Einkaufsliste für diese Woche: China


US-Leitzinssenkung um 0,75 Prozent, US-Regierungsprogramm über 150 Mrd. USD, jeder Amerikaner erhält eine Steuergutschrift von 300 USD, Allianz der US-Banken und Immobilienversicherer mit der Regierung zur Vermeidung von Insolvenzen – worauf warten Sie noch? Die Amerikaner haben endlich verstanden, dass zur Abwendung einer Rezession das Ziehen aller Register notwendig ist, und sie tun es…

…und ich denke, sie werden Erfolg haben. Es wird zwar zu einem wirtschaftlichen Abschwung kommen, einem heftigen vielleicht sogar, aber nicht zu einer schweren Rezession. Und die Auswirkungen auf den Rest der Welt werden zwar spürbar sein, aber nicht so heftig, wie dies der Aktienmarkt einen glauben macht.

Diesen Mittwoch wird Bernanke die Erwartungen enttäuschen: Egal, ob er den Zins um 0,25 Prozent senkt oder unverändert belässt, Börsianer werden enttäuscht sein. Doch nach der heftigen Zinssenkung vom vergangenen Dienstag, die sicherlich auch durch die verzockten 4,9 Mrd. Euro der Societe General ausgelöst wurde, wird er nun nicht mehr so stark nachziehen. Also geht es diese Woche tendenziell eher bergab.

Doch wie eingangs gesagt: Es sind bereits alle Maßnahmen eingeläutet, um eine Rezession zu vermeiden. Doch der Aktienmarkt hat eine Rezession bereits eingepreist. Wenn sich nun in den nächsten Wochen herausstellt, dass die Maßnahmen wirken, dann gibt es eine Rallye. Und dafür müssen Sie sich in den nächsten Wochen richtig positionieren.

Auf meiner Einkaufsliste stehen erstmals auch chinesische Aktien. Der chinesische Markt war mir in den vergangenen Jahren immer zu wenig reguliert, zu willkürlich und zu regierungsabhängig. Ich habe vom chinesischen Boom profitiert, indem ich Unternehmen empfahl, die nach China lieferten. BHP Billiton zum Beispiel, der weltgrößte Rohstoffkonzern.

Doch Schritt für Schritt wird der chinesische Kapitalmarkt geöffnet und inzwischen halte ich ein Investment für angebracht. China ist neben Deutschland am heftigsten getroffen worden. Für Empfehlungen von deutschen Aktien haben Sie vermutlich tausend Quellen, hier ein paar chinesische Kandidaten mit entsprechenden Abstauberlimits:

BAIDU (WKN A0F5DE)

Das chinesische Pendant zu Google, wächst mit 100% p.a. und notiert auf einem KGV von 140. Das ist zwar sauteuer, aber aber aufgrund der Wachstumsraten wird das KGV 08e (also das estimated, geschätzte KGV für das Jahr 2008) auf 70 fallen. Und bei Marktführern und Wachstumsunternehmen bin ich stets bereit, bis zu dem zweifachen des Umsatzwachstums zu zahlen. Ein KGV von 200 hielte ich also für vertretbar.

Der Kurs ist in den ersten Januartagen von 289 EUR auf 200 EUR zurück gekommen. Ich würde bei diesem volatilen Wert auf eine Korrektur unter 180 EUR spekulieren, dort die erste Hälfte meiner Position kaufen und dann hoffen, dass der Kurs noch unter 150 EUR rutscht. Dort würde ich dann nochmals nachkaufen.

PETROCHINA (WKN A0M4YQ)

Dieser Ölkonzern befand sich lange Zeit im Portfolio von Warren Buffet. Im vergangenen Jahr hat er die Aktien verkauft, meiner Ansicht nach zu früh. Die Aktie ist von 1,80 EUR auf 0,99 EUR zurück gekommen. Das KGV beträgt hier nur noch 11, die Wachstumsrate beträgt 20% p.a. Das Kurspotential liegt nach der Korrektur der vergangenen Wochen in meinen Augen also bei mehreren 100%. Abstauberlimit: 0,85 EUR.

CHINA MOBILE (WKN 909622)

Das führende chinesische Mobilfunkunternehmen mit Wachstumsraten von 20% p.a. und mit einem KGV von 29. Auf Basis der Schätzungen für 2008 ergibt sich ein KGV 08e von 20. Die Aktie ist von 14,42 EUR auf 10,27 EUR zurück gekommen. Ich würde hier ein Abstauberlimit von 7,50 EUR vorsehen.

Warum diese Vorsicht, wenn das Kurspotential doch so groß ist? Warum nicht einfach zu jedem Kurs kaufen, um dabei zu sein? Weil ich Ihre Nerven schonen möchte und weil sie mir diesen Abstauberlimits Ihre Profite drastisch erhöhen können. Es bringt nichts, den Kursen hinterher zu laufen, denn wenn sodann eine Korrektur folgt, dann sind Sie wochenlang mit der Position im Minus und verkaufen schließlich, wenn Ihre Nerven blank liegen, mit Verlust oder nur kleinem Gewinn. Bei Spekulieren warte ich da lieber auf eine Einstiegsgelegenheit, einen Ausverkauf, der durch kurzfristige Stimmungen erzeugt wird.

Ich könnte mir vorstellen, dass diese Woche Donnerstag ein solcher Tag ist.

Weitere Analysen können Sie gerne in meinem kostenfreien Börsenbrief unter Heibel-Ticker.de nachlesen. Ich freue mich auf Sie.

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Stephan Heibel


2 Gedanken zu „Einkaufsliste für diese Woche: China

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