Aktie schlägt Sparbuch


Die Deutsche Bank setzt künftig verstärkt aufs Privatkundengeschäft - mit Erfolg? (Foto: Deutsche Bank AG)

An Aktien führt kein Weg vorbei – bei Privatanlegern besteht noch immer Beratungsbedarf (Symbolfoto: Deutsche Bank AG)

Wie soll ich mein Geld anlegen? Diese Frage stellen sich Millionen Bundesbürger. Obwohl es eindeutige Hinweise darauf gibt, dass Aktien bei einer langfristigen Vermögensplanung eine nicht unbedeutende Rolle spielen sollten, bleiben viele Privatanleger skeptisch. Die Hamburger Sutor Bank hat nun geldmarktnahe Produkte, also Banksparpläne, Sparbücher oder Tagesgeldkonten mit Aktien verglichen. Dabei haben die Anlageexperten die Renditen inflationsbereinigt, also die durchschnittliche Teuerung berücksichtigt. Die Ergebnisse überraschen nicht. Dennoch sind sie eindeutig: „Wer zu einem beliebigen Zeitpunkt ab Anfang 1987 am Geldmarkt anlegte und bis Ende Dezember 2016 investiert blieb, erlitt inflationsbereinigt jedes Jahr einen Verlust. Wer dagegen in gleicher Weise am Aktienmarkt (DAX) anlegte und bis Ende Dezember 2016 investiert blieb, erzielte jedes Jahr einen positiven Ertrag“, so die Experten der Sutor Bank.

Sparer berücksichtigen Inflation nicht

Renditen am Geldmarkt über dreißig Jahre (inflationsbereinigt) Quelle: Sutor Bank, Deutsche Bundesbank

Besonders auffällig ist angesichts dieser Zahlen, dass trotz der schlechten Aussichten, die Bankeinlagen für Sparer bieten, noch immer rund vierzig Prozent der deutschen Vermögen in Spar-, Sicht- und Termineinlagen angelegt seien. Berücksichtigt man zusätzlich Versicherungen, Pensionskassen und Bargeldbestände, umfasst der Anteil niedrig verzinster Anlagen sogar rund achtzig Prozent. Während der vergangenen Jahre ist der Garantiezins von Lebensversicherungen mehr und mehr abgeschmolzen worden und liegt nunmehr noch bei 0,9 Prozent.

„Die deutschen Sparer sind sich der Bedeutung der Inflation für ihr Sparergebnis nur unzureichend im Klaren. Viele Sparer schauen in der Regel lediglich auf die Zinssätze bei Banken und anderen Anbietern – die Betrachtung der Inflation bleibt jedoch außen vor“, sagt Lutz Neumann, Leiter Vermögensberatung der Sutor Bank. „Wer Produkte des Geldmarkts wie etwa Fest- oder Tagesgeld bereits seit längerem als Anlage nutzt, hat in den letzten Jahren trotz niedriger Inflationsraten stetig steigende Vermögensverluste hinnehmen müssen“, erklärt Neumann. Ausschlaggebend dafür seien die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gefallenen Zinsen.

Selbst die Finanzkrise konnte Aktien langfristig nichts anhaben

Anders die Rendite am Aktienmarkt. Zwar seien auf hier abhängig vom Investitionszeitpunkt langfristig Verluste möglich, doch liegt die inflationsbereinigte Rendite des deutschen Aktienindex auf Sicht von dreißig Jahren zum Jahresende 2016 bei 3,3 Prozent. Auf Sicht von zwanzig Jahren sogar bei 4,2 Prozent. Selbst die Finanzkrise hatte für langfristig orientierte Aktien-Investoren keine negativen Folgen: Auf Sicht von zehn Jahren liegt die inflationsbereinigte Rendite trotz der Kursstürze der Jahre 2007 und 2008 bei 2,8 Prozent. Für Lutz Neumann von der Sutor Bank gibt es nur eine Schlussfolgerung: „Eine Anlage am Geldmarkt sollte nur kurzfristig sein und dem Zwischenparken von Vermögen dienen. Für eine langfristige Anlage sollte eine Investition in Aktien, zum Beispiel über Indexfonds, unbedingt priorisiert werden.“

Renditen am Aktienmarkt über dreißig Jahre (inflationsbereinigt) Quelle: Sutor Bank, Deutsche Bundesbank

 


Aktien-Info

DAX (Performance)
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008

Die Aktien-Informationen und Marktdaten stammen von finanznachrichten.de.
April 3, 2017

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