Urlaub als Dividende:
Anleger trennen sich von Hapimag-Aktien
Die meisten Anleger erhalten ihre Dividenden in Geldform ausgezahlt. Es gibt allerdings Gesellschaften, welche ihre Aktionäre mittels Naturalien am Gewinn beteiligen: Anleger freuen sich in diesen Fällen meist über Wein, Käse oder auch Gerstensaft der örtlichen Kleinbrauerei. Genau wie auch bei Dividenden in Barform, müssen allerdings auch Sachgüter-Dividenden versteuert werden. Eine Gesellschaft, die bereits seit 1963 ungewöhnliche Dividenden an ihre Aktionäre ausschüttet, ist die Hotel und Appartmenthaus Immobilien Anlage AG (Hapimag). Anteilseigner bekommen hier jährlich Punkte gutgeschrieben, die gegen Ferienaufenthalte in siebzehn verschiedenen Ländern eingetauscht werden können.
Innerhalb der letzten Jahre zeigen sich Hapimag-Anleger allerdings ziemlich verschnupft: Da Hapimag nicht börsennotiert ist und sich zahlreiche Aktionäre der ersten Stunde mittlerweile von ihren Papieren trennen wollen, ist der Kurs der Hapimag-Aktie deutlich eingebrochen. Trotz eines Nennwerts von 9100 Schweizer Franken - was etwa 5450 Euro entspricht - wechselt ein Anteil durch private Verkäufe auf dem Zweitmarkt meist deutlich niedriger den Besitzer. Da die gesammelten Dividenden-Punkte verfallen können, hat sich auch hier ein Zweitmarkt entwickelt.
Das Hapimag-Konzept ist in den vergangenen Jahren in die Kritik geraten. Aktionäre müssen trotz Dividendenanspruchs Nebenkosten und Gebühren bezahlen und leiden zudem an der geringen Liquidität der Hapimag-Aktie. Im Sommer 2007 hat der Konzern reagiert und eine neue Aktie mit Namen “Ferienaktie_21″ ausgegeben. Nun soll Aktionären nach Ablauf einer Frist von sieben Jahren ein Kündigungsrecht eingeräumt werden - ob diese Änderung die Aktie wieder in die Nähe alter Höchstkurse bringen wird, ist fraglich. Als Geldanlage bleibt die Hapimag-Aktie trotz vermeintlicher Urlaubsfreuden ein riskantes Papier.









