Gold über 920 Dollar: Entwicklung des Goldpreises könnte sich im März entscheiden


Neuverhandlungen schon im März? Verkaufen die Notenbanken künftig mehr Gold? (Foto: Deutsche Bank AG)Der Goldpreis kletterte heute zeitweise über die Marke von 920 US-Dollar (USD) und ist somit nur noch rund zehn USD vom Zwischenhoch bei 932 USD entfernt, welches im Oktober des vergangenen Jahres erreicht wurde. Für den jüngsten Anstieg des Edelmetalls werden in erster Linie hohe Mittelzuflüsse in Gold-ETFs sowie eine mögliche Verlängerung des Washingtoner Goldabkommens verantwortlich gemacht. Doch birgt insbesondere die Neuverhandlung des Goldabkommens auch Risiken für Anleger.

In der vergangenen Woche verzeichneten sämtliche Gold-ETFs Mittelzuflüsse, die einem Gegenwert von 40 Tonnen Gold entsprechen und die gemäß den Statuten der ETFs investiert werden müssen. Allein der größte Gold-ETF SPDR GoldTrust konnte seine Goldvorräte in der vergangenen Woche um mehr als 13 Tonnen auf 833 Tonnen steigern. Heute befinden sich bereits 843 Tonnen Gold in den Tresoren des SPDR GoldTrust – so viel Gold verwaltete der ETF noch nie.

Seitens der Investoren ist Gold also so attraktiv, wie lange nicht mehr. Die Analysten der Deutschen Bank prophezeien bis Ende des Jahres bereits Kurse jenseits von 1000 USD je Unze. Doch ist nicht nur die hohe Nachfrage krisengeschüttelter Anleger für den Goldpreis verantwortlich: Im Jahr 1999 vereinbarten sämtliche Notenbanken im Washingtoner Goldabkommen, dass die Notenbanken jährlich maximal 400 Tonnen Gold verkaufen dürfen und begrenzten so das weltweite Angebot. 2004 wurde der Vertrag verlängert und die maximale Menge des verkäuflichen Goldes auf 500 Tonnen pro Jahr erhöht.

Bis zum September dieses Jahres soll zudem das Washingtoner Goldabkommen erneut verhandelt werden. Erste Anzeichen sprechen für eine Verlängerung des Vertrages, da eine Aufhebung des Abkommens den Goldpreis unter Druck setzen könnte und somit für sämtliche Vertragspartner Nachteile bedeuten würde. Eine weitere Anhebung der maximal verkäuflichen Menge an Gold ist allerdings denkbar – insbesondere die steigende Staatsverschuldung und die positive Entwicklung der Nachfrage nach dem gelben Edelmetall könnte für eine Veränderung des Washingtoner Abkommens sprechen. Ob der Goldpreis nachhaltig über 1000 USD je Unze klettern kann wie von der Deutschen Bank prognostiziert, wird sich also wohl erst nach Verabschiedung des neuen Abkommens entscheiden.


4 Gedanken zu „Gold über 920 Dollar: Entwicklung des Goldpreises könnte sich im März entscheiden

  1. Daniel

    Momentan würd ich Gold noch nicht empfehlen. Erstens weil im Goldpreis zur Zeit noch eine große Angstprämie enthalten ist. Zweitens haben wir jetzt de facto noch kein Inflationsszenario vorzuweisen. Überall werden Goldmünzen überteuert angeboten und auch gekauft. So kommt es dass der Goldpreis überspekuliert wird…ich würde abwarten!
    Die Frage, ob Inflation oder Deflation….darüber streiten sich die Geister, aber es ist wichtig für die Entwicklung des Goldpreises.
    Auf etfsuche habe ich habe ich den Begriff der Asset Inflation gehört: Die Konsumgüterpreise bleiben relativ konstant, während die Aktien teuerer werden…

    http://etfsuche.de/2009/04/14/steinbruck-gegen-bofinger-hyperinflation-oder-deflation-wir-glauben-an-asset-inflation/

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