Kontraproduktiv? Banken überschlagen sich mit Meldungen


Die Deutsche Post steigt im Zuge der Neuverhandlung des Postbank-Deals bei der Deutschen Bank ein, die kurz zuvor bekannt gegeben hat, 4,5 Milliarden Euro innerhalb eines einzigen Quartals verloren zu haben, Siemens erhält deutlich weniger Aufträge und die Hypo Real Estate steht nach Medienberichten vor der Verstaatlichung. Auch die Landesbanken sorgen wieder für Wirbel: Nach der Commerzbank und der HSH Nordbank will nun auch die BayernLB eine staatlich garantierte Anleihe in Anspruch nehmen.

Hinzu kommt, dass das ehemals größte Geldinstitut der Welt, die Citigroup, in den USA immer verzweifelter die Gründung einer „Bad Bank“ durch den Staat fordert. Dort sollen riskante Derivate geparkt werden können, um die Bilanzen der „guten“ Banken zu entlasten – ein weiteres Indiz dafür, dass in den Bilanzen der Finanzinstitute noch die ein oder andere „Abschreibungs-Milliarde“ zu finden sein wird.

Die Summe all dieser Nachrichten ist zu viel für die Indizes: Der Dax verliert rund 4,6 Prozent seines Wertes und beendet den Xetra-Handel bei 4422 Punkten. Auch der Dow-Jones-Index in den USA verliert zur Stunde mehr als drei Prozent. Die Finanzkrise ist somit endgültig wieder auf dem Börsenparkett angekommen.

Verstärkt wird die Panik durch das hektische Handeln der Bankvorstände: Sei es das Betteln nach einer „Bad Bank“ oder das Feilschen um Barmittel bei längst beschlossenen Übernahmen – Souveränität sieht anders aus. Es liegt damit nahe, dass den heutigen Meldungen weitere Hiobsbotschaften folgen werden.


3 Gedanken zu „Kontraproduktiv? Banken überschlagen sich mit Meldungen

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