Die Finanzmathematik ist schuld: So rechnete sich die Wall Street die Wirklichkeit schön


Da helfen weder Taschenrechner noch Spickzettel: Die Copula-Funktion ist schwer zu verstehenDas Börsennotizbuch geht in einem interessanten Artikel auf die Finanzmathematik ein, die seit Jahren versucht, anhand komplexer quantitativer Modelle das Risiko von Portfolios zu berechnen. Mithilfe der Copula-Funktion werden Korrelationen zwischen Anlageklassen anhand der Marktpreise für Kreditausfallrisiken, also anhand der Preise für CDS-Papiere, berechnet, statt historische Daten auszuwerten.

Dies führte überspitzt dargestellt dazu, dass die „Wall Street letztendlich alles so bündeln konnte, damit ein Triple-A-Rating herauskam“, schreibt das Börsennotizbuch. Nach der Copula-Funktion kommt es nämlich nur auf die Korrelationen zwischen Finanzinstrumenten an – steigt der Wert des einen Produkts, während das andere im gleichen Maß fällt, ist das Risiko gleich Null. Doch sind die tatsächlichen Korrelationen zwischen verschiedenen Anlageklassen nicht zu bestimmen – selbst die Mathematik kann nur versuchen, der Wirklichkeit näher zu kommen.


März 4, 2009

3 Gedanken zu „Die Finanzmathematik ist schuld: So rechnete sich die Wall Street die Wirklichkeit schön

  1. M. Bittrich

    Solange sinnlose Konjunkturpakete geschnürt werden, und jeder Euro nicht mehrfache Wirkungen zeigt, sondern nur verpufft in der Liquiditätsfalle oder auch durch die Sparquote, so lange wird sich in Deutschland gar nichts zum Guten wenden. Der Staat mag ein mieser Banker sein, aber er wäre ein VIEL besserer Aktionär! Fazit: Der Staat muss das Ruder bei den Banken übernehmen und alle sofort feuern, die nicht mitziehen. Und nur Regeln durchzudrücken sichert den letzten verbliebenen Teil von „sozial“ im Begriff „soziale Marktwirtschaft“, sonst wird es zappenduster…

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  2. Nico Popp Beitragsautor

    Weiß nicht, ob der Staat ein besserer Aktionär ist. Ich hoffe, dass sich der Staat hüten wird, Hauptversammlungen durch populistische Forderungen à la „Volksdividende zuerst“ etc. zu bestimmen. Dann leidet der Finanzplatz Deutschland wirklich. Viel einfacher und auch effektiver ist es doch, alle Forderungen nach Regulierung (die auch teilweise berechtigt und sinnvoll sind) international durchzusetzen. G20 ist hier das Stichwort. Also eher Regeln überstülpen als durchdrücken.

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