Hohe Chancen, aber auch Vorsicht vor „Risiken und Nebenwirkungen“: Worauf Sie bei Investments in Rohstoffe und Explorer unbedingt achten müssen!


Zwanzig Jahre fallende Rohstoffpreise – von 1980 bis 2000 – hatten die Schließung vieler Minen wegen Unrentabilität zur Folge. Damit kam es zu Beginn des neuen Jahrtausends zu einer Angebotsverknappung bei gleichzeitiger Investitionsflaute. In dieser Zeit verdoppelte sich aber die Weltbevölkerung und die Globalisierung brachte in vielen Emerging Markets eine neue Mittelschicht hervor. Diese neuen Konsumenten in Indien, China, Russland, Südamerika und weiten Teilen Asiens, die den Großteil der Weltbevölkerung darstellen, brauchen, um auch nur annähernd den Lebensstandard der „G8“ zu erreichen, vor allem eines: Rohstoffe! Eine historisch einmalige Konstellation! Eine Konstellation, die Rohstoffe in einen Bullenmarkt einmünden lassen, der noch lange anhalten sollte. Rohstoffhaussen dauerten in der Vergangenheit im Schnitt 17 Jahre. Ein Zeitraum, in dem umsichtige Investoren ein Vermögen verdienen können! Doch wo und wie erzielt man die größten Gewinne?

Zunächst sind Direktinvestments in Rohstoffe interessant. Diese können bei Edelmetallen wie Silber, Gold oder Platin in physischer Form, also Barren und Münzen erfolgen oder per spekulativer Optionsscheine, sowie einer Vielzahl an Zertifikaten (spekulativer und/oder konservativer Art). Bei Soft-Rohstoffen wie unseren Favoriten Zucker, Mais, Kakao und Kaffee bieten sich meist Zertifikate mit oder ohne Hebelwirkung an. Bei fast allen Zertifikaten gibt es inzwischen auch die Unterscheidung, ob man mit oder ohne Währungsabsicherung investieren will. Da fast alle Rohstoffe in USD gehandelt werden, bietet sich dies in Einzelfällen an.

Basisinvestments im Aktienbereich sind große bereits produzierende Bergbaukonzerne wie z.B. Rio Tinto (WKN 855018) oder BHP Billiton (WKN 863578). Hier winken in einem Rohstoff-Bullenmarkt meist ordentliche Dividenden und Kursgewinne.

Die zweite Klasse sind Gesellschaften mittlerer Größe, die mindestens eine oder wenige produzierende Minen oder ein Projekt haben, das wenigstens eine Machbarkeitsstudie abgeschlossen hat. Hier eine Sicherheit durch bereits bestehende Werte. Eine signifikante Wertsteigerung kann sich durch Entwicklung neuer, am besten größerer Projekte als bisher ergeben. Beispiel dafür: First Majestic Silver.

Die dritte Investitionsmöglichkeit ist die spekulativste und bei Erfolgen die mit Abstand lukrativste Investitionsmöglichkeit: kleine Junior-Firmen, die bislang nur Exploration betreiben!

Diese sind mit höheren Risiken behaftet, versprechen aber im Erfolgsfall der Entdeckung einer Lagerstätte eine Vervielfachung des Kapitaleinsatzes. Warum ist dies so? Explorer starten meist mit sehr niedrigen Börsenbewertungen. Bereits zu Beginn sollte man darauf achten, dass das Verhältnis zwischen Börsenbewertung und Ressourcen in einem günstigen Verhältnis steht.

So hatte beispielsweise Blue Pearl Mining im letzten Februar einen Börsenwert von knapp 50 Mio. CAD, der einem Molywert in der Davidson-Liegenschaft von knapp 10 Milliarden gegenüber stand. In einem frühen Stadium sollte der Börsenwert nicht mehr als 5 % der Ressourcen betragen. Diese grobe Richtgröße kann jedoch auch von Rohstoff zu Rohstoff und von Lagerstätte zu Lagerstätte (Tagebau oder Untertage) variieren. Zunächst stieg der Blue Pearl-Kurs von 2 auf 2,80 Euro, um sich trotz unvermindert guter Aussichten anschließend im Mai-Crash auf 1,25 Euro mehr als zu halbieren. Erst danach wurden immer mehr Investoren auf Blue Pearl aufmerksam und heute gehört die Aktie (nun Thompson Creek Metals) mit einem Kurs von 18 CAD und einem Börsenwert von fast zwei Milliarden zu den Mining-Blue Chips in Kanada. Anleger konnten in dieser kurzen Zeit (18 Monate sind bei einem Explorationsinvestment sehr kurz, das sollten Sie wissen!) ihren Einsatz vervielfachen. Ähnliche Beispiele (auch aus unserem Börsenbrief) findet man immer wieder.

Halten wir fest: Aufgrund der geringen Größe und des großen Hebels, mit möglichen Gewinnen von weit über 1.000 Prozent, stellen Explorer, die bisher nur nach neuen Vorkommen suchen, die größte Gewinnmöglichkeit dar!

Doch worauf sollte man bei der Suche nach den richtigen, den Erfolg versprechenden Gesellschaften achten?

Wir stellen folgende Fragen:

  1. Hat das Unternehmen mindestens ein aussichtsreiches Projekt, dessen bisherige Bohrergebnisse die Existenz eines ökonomisch abbaubaren Vorkommens (Lagerstätte) vermuten lassen? Das Ziel jedes Explorers muss sein, eine ökonomisch abbaubare Lagerstätte zu finden. Nur wenn dies eintrifft, kann und wird sich der Aktienkurs nach oben entwickeln. Bei Scheitern der Exploration droht stets ein hoher Verlust. Man muss sich immer im Klaren sein: den extremen Kurschancen stehen auch dementsprechende Risiken gegenüber!
  2. Besitzt das Unternehmen ein Management, das sich mehrheitlich aus Profis der internationalen Bergbauindustrie zusammensetzt, aber auch den Finanz- und Börsenbereich durch fähige Manager abdeckt? Merke: Lieber ein durchschnittliches Projekt mit einem fähigen Management, als ein gutes Projekt mit einem unfähigen Management. (Wir suchen stets die Kombination „Gutes Management mit gutem Projekt“)
  3. Ist die Anzahl der ausgegebenen Aktien und die Marktkapitalisierung noch gering? Die Firma darf auf keinen Fall schon im Frühstadium überbewertet sein! Das Verhältnis von Börsenwert zum Wert der Ressourcen muss passen, sonst kann es mitunter zu heftigen Turbulenzen beim Aktienkurs kommen!
  4. Besitzt die Gesellschaft genug Geld, um weiter nach Rohstoffen suchen (explorieren) zu können oder braucht man bald wieder eine Finanzspritze in Form von Kapitalerhöhungen / Private Placements? Trifft letzteres zu, dann ist darauf zu achten, welche Investoren bereit sind, bei einem Explorer einzusteigen. Es gibt hervorragende Frühphasen-Investoren, die Gesellschaften langfristig begleiten. Auf diese achten wir besonders.
  5. Wie ist die Aktionärsstruktur? Es gibt viele Gesellschaften, die haben zwar ein gutes Projekt und ein gutes Management, aber eine schlechte Aktionärsstruktur. Viele Venture-Cap-Investoren, die Explorer in der Frühphase finanzieren, verkaufen Ihre Aktien wieder, wenn sich der Kurs beispielsweise verdoppelt hat. Und das auch dann, wenn das Potenzial für weitere 100, 200 oder 500 Prozent vorhanden ist. Das ist einfach die „Philosophie“ einiger Investoren. Hat man es dagegen mit nachweislich guten Finanzinvestoren zu tun, die mit einer Gesellschaft auch durch „Dick und Dünn“ gehen, bis das Potenzial komplett ausgereizt ist, dann fällt auch die Aktienkursentwicklung entsprechend nachhaltiger aus. Wir achten daher darauf, dass die Aktionärsstruktur möglichst gut mit langfristigen Value-Investoren bestückt ist, die einen bisher vom Markt nicht erkannten Wert einer Gesellschaft mit Ihrem Investment auf die Zeit heben wollen.
  6. Ist die Gesellschaft erfolgreich am Markt, ohne in zwei- bis vierwöchigem Abstand „Pseudo“-Presse- Mitteilungen machen zu müssen, die gezielt an bestimmten Aufschlüssen genommene Proben mit hohen Gehalten zum Inhalt haben, oder alte (gute) Daten aufkochen?
  7. Wird die Firma von weiteren unabhängigen Analysten begleitet und betreibt man aktives Marketing durch Teilnahme an den wichtigen Messen? Jedoch sollte man hier Vorsicht walten lassen: Hoch gelobte Firmen, die zu viel für Promotion und zu wenig für Bohrungen ausgeben, müssen ihre Bewertung langfristig über die Qualität des Projekt-Portfolios widerspiegeln, sonst kann es schnell zu einer Kurskorrektur kommen.

Alle diese Fragen stellen wir uns bei der Suche nach aussichtseichen Gesellschaften. Zu den einzelnen Liegenschaften und Projekten einer Gesellschaft sollte man sich ebenfalls einige Fragen stellen:

  • Hat das Projekt reales Potenzial oder werden nur Hochglanzbroschüren gedruckt, um Investoren etwas vorzumachen? Lesen Sie genau! Es kommt vor, dass sich die Zahlen auf erfolgreiche Projekte aus der Region beziehen, um das Potenzial auf dem eigenen Gebiet hervorzuheben, auf dem bisweilen noch nicht einmal ein Stein umgedreht wurde.
  • Bei Firmen, die in Kanada an der Venture oder TSE gelistet sind, sollte man fragen: Sind die vorgelegten Ergebnisse zu Ressourcen und Reserven durch einen so genannten NI 43-101-Bericht eines unabhängigen Gutachters bestätigt?
  • Liegt das Projektgebiet in einem Land, welches politische Risken birgt? Gibt es weitere Risiken, wie mögliche Umweltprobleme, Probleme mit Einheimischen, Widerstände aus der Bevölkerung oder gar archäologische Bedenken?
  • Ist Infrastruktur vorhanden oder nicht? Top-Projekte können scheitern, wenn keine Infrastruktur vorhanden ist oder erst extrem teuer installiert werden muss.
  • Gibt es größere Altaktionäre oder Teilhaber, welche die Gesellschaft bis zur Produktion mitfinanzieren muss, ohne dass diese sich ebenfalls zum Projekt bekennen?
  • Hat das Projekt metallurgische Probleme? Projekte, die auf dem Papier gut aussehen, sind manchmal nicht durchführbar, weil das Wertmineral unzureichend abgetrennt werden kann. Stimmen also die Parameter um das Projekt inklusive Management und die Aktienstruktur und auch noch die Firmenbewertung, so hängt der Erfolg zu guter Letzt wesentlich von der Einschätzung der technischen Qualität des Projektes ab. (Aus diesem Grund lassen wir auch jedes Projekt der von uns vorgestellten Gesellschaften von einem Geologen nochmals beurteilen)
  • Die größte Aktienkurssteigerung des Wertes eines Junior-Explorers tritt dann ein, wenn ein Frühphasen-Projekt („Grass Roots“) durch erfolgreiche Bohrungen auf eine potenziell wirtschaftliche Basis gestellt wird. Geht eine Gesellschaft in Produktion sind meist schon mehrere 100 oder gar 1.000 Prozent Kurssteigerung erzielt worden. Hohes Risiko belohnt die Börse hier auch mit Extremgewinnen!
  • Gibt es bereits Machbarkeitsstudien? Bei erreichen der Machbarkeitsstudie kann dann schon grob 15 – 25 Prozent des Reservenwertes auf die Firmenbewertung angesetzt werden. Rechenbeispiel: Eine Lagerstätte besitzt nach Machbarkeitsstudie abbaubare Metalle oder Öl im Wert von 500 Millionen Euro. Davon werden 100-120 Millionen Euro als Firmenbewertung angesetzt, die sich auch in der Marktkapitalisierung widerspiegelt.

Unsere Musterdepotwerte wurden im Fundamental-Check all diesen Prüfungen und Fragen unterworfen. Zudem kennen wir bei allen Aktiengesellschaften die Vorstände persönlich und stehen mit diesen auch nach unseren Empfehlungen weiter in Kontakt. Die derzeit einmalige Konstellation, dass viele unsere Werte in den Strudel der Verunsicherung mit nach unten gerissen wurden, eröffnet für weitsichtige Investoren hervorragende Kaufgelegenheiten!


2 Gedanken zu „Hohe Chancen, aber auch Vorsicht vor „Risiken und Nebenwirkungen“: Worauf Sie bei Investments in Rohstoffe und Explorer unbedingt achten müssen!

  1. Dirkchen

    Richtig schöne und auch langer Bericht. Da sieht man mal worauf es ankommt bei Explorern. Ich finde es toll dass es hier einen so detillierten EInblick in die Raketen gibt. Bisher werden die ja manchmal in einen Topf mit Frick geschmissen. Blue Pearl Mining oder Forsys sprechen aber schon ne andere Sprache. Der Text macht auch nen andren Eindruck… vielleicht führt der ganze Stress ja dazu dass die Anleger sich klünftig über 100% in 2 Jahren freuen und nicht mehr 20% in 10 Minuten erwarten….mit anschließendem Absturz um 90%…

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  2. Radsportler

    Ich glaube auch, dass die rohstoffraketen.de aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und aktuell und in Zukunft nur Aktien mit Fundament (bestätigte Resourcen, genügend Cash für eine ernsthafte Exploration, Managment-Erfahrung….) empfehlen/empfehlen werden. Schließlich geht es darum, den jetzigen guten Ruf zu wahren.

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