Forsys-Übernahme: Ist Cameco an Forsys dran und sticht George Forrest aus?


Keine Aktie kostete im vergangenen Jahr so viele Nerven wie Forsys MetalsDie Gerüchteküche um Forsys Metals, George Forrest International (GFI) und Cameco brodelt und selbst in gewohnt gut unterrichteten Bankenkreisen wird die Möglichkeit eines Bieterkampfs nicht mehr ausgeschlossen. Folgende Fakten lassen die Anleger spekulieren:

  • George Forrest International hat ein Übernahmeangebot zu 7 kanadischen Dollar (CAD) je Forsys-Aktie ausgesprochen, was einem Gegenwert von 579 Millionen CAD entspricht.
  • Die Übernahme sollte Mitte März abgeschlossen werden und wurde damals kurzerhand auf „spätestens“ 31. Juli 2009 verschoben, was heftige Kursturbulenzen und Unsicherheit unter den Investoren (und dem Management von Forsys) nach sich zog.
  • George Forrest hat die Exklusivität verloren und das Forsys-Management darf seitdem auch mit anderen, potenziellen Investoren verhandeln.
  • Die für einen Abbau relevanten Reserven in der Valencia-Liegenschaft konnten jüngst um 68 Prozent gesteigert werden, was auch einen potenziell höheren Unternehmenswert widerspiegelt.
  • Forsys besitzt eine komplette Minenlizenz, wovon die meisten Urangesellschaften in Entwicklung nur träumen können.

Zwar gibt es noch weitere Fakten, die man aufführen könnte (wie das persönliche Bürgen von George Forrest über 20 Millionen CAD oder die bereits investierten 10 Millionen CAD), aber diese sind unserer Ansicht nach nicht unbedingt ausschlaggebend dafür, ob nun Cameco ins Spiel eingreift.

Viel wichtiger wäre für die Motivation des Branchenprimus wahrscheinlich die Tatsache, dass man seine eigene Weltklasse Uranmine Cigar Lake, welche seit Jahren unter Wasser steht, wohl so langsam abgeschrieben hat. Wir waren einer der ersten Börsenbriefe, der schon vor knapp zwei Jahren prognostizierte, dass Cigar Lake wohl für immer „abgesoffen“ ist, während damals noch beschwichtigt wurde und erst für 2009, dann 2010 und nun 2012-14 als mögliche Termine für eine Wiedereröffnung genannt werden. Obwohl man nicht müde wird, zu sagen, dass man die „Lage im Griff hat“ und die Trockenlegung gelingen wird, verhandelt Cameco insgeheim mit einer großen Versicherung über einen Schadenersatz. Sollte diese bezahlen, wird Cigar Lake beerdigt – da würden wir (fast) darauf wetten!

Hat man dies im Hinterkopf und erinnert man sich an Auftritte des Cameco-CEO Jerry Grandey auf diversen Analystenkonferenzen und Messen, bei denen er ankündigte, bis zu zwei Milliarden kanadische Dollar (CAD) für Akquisitionen ausgeben zu können, dann dürfte klar sein, warum solche Spekulationen über eine mögliche Übernahme von Forsys angestellt werden.

Zumindest hätte Cameco aus rein strategischer Sicht derzeit leichtes Spiel. Wir hatten bereits auf die relativ risikolose Vorgehensweise für einen potenziellen Interessenten (welcher auf genug Cash sitzt) in diesem Fall hingewiesen: Würde beispielsweise Cameco eine ernsthafte Übernahme von Forsys in Betracht ziehen und würde beispielsweise zu einem Preis X bereit sein, Forsys zu schlucken, dann könnte man jederzeit über den Markt unter dieser Marke sammeln. Zahlt GFI die 7 CAD je Aktie, dann würde Cameco den Tradinggewinn einstreichen. Wenn nicht, hätte man bereits Aktien unter dem eigenen Angebotspreis X (egal, ob es nun 6, 7 oder 8 CAD wären) eingesammelt.

Klar ist auch, dass durch die Umwandlung vieler Ressourcen in höherwertige Reserven (von 30,6 Millionen Pfund auf nunmehr 51,4 Millionen) auf dem Valencia-Projektgebiet, der Wert der genehmigten Uranmine erheblich gesteigert wurde. Ganz wichtig: Die abbaubaren Reserven beinhalten einen höheren Urangehalt als zuvor. Der Durchschnitt konnte von 120 ppm auf 159 ppm gesteigert werden, wobei 39,1 Millionen Pfund sogar 211 ppm enthalten.

Die Minenlaufzeit von Valencia steigt dadurch von elf auf nunmehr fünfzehn Jahre. In der Inferred-Kategorie befinden sich noch fünfzehn Millionen Pfund Uran, die durch weiterhin laufende Bohrarbeiten gesteigert werden. Die kanadische Bank bzw. Brokerhaus Salman Partners setzte das Kursziel von Forsys bereits direkt nach der neuen Reserven/Ressourcenschätzung von 5,20 CAD auf 6,90 CAD. Zudem sehen auch die Analysten bei Salman die realistische Möglichkeit, dass nach diesen neuen, um 68 Prozent ausgeweiteten Reserven, inklusive der höheren Urangehalte, ein weiterer Bieter ins Spiel kommt.

Warten wir der Dinge die da kommen. Wir bleiben bei Forsys dabei und würden erst dann einen Teil der Position abbauen, wenn wir uns der gebotenen 7 CAD von George Forrest annähern sollten.


2 Gedanken zu „Forsys-Übernahme: Ist Cameco an Forsys dran und sticht George Forrest aus?

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