein Marktteilnehmer. Es bleibt also spannend. Bereits jetzt ist der Begriff “Jahresendrallye” in aller Munde - die Voraussetzungen hierfür scheinen gegeben.
Dot-Com-Comeback:
Noch bleiben Privatanleger außen vor
Unter dem Begriff “Web 2.0” zusammengefasste Webseiten der neuen Generation wecken vermehrt die Aufmerksamkeit etablierter Unternehmen. Machte es vor rund einem Monat noch den Anschein, dass die Videoplattform “YouTube” ihren Gang an die us-amerikanischer Technologiebörse Nasdaq vorbereitet (Aktien-Blog berichtete), so schreibt nun die “Financial Times Deutschland” über Verhandlungen des Unternehmens mit Google. Angeblich ist Google bereit, 1,6 Milliarden Dollar für “YouTube” zu bezahlen. Es tut sich was bei Internet-Startups: In den letzten Monaten sind einige innovative Webseiten von Medienunternehmen übernommen worden. Diese Seiten verfügen meist über zahlreiche Besucher unter fünfundzwanzig Jahren - eine für Marketing empfängliche Zielgruppe. Obwohl Anhänger langfristiger Chart-Zyklen noch in dieser Dekade einen zweiten Frühling für Internet-Aktien erwarten, sprechen die aktuellen Vorgänge eher für das Gegenteil. Viele junge Unternehmen scheuen mittlerweile den Gang an die Börse - Kleinanleger werden vom möglichen neuen Boom also vorerst nicht profitieren können. Sollten Unternehmen aus der Internet-Branche dennoch bald an die Börse streben, ist Vorsicht angebracht: Möglicherweise war auf anderen Wegen keine Finanzierung möglich. Diese IPOs müssen sich an der Qualität der bereits vorher außerbörslich verteilten Filetstücke wie “YouTube” oder “MySpace” messen lassen.
Hervorragende Aussichten?
Aktien-Promotion am Beispiel von County Line Energy
Das Problem wird vielen Lesern hinreichend bekannt sein: Kaum hat man im Internet gute Informationsquellen zum Thema Börse gefunden und teilt den Betreibern seine eMail-Adresse mit, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Postfach zukünftig auch mit unangeforderten “Top-Tipps”, “Spezialreporten” oder “Hammer-Stories” überflutet wird. Mir als Blogger ist dies jedoch nicht unrecht - so stoße ich immer wieder auf interessante, spektakuläre oder auch denkwürdige Geschichten, anhand derer sich die Gepflogenheiten professioneller “Aktien-Promoter” verdeutlichen lassen. Eine dieser Geschichten handelt von County Line Energy. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Öl aus Ölsand und so genanntem schweren Öl zu gewinnen. County Line ist dabei in der kanadischen Provinz Alberta tätig - ein Gebiet in dem größere Ölvorkommen vermutet werden, als in weiten Teilen des Nahen Ostens. Das einzige Problem: Schätzungen gehen davon aus, dass rund achzig Prozent der in Alberta vorhandenen Ölvorkommen mit heutigen Methoden nicht zu fördern sind - in den kostenlosen eMail-Empfehlungen ist hiervon wahrlich nicht die Rede. Hinzu kommt, dass die Gewinnung von Öl aus Ölsand unter ökologischen Gesichtspunkten höchst umstritten ist. Eine Förderung würde riesige Tagebaugebiete und große Gefahren für Natur und Grundwasser bedeuten - Begleitumstände, die in einem fortschrittlichen Land wie Kanada nicht bedingungslos akzeptiert werden. (weiterlesen…)
Wo sind die Trader?
De Beira Goldfields schießt durch die Decke
Gestern wartete ein alter Bekannter mit einer spektakulären Unternehmensmeldung auf: De Beira Goldfields hat eine erste Schätzung für seine Minanca-Liegenschaft veröffentlicht. Danach soll die Mine über 3,6 Millionen Unzen Gold und 24,3 Millionen Unzen Silber verfügen. Mit gängigen Standards nicht konforme Berichte über dieses Gebiet hatten vor Monaten für den Kurseinbruch der Aktie von De Beira Goldfields gesorgt. Die aktuellen vorläufigen Schätzungen bestätigen nun jedoch die alten Zahlen. Die Aktie reagiert befreit: Mehr als fünfzig Prozent legte das Papier am gestrigen Handelstag zu und schloss in Frankfurt mit 1,29 Euro nur einen Cent unter dem Tageshöchstkurs. Trader vermuten, dass dieser “Befreiungsschlag” zu weiteren Kurssteigerungen und Anschlusskäufen führen könnte. In der Vergangenheit waren solche Kursausbrüche zwar nie von langer Dauer, der gestrige Schlusskurs an der Heimatbörse spricht jedoch eine andere Sprache: Mit 1,74 Dollar geht die Aktie aus dem OTC-Handel - das entspricht 1,38 Euro. Gut möglich, dass unter diesen Voraussetzungen weitere Anleger auf den fahrenden Zug aufspringen. Riskant ist ein Investment dennoch: Kurzfristige Anleger verkaufen ihre Aktien meist bei den ersten Anzeichen von Stagnation.