Glanz in der Krise? Gold ETFs als Alternative zu physischen Investments


Wer in Gold ETFs investiert, muss sich keine Gedanken um die Lagerung machenDer Finanzkrise folgt die Krise der Realwirtschaft und niemand weiß, wie schwer die Rezession wird und wie lange sie andauert. Hochkonjunktur für Schwarzmaler, aber auch seriöse Fachleute geben zu, dass fundierte Prognosen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung derzeit nicht möglich sind. Anlageentscheidungen fallen in diesen Zeiten folglich schwerer denn je zuvor. In dieser Situation wird eine Anlagemöglichkeit wieder aktuell, deren Aufmerksamkeitswert beim Publikum einer Achterbahnfahrt gleicht: Gold.

Mal heißer Spekulationstipp und dann wieder als „Angsthasen-Anlage“ verspottet. Doch in der Krise gewinnt das Gold an Glanz, zumal mit den Gold Exchange Traded Funds (Gold ETFs) eine Anlagemöglichkeit jenseits von Krüger Rand und Goldbarren besteht.

Gold ETFs sind passiv gemanagte Investmentfonds, die sogenannte Creation Units herausgeben. Diese Papiere werden an der Börse gehandelt und können auch an Investmentgesellschaften verkauft werden. Somit fallen für den Anleger sämtliche Unannehmlichkeiten von physischen Gold-Investments weg. Stattdessen werden bei Gold ETFs Gebühren fällig, die im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds allerdings überschaubar sind.

Verkauf staatlicher Goldreserven birgt moderates Risiko

Ein Blick auf den globalen Goldmarkt: Die jährlich Förderung liegt derzeit bei 2.500 Tonnen, allerdings mit abnehmender Tendenz. Ein Preisdruck durch erhöhte Fördermengen ist demnach nicht zu erwarten. Eher wird das Gegenteil eintreten. Weitet sich die Krise weiter aus, wird die Nachfrage nach Gold in die Höhe schnellen und damit auch den Goldpreis. Eine gewisse gegenläufige Entwicklung ist allerdings deshalb zu erwarten, weil der steigende Goldpreis die Nachfrage in einigen asiatischen Ländern, vor allem in Indien, dämpfen wird. In diesen Ländern wird traditionell ein Großteil des Familienvermögens in Gold angelegt.

Natürlich sind auch Anlagen in Gold ETFs nicht gänzlich risikofrei. Für die Überwindung der Wirtschaftskrise stellen die Staaten Summen bereit, die ihre Haushalte sprengen könnten, in jedem Fall aber auf Jahre hinaus belasten. Manch ein Finanzminister wird deshalb Überlegungen anstellen, sich durch einen Verkauf eines Teils seines Goldschatzes Luft zu verschaffen.

Man kann aber davon ausgehen, dass sich alle Finanzminister über die Volatilität des Goldmarkts im klaren sind und wenn überhaupt nur sehr vorsichtigen Gebrauch von dieser Möglichkeit machen. Deshalb sind alles in allem die Aussichten für Anlagen in Gold ETFs positiv zu sehen. Dafür spricht auch, dass sie mittlerweile auch institutionelle Anleger, wie beispielsweise Versicherungsgesellschaften, anziehen.

Am Markt sind bisher vier Gold ETFs, der größte davon aus den USA, die sich in kurzer Zeit als Investment etabliert haben. Mit einem Gesamtbestand von knapp 370 Tonnen Gold liegen ihre Goldvorräte zwar deutlich hinter denen der großen Industrieländer zurück, die Fonds rangieren mit ihren Reserven allerdings immerhin zwischen Russland und Indien. Das bedeutet Platz 15 auf der Weltrangliste der Goldbesitzer. Die Creation Units der Gold ETFs sind also längst kein Nischenprodukt des Anlagemarktes mehr.


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Die Aktien-Informationen und Marktdaten stammen von finanznachrichten.de.
Januar 6, 2009

4 Gedanken zu „Glanz in der Krise? Gold ETFs als Alternative zu physischen Investments

  1. Frank

    In Abu Dhabi ist die Nachfrage nach Gold zwar etwas zurück gegangen, dennoch sind die Prognosen für 2009 außerordentlich gut. Experten rechnen mit einem Preis von zwischen 1000$ und 2000$/Unze bereits für Ende des Jahres. Ich denke, es wird irgendwas in der Mitte werden.

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  2. Nico Popp Beitragsautor

    Ich stelle die Nachfrage nach Schmuck in diesen hektischen Zeiten etwas in den Hintergrund und gehe davon aus, dass Gold wegen seiner relativen Stärke im Vergleich zu anderen Anlageklassen und wegen des Werterhaltes gekauft werden wird. Die massive Ausweitung der Geldmenge in den USA und auch mit Abstrichen in Europa wird mittelfristig dafür sorgen, dass Inflation wieder ein Thema wird.

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  3. Tim

    Denke auch die Goldpreise in den nächsten Monaten neue Höhen erklimmen werden, wie ansich bei ejder sich anbahnenden Inflation. Da sind Gold-EFS sicher eine nette Anlage.

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  4. Konstantin

    Hallo

    Danke für diesen interessanten Artikel! Ich habe schon oft hier Beiträge gelesen und freue mich immer wieder über die gleichbleibend gute Qualität.

    Was das Thema selbst angeht:

    Gold wird nicht nur neue Höhen erklimmen, ich denke dies wird auch in einem bahnbrechenden Tempo von statten gehen

    Gruß, Konstantin

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