15. Juni 2012

Anleger kaufen Commerzbank und ThyssenKrupp:
Warum die Kaufpanik verfrüht ist

Schicksalswahl in Griechenland, doch Anleger sollten nichts überstürzen (Foto: Onkel Tuca!)Schicksalswahl in Griechenland, doch Anleger sollten nichts überstürzen (Foto: Onkel Tuca!)
Schicksalswahl in Griechenland, doch Anleger sollten nichts überstürzen (Foto: Onkel Tuca!)

Vor der Schicksalswahl in Griechenland macht sich an den Kapitalmärkten vorsichtiger Optimismus breit. Die Euro-Befürworter liegen in Umfragen vorne, mutige Investoren greifen bereits vor den Wahlen zu und kaufen Aktien. Neben der Hoffnung auf einen Wahlausgang, der Griechenland einen Verbleib im Euroraum sichert, haben Anleger bereits in einem Punkt Gewissheit: Das ständige Hin und Her rund um Griechenland und die Eurozone wird in der kommenden Woche vorerst ein Ende finden - so oder so.

Anleger setzen daher am letzten Handelstag vor der Griechenland-Wahl auf Titel, die während der vergangenen Monate besonders deutlich verloren haben. Namentlich sind dies die Commerzbank und auch ThyssenKrupp. Auf der Verliererseite stehen diejenigen defensiven Werte, die sich zuletzt stabil hielten, wie Fresenius oder Henkel. Dieser Kursverlauf spricht dafür, dass die Märkte wieder auf dem Weg zur Normalität sind.

Bereits viel Skepsis eingepreist

Auch viele professionelle Marktteilnehmer sollen sich während der vergangenen Tage bereits wieder vorsichtig positioniert haben. Für Privatanleger besteht dagegen noch kein Grund zur Eile. Erstens ist keineswegs sicher, dass das griechische Wahlvolk die Prognosen der Meinungsforscher bestätigt. Zweitens könnte selbst ein Verbleib Griechenlands im Euroraum für weitere Turbulenzen sorgen. Griechenland wurde eine Lockerung der europäischen Sparzwänge im Falle eines Euro-freundlichen Votums bereits in Aussicht gestellt. Was, wenn auch Portugal oder Irland nachverhandeln wollen und wackelnde Krisenstaaten wie Italien schon von vornherein die harte Linie aus Brüssel ablehnen?

Aktien wie K+S notieren noch immer auf Mehr-Jahres-Tief (Chart: Godmode-Trader.de)Aktien wie K+S notieren noch immer auf Mehr-Jahres-Tief (Chart: Godmode-Trader.de)
Aktien wie K+S notieren noch immer auf Mehr-Jahres-Tief (Chart: Godmode-Trader.de)

Viel Skepsis ist mit Sicherheit bereits in den Kursen eingepreist. Dennoch sollten Anleger nicht vergessen, dass die Eurozone mit einem möglichen Austritt Griechenlands Neuland betritt - mit unabsehbaren Folgen für die Märkte. Die positive Seite der noch immer am Markt vorhandenen Skepsis sind die niedrigen Kurse: Aktien wie BASF dümpeln knapp über ihrem letzten Verlaufstief, Titel wie K+S oder Deutsche Telekom haben gar erst kürzlich neue Mehr-Jahres-Tiefs ausgebildet. Sollte der Markt drehen, besteht auf Seiten dieser Aktien noch immer großes Potenzial. Kaufpanik ist daher verfrüht.

von Nico Popp am 15. Juni 2012 um 16:57 Uhr Kommentare
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1 Kommentar »

  1. “Neben der Hoffnung auf einen Wahlausgang, der Griechenland einen Verbleib im Euroraum sichert” - soll Griechenland sich ablösen und nach Tunesien oder sonstwo in Nordafrika paddeln? Europa bleibt es so oder so. Nur hat man dort bekanntlich außer Tourismus nichts zu bieten - und direkt neben sich die Türkei, wo die Buffets im Urlaub 15m breit sind, während jede spanische oder griechische Mogelpackung, die unter “all inclusive” läuft, 30 Gramm Fleisch pro 100 Gäste vorsieht. Bier und Cola in Griechenland dürfen wie früher nur noch 1-2 Euro kosten, nicht 5 oder 8 wie heute.

    Oder anders ausgedrückt: Man ist nirgends konkurrenzfähig.

    Griechenland muss also zwingend aus dem Euro aussteigen, alles andere sind Milliardengräber, die unser aller Wohlstand inkl. unserer Renten zerstören, alles ein Einheitsbrei sozialistischer Gleichmacherei.

    Argentinien hat es doch erfolgreich vorgemacht: Keinerlei Staatsschulden mehr bedient und neu angefangen. Sobald der EU-Rettungsschirm inkraft ist, geht so etwas in der EU nicht mehr - was für eine kranke Idiotie!

    Es steht für Sonntag zu hoffen, dass das griechische Volk ihre Schuldigen (= milliardenschweren Reeder und sonstigen Unternehmer, deren Hauptwohnsitze fast ausnahmslos im Ausland liegen!) auf ewig verbannt und neu anfängt. Denn ein lautstarker Kommunist ist in ihrer Lage sicherlich noch besser als ein verfilzter Kandidat der alten Kader.

    Ferner sind Abermilliarden griechischen Vermögens in der Schweiz gelandet - wo bleibt der internationale Druck auf diese Bergvölkchen, dieses Geld gleich uns zu überweisen, denn Deutschland will seine mind. 80 Mrd. Euro zurück, die lt. Steinbrück und Sarrazin ja “schon futsch sind”. Allein, mir fehlt der Glaube..

    Kommentar von M. Bittrich — 15. Juni 2012 @ 19:24

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