"Stärkste Bilanz im Sektor": Klöckner & Co setzt auf Zukäufe – die Aktie übertreibt


Lagerhalle von Klöckner & Co: Schnappt sich das Unternehmen bald einen Konkurrenten? (Foto: KlöCo SE)Seit März haben sich die Aktien des Stahl- und Wertstoffhändlers Klöckner & Co (KlöCo) mehr als verdreifacht. Inzwischen kratzt der MDax-Wert an der 20-Euro-Marke und erhält zunehmend Rückenwind durch positive Analystenkommentare. Zwar werde das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr Verluste einfahren, doch stehe Klöckner & Co bereits im kommenden Jahr vor der Rückkehr zur Normalität, so die Meinung der meisten Experten. In der Spitze gipfelte diese Normalität im Jahr 2007 in Kursen über 65 Euro. Doch wie weit ist das Unternehmen operativ von der Leistungsfähigkeit vergangener Jahre entfernt?

Zwar gilt der Aufschwung der Weltkonjunktur unter Experten noch immer als „zartes Pflänzchen“, doch habe insbesondere Klöckner & Co während der Krise richtig gehandelt und Lagerbestände abgebaut sowie Kosten gesenkt. Die Analysten der Deutschen Bank sehen beim Stahlhändler aus Duisburg die „stärkste Bilanz im Sektor“ und erwarten Kurse von 22 Euro. Auch verfüge KlöCo über eine prall gefüllte Kriegskasse und somit die Chance, seine Marktstellung durch Zukäufe weiter auszubauen. Insgesamt schätzen 22 Analysten laut Finanzportal Onvista den Ausblick für Klöckner & Co eher positiv ein.

Gewissheit zu Übernahmen frühestens Ende des Jahres

Da einige Wettbewerber in Zeiten der Krise deutlich schlechter aufgestellt sind und Probleme mit der Refinanzierung haben, könnten Akquisitionen zudem preiswert durchgeführt werden. Klöckner & Co selbst plant bis Anfang 2010 den Kauf eines europäischen Konkurrenten. Bis zu 500 Millionen Euro möchte man dafür in die Hand nehmen. Verhandlungen sind nach Angaben des KlöCo-Finanzvorstands Gisbert Rühl bereits im Gange. Auch in Nordamerika wolle das Unternehmen aktiv werden.

Die KlöCo-Aktie gewann insbesondere durch die jüngste Kaufempfehlung der Deutschen Bank an Dynamik. Das Papier eröffnete am Tag der Empfehlung mit einer Kurslücke nach oben und setzt seinen Höhenflug bis heute fort. Allerdings befinden sich aus charttechnischer Sicht zwischen 19 und 20 Euro Widerstände, welche die Aktie bereits im August nur kurzzeitig überwinden konnte. Da Neuigkeiten über potentielle Übernahmen zudem frühestens Ende dieses Jahres zu erwarten sind und KlöCo als „konjunktursensibel“ gilt, wird es für die Aktie schwer, das Kursziel der Deutschen Bank bei 22 Euro in Kürze zu erreichen. Ein Rücksetzer würde der Aktie nach 20 Prozent Wertzuwachs in nur einer Woche gut tun.


Oktober 13, 2009

Ein Gedanke zu „"Stärkste Bilanz im Sektor": Klöckner & Co setzt auf Zukäufe – die Aktie übertreibt

  1. doktor291

    Also ich finde die Entwicklung gut.
    Bei klöckner merkt man auch, dass sie nicht nur steigt, sondern auch mal Erholungsphasen hat.

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