Weitere Interessenten für Forsys Metals? Uranium One setzt nach Ermittlungen in Kasachstan auf Afrika


Dürfen sich Forsys-Aktionäre gar auf einen Bieterkampf freuen?Der Uran-Markt kommt wieder in Bewegung: Während die Anteile des in Kasachstan tätigen Uran-Produzenten Uranium One gestern wegen Ermittlungen der kasachischen Behörden deutlich nachgaben, explodierte der Kurs des angehenden Produzenten Forsys Metals, dessen Flaggschiff-Projekt Valencia in Namibia beheimatet ist. Bereits am Montag wurde der ehemalige Chef des kasachischen Joint-Venture-Partners von Uranium One, Kazatomprom, verhaftet. Die Behörden werfen dem ehemaligen Manager vor, im Jahr 2005 einen Anteil an der von Uranium One betriebenen TOO-Kyzylkum-Mine mit hohen Gewinnen ins Ausland verkauft zu haben, von wo die Beteiligung schließlich an eine Uranium-One-Tochter ging. Trotz der Vorwürfe weist Uranium-One-CEO Jean Nortier alle Vorwürfe von sich und betont, sämtliche Transaktionen seien „fair“ verlaufen und bezeichnete die Untersuchungen als „großes Missverständnis“. Anleger fragen sich nun, was hinter den Vorwürfen steckt und halten selbst einen Vorwand der kasachischen Regierung zur Enteignung von Uranium One für denkbar. Das Unternehmen reagierte auf die Gerüchte mit Tatendrang: Man wolle sich in Afrika nach fortgeschrittenen Uran-Projekten umsehen, meldete Uranium One und beflügelte so den Kurs der Aktie von Forsys Metals.

Forsys Metals steckt derzeit inmitten einer Übernahme durch den belgisch-kongolesischen Konzern George Forrest International (GFI). Bis Ende Juli sollen die Forsys-Aktien für 7 kanadische Dollar (CAD) je Anteil vom Markt genommen werden. Doch gab es in den vergangenen Monaten wiederholt Probleme bei GFI, welche die Anleger an der geplanten Übernahme zweifeln und den Kurs der Forsys-Aktie heftig schwanken ließen. Im Zuge dieser Zweifel wurden Gerüchte über ein weitere Übernahme-Angebot von Branchenprimus Cameco laut, welcher höchstwahrscheinlich Ausfälle in seiner überfluteten Cigar-Lake-Mine kompensieren muss. Nun wird der Kreis der vermeintlichen Interessenten zusätzlich um Uranium One erweitert.

Das Unternehmen, das neben den Minen in Kasachstan auch über Projekte in den USA sowie in Australien verfügt, erlöste im Februar rund 200 Millionen US-Dollar (USD) durch den Verkauf eines 19,9-Prozent-Anteil an ein japanisches Investoren-Konsortium um die Tokyo Electric Power Company, Toshiba Corporation und die Japan Bank for International Cooperation. Im Sommer sollen weitere 230 Millionen USD aus einer Kapitalerhöhung des Cashbestand bei Uranium One erhöhen. Insgesamt hätte das Unternehmen mit 430 Millionen USD mehr als zwei Drittel des Betrages in der Tasche, den GFI für die Übernahme von Forsys-Metals in die Hand nehmen will. Sollten die japanischen Investoren mit Uranlieferungen aus Kasachstan gerechnet haben und würden diese im Zuge der Ermittlungen der kasachischen Behörden ausfallen, müssten die Japaner nur einen verhältnismäßig geringen Betrag nachlegen, um schnellstmöglich an Uran zu kommen.

Das Uranium-One-Management zeigt sich angesichts der Ermittlungen in Kasachstan noch relativ entspannt, doch „sei es durchaus möglich, dass diese Ermittlungen Uranium One dazu zwingen, sich außerhalb von Kasachstan weiter zu diversifizieren – einfach um mögliche negative Nachwirkungen der Ermittlungen auszuschließen“, so ein Branchenkenner. Auch für andere Uranproduzenten, die in Staaten mit hoher Korruption und geringer Rechtssicherheit tätig sind, dürften die jüngsten Vorfälle um Uranium One in Kasachstan zu denken geben. Namibia, eines der reichsten Länder Afrikas könnte mitsamt des genehmigten Valencia-Uran-Projekts davon profitieren.


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