Wie sich Anleger auf den Crash vorbereiten können


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Verluste tun weh – clevere Anleger stellen sich darauf ein (Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de)

Schaut man auf den Verlauf des DAX während der letzten zwei Jahre, sieht man ein hektisches Auf und Ab. Unterm Strich aber bleibt ein Nullsummenspiel. Heute steht der deutsche Leitindex in etwa da, wo er im Dezember 2016 auch notierte. Im Vergleich zu damals ist die Stimmung aber deutlich schlechter: Die Brexit-Verhandlungen gehen in die heiße Phase, Italien macht ernst mit seinem verschwenderischen Haushalt und über allem liegt der schwelende Handelskonflikt. Hinzu kommt: Die Hausse ist noch zwei Jahre älter. Seit rund zehn Jahren geht es an den Börsen nach oben. Für Anleger ist es an der Zeit, sich auf einen Rückschlag an den Börsen einzustellen.

Tech-Titel? Besser raus aus dem Depot!

Doch statt jetzt hektisch zu verkaufen und sich von allen Aktien zu trennen, bietet es sich an, Schritt für Schritt vorzugehen. Niemand weiß, ob und wann die Kurse wirklich deutlich fallen. Wir wissen nur, dass die Anzeichen für einen Kursrückgang steigen. Neben den oben genannten Risikofaktoren spricht auch die Vollbeschäftigung sowie die bereits bestehenden Kapazitätsengpässe in den USA dafür. Um sich auf einen Rückgang an den Börsen einzustellen, lohnt es sich, zunächst ganz abstrakt die Asset Allokation an die neue Risikoeinschätzung anzupassen. Das bedeutet konkret: Die Aktienquote sollte sinken. Wer ohnehin nur 20 Prozent Aktien besitzt, kann sich mit Verkäufen mehr Zeit lassen als jemand, der nahezu sein gesamtes Vermögen in Aktien gesteckt hat. In diesem Fall sollten Verkäufe sofort erfolgen, um das Risiko bezogen auf das Gesamtdepot zu reduzieren.

Auch wenn viele Anleger dazu neigen, lieber Gewinne als Verluste zu realisieren, kann es sich gerade jetzt anbieten, sich von Aktienpositionen zu trennen, die zuletzt bereits schlecht gelaufen sind. Gerade Werte, die sich sensibel gegenüber den bestehenden Risikofaktoren gezeigt haben, könnten im Falle einer Korrektur noch deutlicher verlieren. Auch sollten Aktien aus den USA oder dem gehypten Tech-Bereich auf die Verkaufsliste. Hier sind die Bewertungen aktuell sehr hoch. Auch exotische Aktienmärkte oder Unternehmen, die auf Finanzierungen angewiesen sind – wenn die Titel aktuell nicht laufen, weg damit!

Mit einem aufgeräumten Depot flexibel bleiben

Auf diese Weise kann es gelingen, das Risiko auf zwei Ebenen zu steuern: Einmal im Bereich der Aktienquote – wer wenig Aktien im Depot hat, den treffen auch Verluste am Gesamtmarkt weniger stark. Und zweitens im Bereich der Einzelaktien – wer sensitive Titel verkauft und sich auf robuste Werte fokussiert, stellt sein Depot krisenfest auf. Mit einer niedrigeren Aktienquote und weniger riskanten TIteln im Depot wird es leichter, die weitere Entwicklung der Märkte zu beobachten und daraus Schlüsse zu ziehen. Trübt sich der Markt ein, sollten weitere Verkäufe folgen. Hellt sich die Stimmung auf, können ETFs dabei helfen, die Aktienquote schnell und kostengünstig wieder anzupassen. Bei neuen Einzeltiteln sollte man angesichts der forteschrittenen Hausse vorsichtig sein und streng auf Bewertungen achten.


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