23. Februar 2009

Leichte Erholung am Montag:
“Der Feuerwehr geht das Wasser aus”

Rettung in größter Not: Politiker haben den Kursverfall vorerst gestoppt Rettung in größter Not: Politiker haben den Kursverfall vorerst gestoppt
Rettung in größter Not: Politiker haben den Kursverfall vorerst gestoppt

Nach dem deutlichen Kursrutsch am vergangenen Freitag ist der Dax-Index freundlicher in die neue Woche gestartet: Das Börsenbarometer steigt zum Mittag um 1,7 Prozent auf 4070 Punkte und lässt die charttechnisch bedeutsame 4000-Punkte-Marke hinter sich. Wie bereits im Oktober, November und Januar sorgen Aussagen von Politikern für eine vorläufige Trendwende. Bereits am Freitag stützte ein Plädoyer der US-Regierung für das private Bankensystem die Kurse an der Wall Street. Am Wochenende beschlossen die Staatschefs der EU einen Plan zur Neugestaltung der internationalen Finanzmärkte.

Mehr Transparenz und Aufsicht sowie Sanktionen gegen Steuerparadiese sollen dafür sorgen, dass sich die Finanzkrise nicht wiederholt. Doch zeigt die Entwicklung des Dax am Montag Vormittag deutlich, dass sich die Aussagen der Politiker nicht mehr so stark auf den Kursverlauf auswirken, wie noch in den vergangenen Monaten: Der Dax hat von seinem Tageshoch bereits mehr als 40 Punkte wieder abgegeben. “Politische Börsen haben kurze Beine”, so eine alte Börsenweisheit. Es scheint, als bewahrheite sich dieser Spruch in diesen Tagen erneut.

Geradezu kontraproduktiv könnte sich ein Staatseinstieg bei der Citigroup auf das Vertrauen der Anleger in die politischen Führungskräfte auswirken. Bewahrheiten sich die Gerüchte um eine Beteiligung an der Citigroup, hätte die US-Regierung ihren Sympathiebekundungen für das private Bankensystem gegensätzliche Taten folgen lassen und somit erneut Vertrauen zerstört - der Feuerwehr geht das Wasser aus. Das nächste Feuer droht zum Flächenbrand zu werden.

von Nico Popp am 23. Februar 2009 um 12:31 Uhr Kommentare, Standardwerte, USA
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1 Kommentar »

  1. Nun wollen die USA doch bei Banken einsteigen. Ab Mittwoch sollen Staatsbeteiligungen über Vorzugsaktien im großen Stil möglich sein. Die Vorzüge sollen nach einer bestimmten Zeit in stimmberechtigte Anteile umgewandelt werden, allerdings haben die betroffenen Institute zuvor die Möglichkeit, den Staat auszubezahlen:

    http://www.ftd.de/politik/international/:Bankenverstaatlichung-USA-bereiten-Masseneinstieg-vor/478372.html

    Dass solch ein Schritt nun nötig wird und und so kurzfristig umgesetzt werden soll, macht mir Sorgen. Noch sind nicht alle Details auf dem Tisch. Es macht den Eindruck, als wolle man seitens der Regierung gar nicht, dass die Öffentlichkeit hinreichend informiert ist.

    Kommentar von Nico Popp — 23. Februar 2009 @ 16:52

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