Der EU-Partner von der traurigen Gestalt:
Spaniens Finanzkrise belastet europäische Werte
In Spanien ist die Finanzkrise noch lange nicht beendet. Wie hoch der Finanzbedarf des spanischen Staatshaushaltes im kommenden Jahr sein wird, ist zurzeit allerdings nur schwer abzuschätzen. Allein die spanischen Banken – und allen voran die dortigen Sparkassen – könnten schon bald zusätzliche Staatshilfen beantragen. Und vor diesem Hintergrund verliert auch der aktuelle Verzicht Spaniens auf EU-Hilfen an Bedeutung. Denn wie schnell eine solche Zusicherung ins Gegenteil umschlagen kann, hat zuletzt das Beispiel Irlands verdeutlicht. (weiterlesen…)
Bonität, Finanzkrise, Fitch, Moody’s, Spanien, Sparkassen, Standard & Poor’s
Bares in der Kasse & Leichen im Keller:
Die guten und die dubiosen Geschäfte von Shell
Die Geschäfte des weltgrößten Energieunternehmens Royal Dutch Shell liefen im bisherigen Jahresverlauf wie geschmiert: Dank einer stabilen Nachfragesituation bei steigenden Öl- und Gaspreisen konnte der Konzern im dritten Quartal 2010 einen Gewinn nach Abschreibungen und Wertberichtigungen von satten 3,46 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Zusätzlich füllt der Konzern zurzeit seine Kriegskasse durch die Veräußerung diverser Aktiva. Mit den finanziellen Mitteln will Shell in Zukunft einen Teil seiner aufwendigen Investitionsvorhaben finanzieren. (weiterlesen…)
Ann Pickard, Nigeria, Occidental Petroleum Corporation, Royal Dutch Shell, Wikileaks
Zuckerhut & Peitsche:
Brasiliens Rohstoffkonzern Vale wird mächtiger
Das brasilianische Unternehmen Vale profitiert deutlich von der Erholung der Weltkonjunktur und sichert sich weltweit lukrative Geschäfte. Das anhaltende Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft und der entsprechende Rohstoffhunger der Asiaten sowie auch die Auftragslage in Europa und Amerika sorgen beim südamerikanischen Rohstoffkonzern für hervorragende Geschäftsergebnisse. (weiterlesen…)
AT&T, Bauxit, BHP Billiton, brasilien, Deutsche Rohstoff AG, Eisenerz, Exxon Mobil, Gold, Kupfer, Nickel, Platin, Rio Tinto, Silber, ThyssenKrupp, Vale
Noch nicht das letzte Hemd:
Schiesser geht nach Insolvenz direkt an den Kapitalmarkt
Der Name Schiesser steht vornehmlich für ein Produkt, das nicht gerade sexy, dafür aber ausgesprochen beständig ist: die legendäre Feinripp-Unterwäsche. Erfunden wurde diese spießige Mode bereits im Jahr 1923. Spätestens im 21. Jahrhundert waren es jedoch vornehmlich die Muttis der Nation, die das Geschäft mit dem Qualitätsstoff durch ihre herzerwärmende und wiederkehrende Geschenkidee zu Weihnachten am Leben hielten.
Der größte deutsche Unterwäschehersteller konnte im Jahr 2003 mit der Produktlinie „Schiesser-Revival“ zwar auch noch einmal die Nachfrage für Fein- und Doppelripp ankurbeln. Doch die Söhne im Land wünschten sich schon bald wieder die (viel zu engen) Boxershorts von Calvin Klein oder Bruno Banani zum Fest der Liebe - und sorgten dadurch erneut für sinkende Absatzzahlen beim Traditionsunternehmen.
Die Schiesser AG produzierte daraufhin auch modernere Unterwäsche für Labels mit weitaus mehr Appeal. Doch dieser Ansatz scheiterte ebenfalls: Die Lizenzgeschäfte mit Marken wie Puma oder Tommy Hilfiger brachten nicht den erhofften Erfolg, sondern verursachten vielmehr die finanzielle Schieflage des 1875 gegründeten Unternehmens aus Radolfzell am Bodensee.
Und als im Jahr 2009 schließlich ein harter Winter über das deutsche Land zog, ereilte die mütterliche Feinripp-Front die traurige Botschaft, dass der Unterwäschehersteller, der doch eigentlich die geliebten Söhne auf ewig warm halten sollte, selbst im Kalten stand: Nach aufwendigen Restrukturierungen des Unternehmens konnte Schiesser notwendige Anschlussfinanzierungen nicht mehr sicherstellen und musste schließlich am 9. Februar 2009 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen.
Vom Feinripper zum Börsenliebling?
Annähernd 500 Gläubiger warten seitdem auf eine möglichst hohe Rückzahlung ihrer Forderungen von insgesamt gut 65 Millionen Euro. Immerhin konnte Schiesser dank starker Internetverkäufe und konsequenter Sparmaßnahmen bis Ende 2009 wieder schwarze Zahlen schreiben und in den letzten drei Quartalen des Geschäftsjahres sogar ein operatives Ergebnis von rund 3 Millionen Euro erwirtschafteten.
Von einer Zerschlagung des Unternehmens hatten die Gläubiger daher auch früh abgesehen und im Juli 2009 in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter zunächst beschlossen, das traditionsreiche Unternehmen zu verkaufen. Doch seit Sommer 2010 plant der Gläubigerausschuss der Schiesser AG nun einen Börsengang des Unternehmens. Die endgültige Entscheidung für dieses Vorhaben wird voraussichtlich am 9. Dezember 2010 auf einer entsprechenden Gläubigerversammlung gefällt. Der Gang an den Kapitalmarkt soll im zweiten Quartal 2011 erfolgen und Emissionserlöse von über 80 Millionen Euro einspielen. In diesem Idealfall könnten alle Forderungen zu hundert Prozent bedient und sogar weiteres Kapital in das Geschäft investiert werden.
Der Mann mit dem Staubwedel: Wolfgang Joop
Seit Monaten kursiert in den Medien die Nachricht über einen möglichen Einstieg Wolfgang Joops beim angestaubten Wäschehersteller Schiesser. Nachdem der Modeschöpfer die Geschäftsführung seines Unternehmens Wunderkind abgegeben hatte, wollte er zunächst als Berater bei Schiesser tätig werden. Doch mittlerweile zeigt Joop größeres Interesse am Feinripp und will offenbar eigenes Kapital in das Unternehmen am Bodensee investieren. Marktbeobachter gehen davon aus, dass er eine Beteiligung von bis zu 15 Prozent plant oder sich in Form von Aktienoptionen an das Unternehmen binden wird.
Ob ein Einstieg Joops bei Schiesser zugleich auch bedeutet, dass alle Mütter mit einem Faible für Feinripp ihre Sorgen um das richtige Weihnachtsgeschenk los sind, darf derweil bezweifelt werden. Denn Wolfgang Joop will sich offenbar nicht nur als Investor, sondern auch als neuer Kreativdirektor bei Schiesser engagieren. Damit dürfte die Ära der klassischen Feinripp-Unterwäsche dann wohl endgültig ihr Ende finden.
Börsengang 2011, Insolvenz, Kleidungsindustrie, Schiesser AG
Stresstest der besonderen Art:
Spaniens Sparkassen unter Reformdruck
Der spanische Bankenmarkt leidet weiterhin an den Folgen der Finanzkrise und dem Zusammenbruch der nationalen Immobilienwirtschaft. Die Sparkassen stehen dabei besonders unter Druck: Die regional organisierten und zumeist öffentlich-rechtlichen Institute sind für das spanische Finanzsystem überaus relevant und verwalten rund 40 Prozent aller Vermögenswerte in Spanien. Doch während große spanische Privatbanken wie Santander oder BBVA global agieren und international hervorragend aufgestellt sind, kämpfen die Sparkassen gegen die anhaltende Immobilienkrise und hohe Kreditabschreibungen. In den Büchern der Sparkassen liegen nach aktuellen Schätzungen noch faule Krediten in Höhe von rund 200 Milliarden Euro. (weiterlesen…)
BBVA, Caja Madrid, JC Flowers, Miguel Ángel Fernández, Rodrigo Rato; Immobilenkrise, Santander, Spanien, Sparkassen
Umfrage:
Kommt die Krise noch einmal an den Aktienmarkt zurück?
In unserer letzten Umfrage wollten wir von Ihnen wissen, ob die Aktienmärkte noch in diesem Jahr auf neue Hochs steigen. Die Mehrheit der Teilnehmer lag richtig und erahnte die Kursrally der vergangenen Wochen. Heute wollen wir von Ihnen wissen, ob Sie glauben, die Krise sei vorbei. IWF-Präsident Dominique Strauss-Kahn äußerte erst heute seine Bedenken und sieht die Krise nicht überstanden. (weiterlesen…)
Die Deutsche Post geht ab:
Bonner Logistik- und Postunternehmen bleibt auf Wachstumskurs
Die Deutsche Post AG profitierte in den vergangenen Monaten vom weltweiten Aufschwung und veröffentlichte in der zweiten Novemberwoche beachtliche Zahlen für das dritte Quartal. Das weltgrößte Logistik- und Postunternehmen erwirtschaftete demnach mit seinen Konzernmarken DHL und Deutsche Post einen Umsatz von 12,8 Milliarden Euro, ein EBIT vor Einmaleffekten von 543 Millionen und einen Nettogewinn von 226 Millionen Euro. Das Finanzergebnis wurde durch die Veränderung der Bewertung der Finanzinstrumente aus dem Postbank-Verkauf an die Deutsche Bank ebenfalls deutlich verbessert. (weiterlesen…)
Deutsche Post, Deutsche Telekom, Frank Appel, Larry Rosen, Paketbomben, United Internet
Dax-Sentiment:
Anleger in Euphorie vereint - was bringen die November-Daten?
Intelligent Recommendations wertet kollektive Anlageentscheidungen aus, erstellt Analysen und interpretiert auf Aktien-Blog monatlich den Dax.Nach unserer letzten Sentimenteinschätzung im August berappelte sich der deutsche Aktienindex zunächst und schaffte es nach einer Konsolidierung um 6300 Punkte im Oktober sogar, aus seiner Seitwärtsbewegung zwischen 5800 und 6400 Punkten auszubrechen. Die kollektive Depotgewichtung einzelner Risikoklassen im zeitlichen Verlauf zeigt, dass sich insbesondere die wenig Risikobereiten während der langen Seitwärtsphase des Dax-Index vom Markt verabschiedet haben. Zwischen Juli und August bewies diese Risikogruppe ein gutes Timing und baute ihre Positionen im Dax wieder deutlich aus - Kursgewinne zwischen 300 und 950 Punkten sind die Folge. (weiterlesen…)
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Akquisition auf Pump:
Pfeiffer Vacuum kauft Technologie von Alcatel Lucent
Der deutsche Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum hat im November 2010 hervorragende Geschäftszahlen für das dritte Quartal präsentiert und die Anleger zugleich mit einer erhöhten Prognose für das Gesamtjahr erfreut. Mit einem Umsatz von 59,1 Millionen, einem Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern von 14,4 Millionen Euro und einem Überschuss von 11,26 Millionen beendete das im TecDAX gelistete Unternehmen im September das bisher beste Quartal seiner Firmengeschichte. Für das Gesamtjahr rechnet Pfeiffer-Vorstandschef Manfred Bender nun sogar mit einem Rekordumsatz von 210 Millionen Euro.
Im kommenden Geschäftsjahr will das hessische Unternehmen seine internationale Marktpräsenz ausbauen und beabsichtigt hierfür die Vakuumtechnologie Adixen von Alcatel-Lucent für 200 Millionen Euro zu kaufen. Die Verhandlungen über den Kauf der entsprechenden Gesellschaften, Patente und Lizenzen wurden bereits weitgehend abgeschlossen. Bis Jahresende soll die Akquisition wirksam werden.
Laut einer aktuellen Pressemitteilung des Unternehmens erwartet Pfeiffer Vacuum durch die Akquisition einen verbesserten Zugang zu den asiatischen Wachstumsmärkten und sieht sich somit „auf dem Weg zum weltweit führenden Vakuum-Anbieter“.
Akquisition zu 100 Prozent von Banken finanziert
Das Unternehmen Pfeiffer Vacuum agierte bisher komplett schuldenfrei. Während die US-Regierung also erneut 600 Milliarden US-Dollar in ihre Very Old Economy pumpt, machen bodenständige deutsche Unternehmen hervorragende Geschäfte – zum Beispiel mit Vakuum-, Vor- und Turbopumpen. Doch die schuldenfreie Zeit ist nun auch bei Pfeiffer Vacuum beendet: Denn der Zukauf der Technologie von Alcatel Lucent wird zu 100 Prozent von zwei bisher nicht genannten Banken finanziert. Mittelfristig plant Pfeiffer Vacuum allerdings einen Teil der Finanzierungssumme durch den Verkauf eigener Aktien sowie durch eine Kapitalerhöhung in Höhe von rund 10 Prozent des Grundkapitals zurückzuführen.
Jean-Yves Guegan, Präsident von Adixen, kommentierte die geplante Akquisition derweil ausgesprochen wohlwollend: „Durch den Zusammenschluss von Adixen und Pfeiffer Vacuum, beide Marktführer in Pumpen-Lösungen und Lecksuch-Systemen, wird eine neue Größe in der Industrie entstehen“. Der Geschäftsbereich Vakuumtechnologie der Alcatel-Lucent-Gruppe war im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise allerdings in Bedrängnis geraten und musste zum Ende des Geschäftsjahrs 2009 einen Umsatz von nur 134 Millionen Euro und ein negatives EBITDA von 3 Millionen Euro präsentieren. Die Geschäfte im Jahr 2010 liefen jedoch auch bei den Franzosen wieder besser: Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2010 wies einen Umsatz von 116 Millionen Euro sowie ein EBITDA von 14 Millionen Euro aus. Für das gesamte Geschäftsjahr 2010 wird ein Umsatz von rund 270 Millionen Euro sowie ein EBITDA von 40 Millionen Euro erwartet.
Quartalszahlen und Zukunftsaussichten erfreuen auch die Börsianer
Das Pfeiffer-Management blickt zuversichtlich in die Zukunft und will „auf Basis der aktuellen positiven Geschäftsentwicklung“ im Jahr 2011 Umsatzerlöse von über 500 Millionen Euro erwirtschaften. An der Börse wurde diese Zuversicht umgehend eingepreist: Der Kurs der Pfeiffer Vacuum-Aktie stieg in der ersten Novemberwoche um rund 12 Prozent und notierte gegen Ende der Woche bei 81,00 Euro. Und auch die Analysten namhafter Bankhäuser zögerten nicht lange mit der Veröffentlichung neuer Kursziele: Die Privatbank Hauck & Aufhäuser erhöhte das Kursziel der Aktie von Pfeiffer Vacuum prompt von 78,00 auf 88,00 Euro, und auch die Analysten von Goldman Sachs sehen das Kursziel der Aktie nunmehr bei 105,40 Euro, stuften die Aktie unmittelbar nach Bekantgabe der beabsichtigten Akquisition von “neutral” auf “buy” hoch und erwarten für 2011 ein Ergebnis je Aktie von 6,78 Euro.
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Modisch - aber nicht wirklich sportlich:
Pumas griechische Partner unter Betrugsverdacht
Der deutsche Sport- und Modeartikelhersteller Puma verdächtigt seine griechischen Joint-Venture-Partner der systematischen Veruntreuung und Hinterziehung von Unternehmensgeldern in Millionenhöhe. Insgesamt rechnet der Konzern aufgrund der kriminellen Machenschaften des Managements der griechischen Tochtergesellschaft Puma Hellas mit Abschreibungen von rund 115 Millionen Euro. (weiterlesen…)
Griechenland, Puma, Quartalsbericht






