Die richtige Depotstruktur: Auf was Sie unbedingt achten sollten!


RohstoffraketenUns erreichen immer wieder Mails von Lesern, die uns schreiben, dass ihr Depot tiefrot ist und durch den Kursrutsch der vergangenen Wochen und Monate ruiniert ist. Zunächst einmal: Wenn alle Märkte fallen, dann nützt die beste Struktur in einem Aktiendepot nichts. Denn meist fallen in einem Bärenmarkt zunächst die kleinen Nebenwerte. Wenn dann die Anleger in die sicheren Blue Chips geflüchtet sind, bekommen die auch noch mit Verzögerung auf die Mütze. Eben das, was wir in den letzten Monaten live erleben durften.

Wir möchten Ihnen heute einmal zeigen, wie wir unsere Depots strukturiert haben und uns in solchen Extremsituationen wie in den letzten Wochen erlebt, verhalten.

Um es vorweg zu nehmen: Dies ist kein Allheilmittel und soll auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Es gibt an der Börse etliche Strategien, um erfolgreich zu sein. Die Arbeit, diese Strategie zu entwickeln und Ihren eigenen, erfolgreichen Anlagestil – ja, eine eigene Anlagephilosophie – zu entwickeln, kann ihnen niemand abnehmen. Kein Bankberater, kein Börsenbrief und kein Lehrbuch! Sie können sich zwar überall Anregungen holen, aber alles in eine eigene Anlagestrategie umsetzen, die auch Stürmen stand hält – das müssen SIE SELBST tun!

Oberstes Gebot für UNS: Ein Depot sollte so aufgebaut sein, dass sich konservative Investments, welche das Depot in ruhigem Fahrwasser halten und spekulative Investments, welche die Performance aufpeppen können, in jeweiligen Marktphasen optimal ergänzen.

In einem Mega-Bullenmarkt kann der spekulative Anteil aufgestockt werden, in einem Bärenmarkt à la 2001-2003 kann er auch auf Null reduziert werden.

Der Anteil an Rohstofftiteln in einem Depot kann aktuell (unserer Meinung nach) circa 35-40 % betragen, wobei davon circa die Hälfte bis 2/3 aus Blue Chips bestehen sollte (Rio Tinto, BHP, CVRD, Xstrata, Goldcorp, Gold Bugs Index-Zertifikat etc, hier kann man die Gewichtung untereinander je nach Marktlage variieren, derzeit gewichten wir Goldtitel höher als die Bergbaufirmen). Der Rest sollte den Explorationsdepotanteil darstellen. 5-10% des Gesamtvermögens (wir kennen Systemskeptiker, die bereits 30% ihres Vermögens in Gold und Silber halten, welches nicht in den Depotanteil gerechnet wurde) können in physischem Gold und Silber (je zur Hälfte) gehalten werden. Dies ist dann nicht nur ihre „Unfallversicherung“ für den Kollaps des Finanzsystems oder von Währungen, sondern auch Ihr Anteil, den Sie bei Gewinnen völlig steuerfrei in Zukunft legal am Finanzamt vorbeischleusen! Denn Goldgewinne unterliegen auch ab 2009 keiner Abgeltungssteuer. Aber bitte nicht an Herrn Steinbrück weiterleiten, sonst wird man sich im Finanzministerium da auch noch was einfallen lassen (obwohl es mit dem Goldverbot im Ernstfall wohl schwer werden dürfte).

Nun werden manche sagen, dass sie nicht so viel Geld haben, um so breit auf viele Titel zu streuen (wir haben circa 35-40 Rohstofftitel im Depot!). Das ist dann in der Tat ein Problem und gefährlich. Denn wenn Sie alles auf eine Karte setzen – noch dazu bei ohnehin spekulativen Explorern – dann kann es in der Tat unangenehm werden! Aber wir können nicht mehr tun, als Ihnen immer nur alle paar Monate diese Tipps zu geben. Denn das Spektrum unserer Abonnenten geht vom Vermögensverwalter mit zig Millionen Volumen, über Handelstische von Brokern, die den schnellen Gewinn im Arbitragehandel suchen, über langfristig interessierte Investoren, bis zu Privatanlegern mit Depotvolumen zwischen wenigen tausend bis zu über 20 Millionen Euro! Es ist daher völlig unmöglich, diese verschiedenen Interessen, Depotvolumen, Strategien etc. unter einen Hut zu bringen. Das dürfte jedem einleuchten.

Explorationswerte: Hohe Performanceerwartung trifft auf Ungeduld

Bei einem 10.000 Euro-Depot würden wir (wenn man hochspekulativ veranlagt ist) maximal 3.000 Euro in Explorationswerte stecken. Sinnvoll ist es jedoch, bei diesen kleinen Summen nur mit einem konservativen Index-Zertifikat auf den Gold Bugs Index mitzuspielen. Ein weiteres Problem sind in der aktuellen Phase zahlreiche Shortseller, die sich immer wieder Aktien aus Börsenbriefen aussuchen, um diese so weit zu attackieren, bis offensichtliche Stopp-Losses erreicht werden. Da in einer unsicheren Phase auch große Player im Explorationssektor (wie Sprott, Pinetree, RBC, BMO etc.) nicht in fallende Messer greifen, hat diese Spezies leichtes Spiel. Das traurige ist nur, dass diese Leerverkäufer nicht nur völlig überteuerte Explorationswerte nach unten prügeln, sondern keinen Qualitätsunterschied machen. Bis vor wenigen Monaten hätte uns diese Tatsache noch mächtig aufgeregt. Heute sehen wir dies weitgehend gelassen. Ärgerlich ist es lediglich für den Kleinanleger mit dem 10.000 Euro Depot, der diese Phasen mit zum Teil heftigen Verlusten eben nicht aussitzen kann.

Wenn wir 50 % in unserem Explorationsanteil verlieren, dann ist uns das (privat) völlig egal (Ob uns das jetzt jemand glaubt oder nicht) Wir wissen, dass es solche harten Phasen immer wieder geben wird. Klar freuen wir uns, wenn wir bei einer Blue Pearl bei 1,50 Euro noch einmal nachgekauft haben und die Aktie dann auf steuerfreie 15 Euro gestiegen ist. Klar ärgern wir uns, wenn wir Forsys bei 1, 3 und 5 Euro immer wieder gekauft haben und nur einen Teil wieder verkauft haben. Und anstatt dicke Gewinne zu realisieren, jetzt auf Verlusten sitzen. Klar ist es ärgerlich, dass anscheinend keine der Investmentbanken den Mumm hat, im Explorationssektor Gesellschaften wie Globex zu übernehmen und mit dem Vielfachen auszuschlachten. Aber da können wir eben auch nichts ändern. Der kurzfristige, Bonus-orientierte „Trading-Zeitgeist“ in den Investmentbanken steht der notwendigen Langlebigkeit von Explorationsinvestments (noch) entgegen. Es ist quasi unmöglich für einen Händler, der nur für seinen jährlichen Bonus handelt, eine Explorationsfirma über 3-4 oder gar 6 Jahre zu begleiten.


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von Orsus Consult GmbH aus dem Börsenbrief Rohstoffraketen vom 30. Januar 2008 übernommen.


Aktien-Info

GRENVILLE GOLD
WKN: A0KELU
ISIN: CA3977181070
XSTRATA PLC
WKN: 552834
ISIN: GB0031411001
CVRD PFD ADR
WKN: 907799
ISIN: US2044121000
BHP BILLITON PLC
WKN: 908101
ISIN: GB0000566504
Herkunft: Grossbritannien
Branche: Rohstoffe
Nachrichten:  BHP BILLITON PLC
RIO TINTO PLC
WKN: 852147
ISIN: GB0007188757
Herkunft: Grossbritannien
Branche: Rohstoffe
Nachrichten:  RIO TINTO PLC

Die Aktien-Informationen und Marktdaten stammen von finanznachrichten.de.
Februar 1, 2008

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