DAX im historischen Vergleich: Größere Korrektur oder günstige Einstiegschance?


Welche Richtung schlägt der Dax ein?Die vergangenen vierzehn Tage haben die Börsen kräftig durchgeschüttelt, womit die entscheidende Frage jetzt lautet: Ist die Schwächephase der Beginn zu einer größeren Korrektur oder bietet der Rücksetzer eine günstige Einstiegsgelegenheit, bevor die Aufwärtstrends wieder an Fahrt aufnehmen? Für beide Möglichkeiten lassen sich ebenso zahlreiche wie schlüssige Argumente finden. Doch wie so oft, sehen Perma-Bären häufig nur negative Argumente, während die Dauer-Bullen den Schwerpunkt ihrer Argumentation naturgemäß auf die positiven Nachrichten stützen. Ein Rückblick in die Vergangenheit bietet da schon eher eine objektivere Vergleichbarkeit und zeigt, dass rein formal die Bären auf dem Vormarsch sind.

Im Januar 2010 verlor der DAX unter dem Strich 349 Zähler beziehungsweise 5,85 Prozent. Damit geht der diesjährige Jahresauftakt als sechstschlechtester seit 1959 – soweit lässt sich der DAX zurückberechnen – in die Geschichte ein. Schwächer waren nur noch die Jahre 1970 (-6,46 Prozent) sowie die Crashjahre 1987 (-9,62 Prozent)/1988 (-6,44 Prozent) und 2008 (-15,07 Prozent) beziehungsweise 2009 (-9,81 Prozent). Doch eine reine Rückschau nutzt Anlegern recht wenig, viel interessanter ist in diesem Zusammenhang die Fragestellung, wie sich die Börsen anschließend entwickelt haben.

Statistik spricht für schwachen Februar

Im Jahr 1988 bildete die schwache Januarperformance den Auftakt zu einer fulminanten Rally, denn alleine im Februar gewann der Index damals 15,39 Prozent. In allen anderen Jahren mit einem größeren Januar-Verlust als in diesem Jahr (1970, 1987, 2008 und 2009) verlor der DAX anschließend auch im Februar weiter an Wert. Der durchschnittliche Februar-Verlust betrug dabei weitere 4,95 Prozent. Aufs Jahr gesehen verpufft dieser Effekt allerdings. Denn während in drei Jahren der Jahresschluss unter dem Januar-Schlusskurs lag, kam es in zwei Jahren (1988 und 2009) bis zum Jahreswechsel zu kräftigen Rallys.

Das heißt: Rein statistisch liegt die Wahrscheinlichkeit für einen schwächeren Februar bei 80 Prozent, wenn die Vergangenheit zugrunde gelegt wird. In der Betrachtung des gesamten Jahres verringert sich diese Wahrscheinlichkeit auf 60 Prozent und liegt damit im statistisch irrelevanten Bereich. Natürlich sollten solche Wahrscheinlichkeiten niemals die alleinige Entscheidungsgrundlage sein, doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass Anleger nach kräftigen Januar-Einbrüchen im Februar eher nach Put-Chancen Ausschau halten sollten, als nach Einstiegsmöglichkeiten für Hausse-Derivate.


Februar 3, 2010

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