Indien verliert an Bedeutung: China rollt den Goldmarkt auf


Dollar adé? China setzt verstärkt auf GoldGoldinvestoren wissen, dass einer der größten Einflussfaktoren auf den Goldpreis die Nachfrage aus Indien ist. Das Land gehörte bislang zu den größten Goldverbrauchern der Welt. Es konnte aufgrund der enormen Nachfrage der Inder sogar ein saisonaler Zyklus errechnet werden, der sich auf die Hauptnachfragezeiten stützt. Beispielsweise war es über viele Jahre hinweg üblich, dass Gold im Herbst zulegen konnte. Dies war vorwiegend auf die indische Hochzeitssaison zurückzuführen. Während dieser Zeit heiraten viele Paare in Indien und werden dabei reichlich von Bekannten und Verwandten mit Gold beschenkt. Wenn die Hochzeitssaison dann gegen Frühjahr ausklingt, konnte meist ein Rückgang des Goldpreises beobachtet werden.

Aber nicht nur die Hochzeitssaison, sondern auch die mangelnden Einrichtungen für Sparguthaben haben Gold in Indien beliebt gemacht. Beispielsweise leben in diesem Land sehr viele Bauern, die keine Möglichkeit besitzen, Konten bei den Banken in den großen Städten zu eröffnen. Daher ist Gold ein beliebter Weg um sein Erspartes sicher anzulegen. Indien hat jedoch inzwischen seine Vorreiterrolle in punkto „Goldkonsum“ verloren. Die Nachfrage fiel im ersten Quartal diesen Jahres um 83 Prozent, da der Goldpreis für viele Leute zu teuer war. Des Weiteren orientieren sich laut unseren Informationen immer mehr Inder um und kaufen lieber billiges Silber um ihr Erspartes zu verwahren. Dies kann ganz nebenbei zu einem weiteren Anstieg bei Silber führen.

China ist die Gold-Nation Nummer Eins

Glücklicherweise konnte jedoch die gefallene Goldnachfrage aus Indien durch zwei andere Parteien aufgefangen werden. Zum einen gibt es die Investmentnachfrage seitens der Anleger, die in physisches Gold investieren und deren Nachfrage sich im vierten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahr vervierfacht hatte. Zum anderen spielt das Riesenreich China eine bedeutende Rolle.

China hat innerhalb des Zeitraums von 2002 bis 2008 seine Goldreserven um 76 Prozent aufgestockt und auch verlautbaren lassen, dass man an dem Gold des Internationalen Währungsfonds (IWF) interessiert sei, sofern dieses zum Verkauf stehe. China hat dabei betont, dass man so gut wie alles abnehmen würde. Für die Chinesen ist dies ein lukratives Geschäft, da man dadurch an tausende Tonnen Gold kommen könnte, ohne den Preis merklich zu bewegen.

Aber nicht nur bei der Nachfrage sondern auch bei der Produktion ist China mittlerweile an der Spitze. Während in anderen Ländern die Goldproduktion beständig fällt, konnte diese in China gesteigert werden und steht nun weltweit auf Platz Eins. Damit ist China die neue dominierende Größe im globalen Goldgeschäft und darf von keinem Goldinvestor mehr unterschätzt werden. Wir gehen davon aus, dass es zukünftig zwischen China und Indien auch zu einem Bieterwettkampf um die Goldreserven auf der Erde sowie von Zentralbanken und anderen Einrichtungen kommen wird.


August 3, 2009

4 Gedanken zu „Indien verliert an Bedeutung: China rollt den Goldmarkt auf

  1. Pingback: Kapitalmarktexperten.de » Blog Archive » Tagesausblick 05. August 2009

  2. Dani

    Erstaunlich. Genau das was in diesem Artikel steht, hat mir mein persönlicher Berater von der Firma Inforexgold schon vor einigen Monaten prophezeit. Bisher hat sich herausgestellt, dass es um einiges gewinnbringender ist in kurze Schwankungen, sowohl auf sinkende wie auch auf steigende Preise mit einem kleinen Hebel zu investieren. Ich persönlich glaube auch, dass die Goldpreise weiterhin volatil bleiben werden, der physische Goldhandel aber nicht sehr interessant ist, da ich zur Zeit mit dem Handel in beide Richtungen viel mehr verdiene.

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