Archiv der Kategorie: Analysen

Hier sollen interessante Aktien vorgestellt, Charts analysiert und die Art der Analyse mit Lesern diskutiert werden. Keine Anlageempfehlung!

ACS vs. Hochtief: Übernahmeschlacht der europäischen Bauriesen bleibt spannend


Hochtief: Kommt bald ein Kontrollwechsel? (Bildquelle: Hochtief AG)Nach dem viermonatigen Übernahmekampf zwischen den Baukonzernen ACS und Hochtief haben die Spanier mittlerweile ihren Anteil am deutschen Konzern auf über 30 Prozent erhöht und somit eine wichtige Hürde genommen: Denn nach deutschem Recht muss ACS bei einer 30-prozentigen Beteiligung kein teures Pflichtangebot mehr vorlegen und kann die angepeilte Mehrheitsbeteiligung am deutschen Unternehmen ohne Zeitdruck durch sukzessive Zukäufe an der Börse erreichen. Weiterlesen


Noch nicht das letzte Hemd: Schiesser geht nach Insolvenz direkt an den Kapitalmarkt

Schiesser: Neuer Schwung durch Wolfgang Joop?Der Name Schiesser steht vornehmlich für ein Produkt, das nicht gerade sexy, dafür aber ausgesprochen beständig ist: die legendäre Feinripp-Unterwäsche. Erfunden wurde diese spießige Mode bereits im Jahr 1923. Spätestens im 21. Jahrhundert waren es jedoch vornehmlich die Muttis der Nation, die das Geschäft mit dem Qualitätsstoff durch ihre herzerwärmende und wiederkehrende Geschenkidee zu Weihnachten am Leben hielten.

Der größte deutsche Unterwäschehersteller konnte im Jahr 2003 mit der Produktlinie „Schiesser-Revival“ zwar auch noch einmal die Nachfrage für Fein- und Doppelripp ankurbeln. Doch die Söhne im Land wünschten sich schon bald wieder die (viel zu engen) Boxershorts von Calvin Klein oder Bruno Banani zum Fest der Liebe – und sorgten dadurch erneut für sinkende Absatzzahlen beim Traditionsunternehmen.

Die Schiesser AG produzierte daraufhin auch modernere Unterwäsche für Labels mit weitaus mehr Appeal. Doch dieser Ansatz scheiterte ebenfalls: Die Lizenzgeschäfte mit Marken wie Puma oder Tommy Hilfiger brachten nicht den erhofften Erfolg, sondern verursachten vielmehr die finanzielle Schieflage des 1875 gegründeten Unternehmens aus Radolfzell am Bodensee.

Und als im Jahr 2009 schließlich ein harter Winter über das deutsche Land zog, ereilte die mütterliche Feinripp-Front die traurige Botschaft, dass der Unterwäschehersteller, der doch eigentlich die geliebten Söhne auf ewig warm halten sollte, selbst im Kalten stand: Nach aufwendigen Restrukturierungen des Unternehmens konnte Schiesser notwendige Anschlussfinanzierungen nicht mehr sicherstellen und musste schließlich am 9. Februar 2009 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen.

Vom Feinripper zum Börsenliebling?

Annähernd 500 Gläubiger warten seitdem auf eine möglichst hohe Rückzahlung ihrer Forderungen von insgesamt gut 65 Millionen Euro. Immerhin konnte Schiesser dank starker Internetverkäufe und konsequenter Sparmaßnahmen bis Ende 2009 wieder schwarze Zahlen schreiben und in den letzten drei Quartalen des Geschäftsjahres sogar ein operatives Ergebnis von rund 3 Millionen Euro erwirtschafteten.

Von einer Zerschlagung des Unternehmens hatten die Gläubiger daher auch früh abgesehen und im Juli 2009 in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter zunächst beschlossen, das traditionsreiche Unternehmen zu verkaufen. Doch seit Sommer 2010 plant der Gläubigerausschuss der Schiesser AG nun einen Börsengang des Unternehmens. Die endgültige Entscheidung für dieses Vorhaben wird voraussichtlich am 9. Dezember 2010 auf einer entsprechenden Gläubigerversammlung gefällt. Der Gang an den Kapitalmarkt soll im zweiten Quartal 2011 erfolgen und Emissionserlöse von über 80 Millionen Euro einspielen. In diesem Idealfall könnten alle Forderungen zu hundert Prozent bedient und sogar weiteres Kapital in das Geschäft investiert werden.

Der Mann mit dem Staubwedel: Wolfgang Joop

Seit Monaten kursiert in den Medien die Nachricht über einen möglichen Einstieg Wolfgang Joops beim angestaubten Wäschehersteller Schiesser. Nachdem der Modeschöpfer die Geschäftsführung seines Unternehmens Wunderkind abgegeben hatte, wollte er zunächst als Berater bei Schiesser tätig werden. Doch mittlerweile zeigt Joop größeres Interesse am Feinripp und will offenbar eigenes Kapital in das Unternehmen am Bodensee investieren. Marktbeobachter gehen davon aus, dass er eine Beteiligung von bis zu 15 Prozent plant oder sich in Form von Aktienoptionen an das Unternehmen binden wird.

Ob ein Einstieg Joops bei Schiesser zugleich auch bedeutet, dass alle Mütter mit einem Faible für Feinripp ihre Sorgen um das richtige Weihnachtsgeschenk los sind, darf derweil bezweifelt werden. Denn Wolfgang Joop will sich offenbar nicht nur als Investor, sondern auch als neuer Kreativdirektor bei Schiesser engagieren. Damit dürfte die Ära der klassischen Feinripp-Unterwäsche dann wohl endgültig ihr Ende finden.

Stresstest der besonderen Art: Spaniens Sparkassen unter Reformdruck

Rodrigo Rato kämpft für das Image spanischer Sparkassen (Foto: Caja Madrid)Der spanische Bankenmarkt leidet weiterhin an den Folgen der Finanzkrise und dem Zusammenbruch der nationalen Immobilienwirtschaft. Die Sparkassen stehen dabei besonders unter Druck: Die regional organisierten und zumeist öffentlich-rechtlichen Institute sind für das spanische Finanzsystem überaus relevant und verwalten rund 40 Prozent aller Vermögenswerte in Spanien. Doch während große spanische Privatbanken wie Santander oder BBVA global agieren und international hervorragend aufgestellt sind, kämpfen die Sparkassen gegen die anhaltende Immobilienkrise und hohe Kreditabschreibungen. In den Büchern der Sparkassen liegen nach aktuellen Schätzungen noch faule Krediten in Höhe von rund 200 Milliarden Euro. Weiterlesen

Akquisition auf Pump: Pfeiffer Vacuum kauft Technologie von Alcatel Lucent

Sucht Wachstum in Asien: Pfeiffer Vacuum (Quelle: Pfeifer Vacuum AG)Der deutsche Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum hat im November 2010 hervorragende Geschäftszahlen für das dritte Quartal präsentiert und die Anleger zugleich mit einer erhöhten Prognose für das Gesamtjahr erfreut. Mit einem Umsatz von 59,1 Millionen, einem Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern von 14,4 Millionen Euro und einem Überschuss von 11,26 Millionen beendete das im TecDAX gelistete Unternehmen im September das bisher beste Quartal seiner Firmengeschichte. Für das Gesamtjahr rechnet Pfeiffer-Vorstandschef Manfred Bender nun sogar mit einem Rekordumsatz von 210 Millionen Euro.

Im kommenden Geschäftsjahr will das hessische Unternehmen seine internationale Marktpräsenz ausbauen und beabsichtigt hierfür die Vakuumtechnologie Adixen von Alcatel-Lucent für 200 Millionen Euro zu kaufen. Die Verhandlungen über den Kauf der entsprechenden Gesellschaften, Patente und Lizenzen wurden bereits weitgehend abgeschlossen. Bis Jahresende soll die Akquisition wirksam werden.

Laut einer aktuellen Pressemitteilung des Unternehmens erwartet Pfeiffer Vacuum durch die Akquisition einen verbesserten Zugang zu den asiatischen Wachstumsmärkten und sieht sich somit „auf dem Weg zum weltweit führenden Vakuum-Anbieter“.

Akquisition zu 100 Prozent von Banken finanziert

Das Unternehmen Pfeiffer Vacuum agierte bisher komplett schuldenfrei. Während die US-Regierung also erneut 600 Milliarden US-Dollar in ihre Very Old Economy pumpt, machen bodenständige deutsche Unternehmen hervorragende Geschäfte – zum Beispiel mit Vakuum-, Vor- und Turbopumpen. Doch die schuldenfreie Zeit ist nun auch bei Pfeiffer Vacuum beendet: Denn der Zukauf der Technologie von Alcatel Lucent wird zu 100 Prozent von zwei bisher nicht genannten Banken finanziert. Mittelfristig plant Pfeiffer Vacuum allerdings einen Teil der Finanzierungssumme durch den Verkauf eigener Aktien sowie durch eine Kapitalerhöhung in Höhe von rund 10 Prozent des Grundkapitals zurückzuführen.

Jean-Yves Guegan, Präsident von Adixen, kommentierte die geplante Akquisition derweil ausgesprochen wohlwollend: „Durch den Zusammenschluss von Adixen und Pfeiffer Vacuum, beide Marktführer in Pumpen-Lösungen und Lecksuch-Systemen, wird eine neue Größe in der Industrie entstehen“. Der Geschäftsbereich Vakuumtechnologie der Alcatel-Lucent-Gruppe war im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise allerdings in Bedrängnis geraten und musste zum Ende des Geschäftsjahrs 2009 einen Umsatz von nur 134 Millionen Euro und ein negatives EBITDA von 3 Millionen Euro präsentieren. Die Geschäfte im Jahr 2010 liefen jedoch auch bei den Franzosen wieder besser: Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2010 wies einen Umsatz von 116 Millionen Euro sowie ein EBITDA von 14 Millionen Euro aus. Für das gesamte Geschäftsjahr 2010 wird ein Umsatz von rund 270 Millionen Euro sowie ein EBITDA von 40 Millionen Euro erwartet.

Quartalszahlen und Zukunftsaussichten erfreuen auch die Börsianer

Das Pfeiffer-Management blickt zuversichtlich in die Zukunft und will „auf Basis der aktuellen positiven Geschäftsentwicklung“ im Jahr 2011 Umsatzerlöse von über 500 Millionen Euro erwirtschaften. An der Börse wurde diese Zuversicht umgehend eingepreist: Der Kurs der Pfeiffer Vacuum-Aktie stieg in der ersten Novemberwoche um rund 12 Prozent und notierte gegen Ende der Woche bei 81,00 Euro. Und auch die Analysten namhafter Bankhäuser zögerten nicht lange mit der Veröffentlichung neuer Kursziele: Die Privatbank Hauck & Aufhäuser erhöhte das Kursziel der Aktie von Pfeiffer Vacuum prompt von 78,00 auf 88,00 Euro, und auch die Analysten von Goldman Sachs sehen das Kursziel der Aktie nunmehr bei 105,40 Euro, stuften die Aktie unmittelbar nach Bekantgabe der beabsichtigten Akquisition von „neutral“ auf „buy“ hoch und erwarten für 2011 ein Ergebnis je Aktie von 6,78 Euro.

Trotz Transaktionssteuer und Leerverkaufsverbot: Kinobetreiber Cinemaxx profitiert vom 3D-Boom

Kino-Revival: Die 3D-Technik lockt neue Zuschauer an (Foto: morguefile)Die Schlagzeilen des heutigen Morgens bestimmt ganz klar die gestern Abend veröffentlichte Meldung des Bundesamts für Finanzmarktaufsicht (Bafin), wonach ungedeckte Leerverkäufe von Schuldtiteln aus Staaten der Eurozone vorübergehend untersagt sind. Vorläufig verboten sind der Meldung nach auch Credit Default Swaps (CDS), soweit die Referenzverbindlichkeit eine Verbindlichkeit eines Staates der Eurozone ist und sie nicht der Absicherung von Ausfallrisiken dient. Ferner hat die Bafin wieder die bekannten zehn Banken und Versicherungstitel als „nicht leerverkaufbar“ deklariert. Weiterlesen

Entwicklung statt Promotion: Mansfield Minerals peilt Gold-Produktion an

Goldsucher in der Wüste: Mansfield Minerals hat noch viel vor (Foto: morguefile)Mansfield Minerals war bislang nur den wenigsten Anlegern im Junior-Mining-Sektor bekannt. Kein Wunder: Das Management um Präsident Gordon Leask legte in den letzten Jahren weniger Wert auf die Vermarktung der Firma, sondern in die Entwicklung eines soliden Goldprojektes in Argentinien. Dort besitzt man die Lindero-Liegenschaft mit 1,96 Millionen Unzen nach NI43-101 in den Measured & Indicated-Kategorien, die man in den letzten Jahren nachweisen konnte. Weitere 490.000 Unzen befinden sich in der Inferred-Kategorie. Auch bei diesem Projekt handelt es sich um eine Low-Grade-Lagerstätte, die im Tagebau und im Auslaugungsverfahren betrieben werden soll. Weiterlesen

Niedrige Bewertung und hohe Cashreserven: Rechtsstreit hemmt Aktie von Norton Gold Fields

Hier wird Gold produziert: Paddington-Mine von Norton Gold Fields (Foto: Norton Gold Fields)Ein Unternehmen, das wir schon seit Monaten auf der engeren Beobachtungsliste haben, ist der australische Goldproduzent Norton Gold Fields. Diese Aktie beobachten wir schon lange und waren oft schon kurz davor, einzusteigen. Im Nachhinein war unsere abwartende Haltung gut, da die Aktie gerade in den letzten Wochen noch einmal deutlich zurückgekommen ist. Nun denken wir aber, dass es an der Zeit ist, eine erste kleinere Position für unser Wachstumsdepot zu kaufen. Norton Gold Fields zählt zu den mittelgroßen Goldproduzenten in Australien. Das Hauptprojekt, die Paddington-Goldmine, liegt dreißig Kilometer nördlich von Kalgoorlie und damit inmitten eines Gebiets mit vielen erfolgreich produzierenden Goldminen. Weiterlesen

Ende der Horror-Nachrichten? Commerzbank mit Ausbruch aus Abwärtstrend

Die Commerzbank erwartet spätestens 2011 wieder einen Gewinn (Foto: Markus Goetzke, Commerzbank AG)Die meisten Anleger erinnern sich wahrscheinlich noch an den Sinkflug der Commerzbank-Aktie im Jahr 2008 und 2009: Nach der Übernahme der Dresdner Bank sowie den Horrornachrichten bezüglich notwendiger Abschreibungen verlor die Aktie des zweitgrößten deutschen Finanzinstituts in der Spitze über 90 Prozent ihres Wertes. Damit dürfte klar sein, dass diese Aktie nichts für Anleger mit schwachen Nerven ist. Kaum eine Dax-Aktie hat in den letzten Monaten solch starke Kursausschläge verzeichnen müssen. Dennoch lohnt sich aktuell ein intensiver Blick auf das Frankfurter Unternehmen. Weiterlesen

Wer kauft Silber? Analyse des Silbermarkts – die Nachfrage

Trotz schwächerer Nachfrage aus Indien bleibt Silberschmuck weltweit beliebt (Quelle: Morguefile)In unserer Analyse von vergangener Woche zeigten wir bereits, wie groß das Angebot auf dem Silbermarkt ist. Heute möchten wir auf die Nachfrage eingehen. Den größten Posten machen hier industrielle Anwendungen aus, die fast fünfzig Prozent des angebotenen Silbers vom Markt nehmen. Ein weiterer großer Nachfrager ist die Fotobranche. Trotz der Revolution des Marktes durch Digitalkameras wird noch immer Silber verwendet, um Bilder auf besonders hochwertigem Papier auszudrucken. Die Sorge der Bullen, dass die Fotoindustrie eines Tages gar kein Silber mehr benötigen würde, ist daher unbegründet. Es gibt zwar Rückgänge, aber die nachgefragte Menge ist noch immer recht hoch. Weiterlesen

Bestätigt der IT-Dienstleister die guten Zahlen? Cancom sieht charttechnisch gut aus

Cancom-Zentrale im schwäbischen Scheppach (Quelle: Cancom AG)Nachdem die Aktie der Cancom IT-Systeme zuletzt in einer Wimpelformation verharrte, wagte das Papier am vergangenen Freitag einen kleinen Ausbruch über den bisherigen hartnäckigen Widerstandsbereich bei 3,10 Euro. Das Unternehmen ist das drittgrößte herstellerunabhängige Systemhaus Deutschlands und mit einem Umsatz in 2008 von knapp 350 Millionen Euro keine kleine zu vernachlässigende Gesellschaft: Etwa 1800 Mitarbeiter des Systemhauses waren im vergangenen Jahr an über dreißig Standorten in Deutschland, Österreich und Großbritannien für Cancom tätig. Weiterlesen