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	<title>Kommentare zu: Der Wochenausblick: Ver&#228;nderungen in den Indizes, Gesch&#228;ftszahlen und neuer Optimismus</title>
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	<description>Analysen. Anekdoten. Rezensionen.</description>
	<pubDate>Tue, 22 May 2012 19:00:55 +0000</pubDate>
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		<title>By: Sandro Valecchi</title>
		<link>http://aktien-blog.com/der-wochenausblick-veranderungen-in-den-indizes-geschaftszahlen-und-neuer-optimismus.html#comment-114227</link>
		<dc:creator>Sandro Valecchi</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 10:12:42 +0000</pubDate>
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		<description>Deutsche Lufthansa AG 2011: a state of spatial disorientation?

Die Deutsche Lufthansa AG muss den defizit&#228;ren Europaverkehr in den Griff bekommt, um sich und dem Konzern die Zukunfts- und Wettbewerbsf&#228;higkeit zu sichern. Lufthansa kappte bereits wegen der schwachen Passagierentwicklung im August 2011 und den unsicheren Wirtschaftsaussichten ihre Jahresprognose. Der Vorstand gehe f&#252;r 2011 nur noch von einem operativen Gewinn im oberen dreistelligen Millionen-Bereich aus, verlautbarte es aus dem Konzern. Die vom Konzern erwartete Steigerung gegen&#252;ber dem Vorjahreswert von 876 Millionen Euro d&#252;rfte aus derzeitiger Sicht nicht mehr realisierbar sein. Die Aktien der Deutschen Lufthansa AG geraten in Turbulenzen. Der Konzernleitung ist bewusst: nur Sparen wird bei weitem nicht reichen. Deshalb stellen sowohl Analysten wie Marktbeobachter die durchaus berechtigte Frage, wohin der Konzern Lufthansa AG steuert? Unwillk&#252;rlich denkt man zun&#228;chst an das Problem der sogenannten „R&#228;umlichen Desorientierung“ (spatial disorientation). Immerhin sind 15% - 17% aller t&#246;dlichen Flugunf&#228;lle auf R&#228;umliche Desorientierung (SD) zur&#252;ckzuf&#252;hren.

„Es ist die Pflicht eines Vorstands, sich neben den reinen Kosten auch alle anderen Szenarien, die m&#246;glich sind, anzuschauen", erkl&#228;rte k&#252;rzlich Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender, vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Ein Aussage, die allerdings viel  Raum f&#252;r Spekulationen l&#228;sst. Konzernweit verbuchte Lufthansa AG in 2010 mit ihren gut 117.000 Mitarbeitern bei einem Umsatz von 27,3 Mrd. Euro einen operativen Gewinn von 876 Mio. Euro.
Nun zu den  aktuellen Fakten:

•	Viele T&#246;chter, viele Probleme? Die Lufthansa Tochtergesellschaften German Wings, British Midland, Austrian uns Swiss f&#252;hrten in die Lufthansa Konzern Bilanzen gewisserma&#223;en die Farbe „rot“ ein, modisch zwar stets Très Chic - f&#252;r die Bilanzbuchhalter aber eine Zumutung und ein „No-Go!“ Spekulationen wies die LH AG zur&#252;ck, nach denen es Pl&#228;ne geben soll, die Billigflieger Germanwings mit British Midland (BMI) und der &#246;sterreichischen AUA zu einen neuen, gr&#246;&#223;eren Billiganbieter zu formen, um andere Low-Cost-Carrier wie Ryanair bzw. Easyjet auf Abstand zu halten. Weitere "rote" Jahre auf der Europastrecke wird der LH Konzern daher weder akzeptieren, geschweige denn wirtschaftlich durchhalten k&#246;nnen. Auf einen dreistelligen Millionenbetrag beziffern Branchenkenner die j&#228;hrlichen Verluste. Lufthansa sucht in Sachen Konzernumstrukturierung derweilen noch nach Orientierung: „Das kann auch gr&#246;&#223;ere Schritte bedeuten“, vermeldete der Vorstand.

•	Viele Mitarbeiter, viele Vorsorgeprobleme! Stichwort: Deferred Compensation. Das Oberlandesgericht Stuttgart (Beschluss v. 22.08.2011 – 2 UF 103/11) hatte aktuell in einem Musterprozess &#252;ber betriebliche Altersvorsorgeanspr&#252;che bei der  LH AG zu entscheiden gehabt.  In dem Prozess ging es nicht nur um das vom Amtsgericht ber&#252;cksichtigte Anrecht auf die LufthansaBetriebsrente mit einem Ausgleichswert von 19.680,27 Euro. Es ging zudem um mehrfache Anspr&#252;che aus betrieblicher Altersversorgung im Versorgungsausgleich. Durch den Ausgleich des Anrechts - Deferred Compensation - entsteht kein unverh&#228;ltnism&#228;&#223;iger Verwaltungsaufwand bei der Deutschen Lufthansa AG als Versorgungstr&#228;ger. Zudem hat diese sich selbst nicht gegen einen Ausgleich ausgesprochen, was im Rahmen der Ermessensentscheidung ebenfalls zu ber&#252;cksichtigen ist4. Da die Deutsche Lufthansa AG f&#252;r das Anrecht die externe Teilung beantragt hat, ersch&#246;pft sich der ihr entstehende Verwaltungsaufwand in der Auszahlung des Ausgleichswertes an die Zielversorgung und in der Erfassung und Ber&#252;cksichtigung des Versorgungsausgleichs im Versorgungskonto des Antragsgegners. Da die Deutsche Lufthansa AG bereits aufgrund der externen Teilung der LufthansaBetriebsrente zu deren Ausgleich durch Zahlung an denselben Zielversorgungstr&#228;ger verpflichtet ist, entsteht ihr durch den externen Ausgleich des zweiten Anrechts ersichtlich kein nennenswerter Verwaltungsaufwand. Dar&#252;ber hinaus ist das Entstehen einer Splitterversorgung auf Seiten der Antragstellerin ausgeschlossen, weil die Ausgleichsbetr&#228;ge f&#252;r die betrieblichen Anrechte im Wege der externen Teilung (ohne Abzug von Kosten) insgesamt an einen Zielversorgungstr&#228;ger zur Begr&#252;ndung eines Vertrages &#252;ber eine Basisversorgung &#252;berwiesen werden. „Lufthansa scheint auch die Orientierung bei der Altersvorsorge verloren zu haben“, konstatiert Analyst Sandro Valecchi: „Bei einer Entgeltumwandlung zur betrieblichen Altersversorgung (arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung, auch Deferred Compensation genannt) verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Gehalts zugunsten einer Altersvorsorgezusage. § 1 Abs. 1 Nr. 3 BetrAVG fordert, dass k&#252;nftig f&#228;llige Entgeltbestandteile in eine wertgleiche Zusage umgewandelt werden.“

•	Viele Piloten, viele W&#252;nsche:  Der Europ&#228;ische Gerichtshof (EuGH) kippte die bisherige tarifvertragliche Altersgrenze bei den Piloten der Lufthansa. Mit Urteil vom 13.9.2011, Az. C-447/09, hat der EuGH eine tarifvertragliche Altersgrenze als unwirksam angesehen, weil sie altersdiskriminierend sei. F&#252;r die betroffenen Piloten bedeutet dies: weiterfliegen bis 65 und f&#252;r Lufthansa hei&#223;t dies weiterzahlen.

•	Viele Kosten, wenige Konzepte: Infolge der Flugticketsteuer, die seit Anfang des Jahres erhobenen wird, stieg der operative Verlust bei Germanwings im ersten Halbjahr um fast 18 % auf 46 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um 10 % auf 293 Millionen Euro zulegte. Kleiner Trost: Germanwings produziert zu niedrigeren St&#252;ckkosten als Lufthansa. Stark belastet haben das Gesch&#228;ft des LH Konzerns auch die Atomkatastrophe in Japan und die Unruhen in Nordafrika. Der operative Gewinn liege noch bei 3 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war hingegen noch ein Verlust von 171 Millionen Euro angefallen, was seine Ursachen unter anderem in der Vulkan-Aschewolke hatte, die damals die den Flugverkehr tagelang l&#228;hmte, zudem streikten auch noch die Piloten. Der Konzernumsatz zog in der ersten Jahresh&#228;lfte um 11 % auf 14,1 Mrd. Euro an und insgesamt stieg die Zahl der Flugg&#228;ste um 10 % auf 50,2 Millionen. Japan, Libyen, Aschewolke, Kerosin-Kosten treffen allerdings nicht nur die Lufthansa AG.

Der Wettbewerbsdruck besteht vor allem im Verh&#228;ltnis zu den international agierenden Low-Cost-Carriern. Kostendruck entsteht infolge weiterer Belastungen, etwa aufgrund Regierungsauflagen, Steuern und Geb&#252;hren sowie der unterschiedlichen Verkehrsrechte zwischen den einzelnen Staaten. Wenn weitere unvorhergesehene Ereignisse hinzukommen, wie beispielsweise Flugverbote wegen einer Vulkan-Aschewolke im Mai 2001, erh&#246;ht sich der Kostendruck. Hinzu kommt noch, dass ab 2012 alle Fl&#252;ge, die von Flugh&#228;fen innerhalb der EU starten oder auf Flugh&#228;fen in der EU landen, dem EU ETS unterliegen. Dies bedeutet, dass die CO2-Emissionen dieser Fl&#252;ge bis 2020 um mindestens 20% ihres Niveaus von 1990 reduziert werden m&#252;ssen.

Margin Call – die monet&#228;re Nachschusspflicht: Auf der Kurzstrecke dr&#252;ckt der massive Wettbewerb mit Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet die Margen. Die haben sich auf die Kurzstrecke konzentriert, fliegen von Punkt zu Punkt. Die Flugzeuge sind st&#228;ndig in der Luft und verdienen Geld. Ein solches Modell ist f&#252;r die Lufthansa-Kernmarke nicht m&#246;glich, da hier die Kurzstrecke als Zubringer f&#252;r die Langstrecke genutzt wird, die Flugzeuge deshalb l&#228;nger am Boden sind. Kosteneinsparungen allein reichen nicht. Zwar wurden alle 50-sitzigen Flugzeuge ausgemustert und gegen gr&#246;&#223;ere Maschinen ausgetauscht, die pro Passagier geringere Kosten verursachen. So konnten die St&#252;ckkosten im Europaverkehr beispielsweise im Jahr 2010 um 14 % gesenkt werden. Analysten und Bilanzbuchhalter wissen hingegen, dass mindestens das doppelte Einsparvolumen generiert werden muss, um wieder im Europaverkehr profitabel zu sein. Auch besondere Faktoren, wie etwa das Nachtflug- und Ladeverbot auf Verkehrsflugh&#228;fen wie Frankfurt Rhein-Main, k&#246;nnen den Kostendruck auf die LH zunehmend weiter erh&#246;hen. 

„Die richtige Managementstrategie wird f&#252;r den Lufthansa Konzern jetzt dar&#252;ber entscheiden, wie zukunftsf&#228;hig die LH AG aufgestellt wird, um die kommenden Turbulenzen in der heutigen, schwierigen Marktlage weltweit zu meistern“, fasst Analyst Sandro Valecchi die Lage bei der LH AG zusammen. 

V.i.S.d.R.
Sandro Valecchi, Analyst, 10555 Berlin</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Deutsche Lufthansa AG 2011: a state of spatial disorientation?</p>
<p>Die Deutsche Lufthansa AG muss den defizit&#228;ren Europaverkehr in den Griff bekommt, um sich und dem Konzern die Zukunfts- und Wettbewerbsf&#228;higkeit zu sichern. Lufthansa kappte bereits wegen der schwachen Passagierentwicklung im August 2011 und den unsicheren Wirtschaftsaussichten ihre Jahresprognose. Der Vorstand gehe f&#252;r 2011 nur noch von einem operativen Gewinn im oberen dreistelligen Millionen-Bereich aus, verlautbarte es aus dem Konzern. Die vom Konzern erwartete Steigerung gegen&#252;ber dem Vorjahreswert von 876 Millionen Euro d&#252;rfte aus derzeitiger Sicht nicht mehr realisierbar sein. Die Aktien der Deutschen Lufthansa AG geraten in Turbulenzen. Der Konzernleitung ist bewusst: nur Sparen wird bei weitem nicht reichen. Deshalb stellen sowohl Analysten wie Marktbeobachter die durchaus berechtigte Frage, wohin der Konzern Lufthansa AG steuert? Unwillk&#252;rlich denkt man zun&#228;chst an das Problem der sogenannten „R&#228;umlichen Desorientierung“ (spatial disorientation). Immerhin sind 15% - 17% aller t&#246;dlichen Flugunf&#228;lle auf R&#228;umliche Desorientierung (SD) zur&#252;ckzuf&#252;hren.</p>
<p>„Es ist die Pflicht eines Vorstands, sich neben den reinen Kosten auch alle anderen Szenarien, die m&#246;glich sind, anzuschauen&#8221;, erkl&#228;rte k&#252;rzlich Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender, vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Ein Aussage, die allerdings viel  Raum f&#252;r Spekulationen l&#228;sst. Konzernweit verbuchte Lufthansa AG in 2010 mit ihren gut 117.000 Mitarbeitern bei einem Umsatz von 27,3 Mrd. Euro einen operativen Gewinn von 876 Mio. Euro.<br />
Nun zu den  aktuellen Fakten:</p>
<p>•	Viele T&#246;chter, viele Probleme? Die Lufthansa Tochtergesellschaften German Wings, British Midland, Austrian uns Swiss f&#252;hrten in die Lufthansa Konzern Bilanzen gewisserma&#223;en die Farbe „rot“ ein, modisch zwar stets Très Chic - f&#252;r die Bilanzbuchhalter aber eine Zumutung und ein „No-Go!“ Spekulationen wies die LH AG zur&#252;ck, nach denen es Pl&#228;ne geben soll, die Billigflieger Germanwings mit British Midland (BMI) und der &#246;sterreichischen AUA zu einen neuen, gr&#246;&#223;eren Billiganbieter zu formen, um andere Low-Cost-Carrier wie Ryanair bzw. Easyjet auf Abstand zu halten. Weitere &#8220;rote&#8221; Jahre auf der Europastrecke wird der LH Konzern daher weder akzeptieren, geschweige denn wirtschaftlich durchhalten k&#246;nnen. Auf einen dreistelligen Millionenbetrag beziffern Branchenkenner die j&#228;hrlichen Verluste. Lufthansa sucht in Sachen Konzernumstrukturierung derweilen noch nach Orientierung: „Das kann auch gr&#246;&#223;ere Schritte bedeuten“, vermeldete der Vorstand.</p>
<p>•	Viele Mitarbeiter, viele Vorsorgeprobleme! Stichwort: Deferred Compensation. Das Oberlandesgericht Stuttgart (Beschluss v. 22.08.2011 – 2 UF 103/11) hatte aktuell in einem Musterprozess &#252;ber betriebliche Altersvorsorgeanspr&#252;che bei der  LH AG zu entscheiden gehabt.  In dem Prozess ging es nicht nur um das vom Amtsgericht ber&#252;cksichtigte Anrecht auf die LufthansaBetriebsrente mit einem Ausgleichswert von 19.680,27 Euro. Es ging zudem um mehrfache Anspr&#252;che aus betrieblicher Altersversorgung im Versorgungsausgleich. Durch den Ausgleich des Anrechts - Deferred Compensation - entsteht kein unverh&#228;ltnism&#228;&#223;iger Verwaltungsaufwand bei der Deutschen Lufthansa AG als Versorgungstr&#228;ger. Zudem hat diese sich selbst nicht gegen einen Ausgleich ausgesprochen, was im Rahmen der Ermessensentscheidung ebenfalls zu ber&#252;cksichtigen ist4. Da die Deutsche Lufthansa AG f&#252;r das Anrecht die externe Teilung beantragt hat, ersch&#246;pft sich der ihr entstehende Verwaltungsaufwand in der Auszahlung des Ausgleichswertes an die Zielversorgung und in der Erfassung und Ber&#252;cksichtigung des Versorgungsausgleichs im Versorgungskonto des Antragsgegners. Da die Deutsche Lufthansa AG bereits aufgrund der externen Teilung der LufthansaBetriebsrente zu deren Ausgleich durch Zahlung an denselben Zielversorgungstr&#228;ger verpflichtet ist, entsteht ihr durch den externen Ausgleich des zweiten Anrechts ersichtlich kein nennenswerter Verwaltungsaufwand. Dar&#252;ber hinaus ist das Entstehen einer Splitterversorgung auf Seiten der Antragstellerin ausgeschlossen, weil die Ausgleichsbetr&#228;ge f&#252;r die betrieblichen Anrechte im Wege der externen Teilung (ohne Abzug von Kosten) insgesamt an einen Zielversorgungstr&#228;ger zur Begr&#252;ndung eines Vertrages &#252;ber eine Basisversorgung &#252;berwiesen werden. „Lufthansa scheint auch die Orientierung bei der Altersvorsorge verloren zu haben“, konstatiert Analyst Sandro Valecchi: „Bei einer Entgeltumwandlung zur betrieblichen Altersversorgung (arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung, auch Deferred Compensation genannt) verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Gehalts zugunsten einer Altersvorsorgezusage. § 1 Abs. 1 Nr. 3 BetrAVG fordert, dass k&#252;nftig f&#228;llige Entgeltbestandteile in eine wertgleiche Zusage umgewandelt werden.“</p>
<p>•	Viele Piloten, viele W&#252;nsche:  Der Europ&#228;ische Gerichtshof (EuGH) kippte die bisherige tarifvertragliche Altersgrenze bei den Piloten der Lufthansa. Mit Urteil vom 13.9.2011, Az. C-447/09, hat der EuGH eine tarifvertragliche Altersgrenze als unwirksam angesehen, weil sie altersdiskriminierend sei. F&#252;r die betroffenen Piloten bedeutet dies: weiterfliegen bis 65 und f&#252;r Lufthansa hei&#223;t dies weiterzahlen.</p>
<p>•	Viele Kosten, wenige Konzepte: Infolge der Flugticketsteuer, die seit Anfang des Jahres erhobenen wird, stieg der operative Verlust bei Germanwings im ersten Halbjahr um fast 18 % auf 46 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um 10 % auf 293 Millionen Euro zulegte. Kleiner Trost: Germanwings produziert zu niedrigeren St&#252;ckkosten als Lufthansa. Stark belastet haben das Gesch&#228;ft des LH Konzerns auch die Atomkatastrophe in Japan und die Unruhen in Nordafrika. Der operative Gewinn liege noch bei 3 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war hingegen noch ein Verlust von 171 Millionen Euro angefallen, was seine Ursachen unter anderem in der Vulkan-Aschewolke hatte, die damals die den Flugverkehr tagelang l&#228;hmte, zudem streikten auch noch die Piloten. Der Konzernumsatz zog in der ersten Jahresh&#228;lfte um 11 % auf 14,1 Mrd. Euro an und insgesamt stieg die Zahl der Flugg&#228;ste um 10 % auf 50,2 Millionen. Japan, Libyen, Aschewolke, Kerosin-Kosten treffen allerdings nicht nur die Lufthansa AG.</p>
<p>Der Wettbewerbsdruck besteht vor allem im Verh&#228;ltnis zu den international agierenden Low-Cost-Carriern. Kostendruck entsteht infolge weiterer Belastungen, etwa aufgrund Regierungsauflagen, Steuern und Geb&#252;hren sowie der unterschiedlichen Verkehrsrechte zwischen den einzelnen Staaten. Wenn weitere unvorhergesehene Ereignisse hinzukommen, wie beispielsweise Flugverbote wegen einer Vulkan-Aschewolke im Mai 2001, erh&#246;ht sich der Kostendruck. Hinzu kommt noch, dass ab 2012 alle Fl&#252;ge, die von Flugh&#228;fen innerhalb der EU starten oder auf Flugh&#228;fen in der EU landen, dem EU ETS unterliegen. Dies bedeutet, dass die CO2-Emissionen dieser Fl&#252;ge bis 2020 um mindestens 20% ihres Niveaus von 1990 reduziert werden m&#252;ssen.</p>
<p>Margin Call – die monet&#228;re Nachschusspflicht: Auf der Kurzstrecke dr&#252;ckt der massive Wettbewerb mit Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet die Margen. Die haben sich auf die Kurzstrecke konzentriert, fliegen von Punkt zu Punkt. Die Flugzeuge sind st&#228;ndig in der Luft und verdienen Geld. Ein solches Modell ist f&#252;r die Lufthansa-Kernmarke nicht m&#246;glich, da hier die Kurzstrecke als Zubringer f&#252;r die Langstrecke genutzt wird, die Flugzeuge deshalb l&#228;nger am Boden sind. Kosteneinsparungen allein reichen nicht. Zwar wurden alle 50-sitzigen Flugzeuge ausgemustert und gegen gr&#246;&#223;ere Maschinen ausgetauscht, die pro Passagier geringere Kosten verursachen. So konnten die St&#252;ckkosten im Europaverkehr beispielsweise im Jahr 2010 um 14 % gesenkt werden. Analysten und Bilanzbuchhalter wissen hingegen, dass mindestens das doppelte Einsparvolumen generiert werden muss, um wieder im Europaverkehr profitabel zu sein. Auch besondere Faktoren, wie etwa das Nachtflug- und Ladeverbot auf Verkehrsflugh&#228;fen wie Frankfurt Rhein-Main, k&#246;nnen den Kostendruck auf die LH zunehmend weiter erh&#246;hen. </p>
<p>„Die richtige Managementstrategie wird f&#252;r den Lufthansa Konzern jetzt dar&#252;ber entscheiden, wie zukunftsf&#228;hig die LH AG aufgestellt wird, um die kommenden Turbulenzen in der heutigen, schwierigen Marktlage weltweit zu meistern“, fasst Analyst Sandro Valecchi die Lage bei der LH AG zusammen. </p>
<p>V.i.S.d.R.<br />
Sandro Valecchi, Analyst, 10555 Berlin</p>
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