Ende der Horror-Nachrichten? Commerzbank mit Ausbruch aus Abwärtstrend


Die Commerzbank erwartet spätestens 2011 wieder einen Gewinn (Foto: Markus Goetzke, Commerzbank AG)Die meisten Anleger erinnern sich wahrscheinlich noch an den Sinkflug der Commerzbank-Aktie im Jahr 2008 und 2009: Nach der Übernahme der Dresdner Bank sowie den Horrornachrichten bezüglich notwendiger Abschreibungen verlor die Aktie des zweitgrößten deutschen Finanzinstituts in der Spitze über 90 Prozent ihres Wertes. Damit dürfte klar sein, dass diese Aktie nichts für Anleger mit schwachen Nerven ist. Kaum eine Dax-Aktie hat in den letzten Monaten solch starke Kursausschläge verzeichnen müssen. Dennoch lohnt sich aktuell ein intensiver Blick auf das Frankfurter Unternehmen.

Hintergrund ist unter anderem der, dass mittlerweile ein Großteil der negativen Nachrichten im Kurs des Wertpapiers enthalten sein dürfte. Allen Beteiligten ist klar, dass der Kauf der Dresdner Bank nicht nur zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt kam, sondern, dass auch der Kaufpreis aus heutiger Sicht zu hoch erscheint. Neben der kostspieligen Integration der Dresdner Bank belastet auch die Immobilientochter Eurohypo weiterhin das Ergebnis der Muttergesellschaft. Des Weiteren rechnet das auf den Mittelstand spezialisierte Institut mit Kreditausfällen von rund vier Milliarden Euro aufgrund der momentanen Wirtschaftsflaute.

Erhöhte Eigenkapitalanforderungen belasten nicht

Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt, und diese sieht nicht mehr ganz so düster aus. Die Commerzbank erwartet spätestens im Jahr 2011 wieder einen Gewinn auf der Konzernebene. Bei sehr guten Marktbedingungen könne nach Angaben eines Unternehmenssprechers bereits im Geschäftsjahr 2010 wieder ein kleiner Gewinn erzielt werden.

Ein anderer Unsicherheitsfaktor war in der Vergangenheit zudem stets die von den Regierungen geforderten Eigenkapital- und Risikovorsorgeanforderungen im Rahmen von Basel III. Nach aktuellen Einschätzungen von Experten dürften diese aber zu bewerkstelligen sein, einen belastenden Einfluss auf die Kapitalausstattung der Commerzbank dürfte es demnach nicht geben.

Charttechnik springt auf grün – Commerzbank mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis

Anlagechance Commerzbank: Kurse um 9 Euro auf Jahressicht nicht unrealistischNeben den sich aufhellenden Fundamentaldaten lohnt sich vor allem aber auch ein Blick auf die Charttechnik. Der Abwärtstrend (September bis Dezember 2009) wurde Anfang Januar durch einen starken Anstieg der Aktie gebrochen. Direkt im Anschluss wurde auch der charttechnische Widerstand bei 6,45 Euro nach oben hin überwunden, was als starkes Signal gewertet werden kann. Erst im Bereich um 7 Euro stoppte der schnelle Anstieg, der Aktienkurs konsolidierte anschließend und notiert aktuell auf dem Niveau bei rund 6,50 Euro.

Nach dem Verlassen des Abwärtstrends sind zukünftige Kursgewinne wahrscheinlich, sogar die Marke von 9 Euro halte ich auf Jahressicht nicht für unrealistisch. Sollte sich jedoch entgegen den Erwartungen das Umfeld für die Commerzbank wieder deutlich verschlechtern, so sollten Anleger das Investment mit einem Stop-Loss bei 6 Euro absichern. Ein Fall unter 6 Euro würde ein erneutes Abrutschen in den Abwärtskanal bedeuten. Mit diesem Stop-Loss steht einem Risiko von 0,50 Euro jedoch eine deutlich größere Chance gegenüber – eine attraktive, spekulative Tradingposition.


Aktien-Info

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Die Aktien-Informationen und Marktdaten stammen von finanznachrichten.de.
Januar 13, 2010

Ein Gedanke zu „Ende der Horror-Nachrichten? Commerzbank mit Ausbruch aus Abwärtstrend

  1. D. I. Vergent

    Sehr geehrter Herr Raschkowski,

    der wirklich massive Anstieg sthet erst jetzt bevor … Ihnen ganz persönlich möchte ich daher gerne mein Buch benennen, welches unter dem Titel „RePrivatisierung der Commerzbank nach der Finanzkrise“ (ISBN 978-3-8391-9852-0) erschienen ist. Es ging erst am 02.11.2010 in Druck und müsste inzwischen für 5,90 € überall im Buchhandel verfügbar sein.

    Ich behandle darin 1.) die Reprivatisierung der 25%igen Staatsbeteiligung an der Commerzbank über eine Stiftung (Vervierfachung des öffentlichen Nutzens) und 2.) die Rückzahlung eines Großteils der Stillen Einlage des SoFFin bereits zum 01.01.2011 mit Fremdkapital. Die Bankenlandschaft wird dadurch einige Impulse erhalten, etwa wie folgt:

    Mit einer ganz erheblichen Rückzahlung der Stillen Einlage des SoFFin in Höhe von 10 Mrd. Euro zum 01.01.2011 in Form von FREMDKAPITAL sinkt die Tier-1-Quote der CoBank zwar auf 7,7% ab (Stand der risikotragenden Aktiva per 30.09.2010), jedoch wird dadurch der Aktienkurs in ungeahnte Höhen steigen, da die Zinslasten drastisch sinken und die Dividendenfähigkeit unmittelbar wiederhergestellt wird. Zusammen mit dem Rückenwind aus guten Q1-Zahlen und fortschreitenden Synergien aus der Fusion lässt sich zum 01.05.2011 ganz wunderbar eine Kapitalerhöhung mittels Wandelobligation bzw. Optionsanleihe bekanntgeben, die zu den Ausübungsterminen 12,-, 14,-, 16,- bzw. 18,- Euro pro Aktie in die Eigenkapital-Kasse spült. Die Zeit gebietet Eile, denn sind erst Basel III und die FSB-Regularien in Kraft, ist ein derartiger Befreiungsschlag nicht mehr möglich. Außerdem hat die Commerzbank per 01.01.2011 erstmals überhaupt Interesse, die Stille Einlage zu tilgen, da die Zinslosigkeit in 2011 nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Das Interesse der CoBank kippt also von „so lange wie möglich zinslos“ in „so schnell wie möglich zurückzahlen“. Liquidität ist genug vorhanden. Die Zinsvermeidung für 2010 mittels Eurohypo-Abschreibung habe ich auf S. 10 bzw. 20 bereits als milliardenschweren Volltreffer gelandet …

    Wenn die Bundesregierung ebenfalls zum 01.01.2011 das 25%ige Aktienpaket an eine (noch zu gründende) gemeinnützige Stiftung übereignet (gegen 6,30 Euro pro Stück natürlich), und damit mit gleicher Valuta zusätzlich 1,861 Mrd. Euro erhält, hat auch das ein überraschend schnelles und glückliches Ende gefunden. Und die Gesellschaft erhält nicht nur 25% Abgeltungssteuer aus der Dividende dieser Aktien, sondern wegen der Steuerfreiheit der Stiftung und der gemeinnützigen Verwendung der Gelder sogar 100%. Und die Sperrminorität bleibt auf immer gesichert …

    Der Effekt aus beidem ist die Befreiung von EU-Auflagen, wie z. B. der Gehälterdeckelung, die für den Vorstand nach schmerzvoller Zeit endlich enden wird und für die 35 millionenverdienenden Top-Manager der zweiten Reihe gar nicht erst wirksam werden dürfte.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn das Buch Ihr Interesse finden würde. Gerne können Sie es weiterempfehlen. Zitate jederzeit, aber bitte mit Quellenangabe! Über ein kurzes Feedback Ihrerseits wäre ich ebenfalls sehr glücklich.
    Herzlichen Dank bereits im Voraus!

    Mit freundlichen Grüßen
    D. I. Vergent

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