Durch Erntemaschinen und Dünger: Die globale Öl-Förderspitze begünstigt die Agrarhausse


RohstoffraketenDie Redaktion des Börsenbriefs Rohstoffraketen ist bezüglich der Preisentwicklung im Agrarsektor zwar weiterhin optimistisch, erwartet aus kurzfristiger Sicht allerdings kleinere Rücksetzer. Ein möglicher Hausse-Faktor, der von den Massenmedien komplett ignoriert wird, ist die These der Experten, wonach der gesamte Zuwachs der Nahrungsmittelproduktion im 20. Jahrhundert auf eine gesteigerte Energiezufuhr zurückzuführen sei. Seit dem Jahr 1940 stieg die Produktivität der landwirtschaftlichen Nutzflächen in den USA jährlich um rund zwei Prozent – diese Rate entspricht in etwa dem Anstieg des Ölverbrauchs. Die moderne Landwirtschaft wurde durch den Einsatz von Traktoren und Erntemaschinen in dieser Zeit zunehmend von einer steigenden Energiezufuhr in Form von Diesel abhängig.

Auch Düngemittel, wie beispielsweise Stickstoffdünger, werden aus fossilen Brennstoffen hergestellt. Auch beim hierzu benötigten Erdgas zeichnet sich nach Einschätzung von Rohstoffraketen immer mehr ein Höchstfördermaximum ähnlich wie auch bei Erdöl ab. Sowohl in Russland als auch in Europa kam es in den vergangenen Jahren zu einem „dramatischen Abfall der Förderraten vieler wichtiger Erdgas-Felder“, so der Börsenbrief.

Betrachtet man das typische Förderprofil einer Erdgasquelle, wird deutlich, dass ein drastischer Verfall der gesamten Erdgas-Förderraten sehr wahrscheinlich ist: Ist ein Erdgasfeld neu in Betrieb, erreicht es zunächst schnell sein Fördermaximum, verharrt schließlich lange Zeit auf diesem Niveau und verzeichnet gegen Ende der Förderung einen rapiden Einbruch der Förderraten. Überträgt man dieses Wissen auf die globalen Erdgasvorkommen, kann es nach Ansicht von Rohstoffraketen weltweit zu einem „extrem schnellen Zusammenbruch der Förderung“ kommen.

Da Agrarprodukte durch dieselbetriebene Maschinen kultiviert und geerntet, mit Stickstoffdünger auf Erdgasbasis gedüngt und schließlich häufig sogar über weite Strecken transportiert werden müssen, dürften die Preise für Agrarprodukte nach Einschätzung des Börsenbriefs im Gleichschritt mit den Preisen für fossile Brennstoffe steigen: „Das komplett auf billiges Öl aufgebaute ‚Landwirtschaftswunder‘ des 20. Jahrhunderts wird in den vor uns liegenden Jahren zur Landwirtschafts-Apokalypse des 21. Jahrhunders“, so Rohstoffraketen.


April 25, 2008

2 Gedanken zu „Durch Erntemaschinen und Dünger: Die globale Öl-Förderspitze begünstigt die Agrarhausse

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  2. A. Leib

    guter Artikel…geht der Trend also künftig wieder zu kleinerer Landwirtschaft und weg von der industriellen Nahrungsmittelproduktion. Meiner Meinung kann man die Lebensmittelkrise und die Abhängigkeit nur durch Dezentralisierung der Landwirtschaft erreichen.

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