Jetzt in Kuba investieren? Entspannung zwischen Kuba und den USA bietet Chancen


Annäherung zwischen den USA und Kuba: Vertreibt ein warmer Dollar-Regen die Lethargie über Havanna?Der von US-Präsident Barrack Obama versprochene Wandel betrifft auch die Beziehungen zur Karibikinsel Kuba: Wie gestern bekannt wurde, will Obama das seit Bestehen der sozialistischen Republik verhängte Handelsembargo gegen Kuba teilweise lockern. Künftig soll die Telekommunikation zwischen Kuba und den USA vereinfacht werden, Obergrenzen für Barüberweisungen aus den USA nach Kuba wegfallen und Besuche zwischen in den USA lebenden Exil-Kubanern und ihren Verwandten in der Heimat durch Linienflüge vereinfacht werden. Diese politische Entspannung dürfte auch zu einem Hoffnungsschimmer für Investoren werden, die seit Jahren auf eine Öffnung des sozialistischen Landes spekulieren.

Insbesondere alte Staatsanleihen aus der Zeit von Diktator Fulgencio Batista, den Fidel Castro 1959 stürzte, wurden in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Spekulationsobjekt. Da die Bonds in der Regel mehr als neunzig Prozent ihres Wertes verloren hatten, versprechen die Staatsanleihen im Falle eines Umbruchs auf Kuba hohe Renditen. Seit der sozialistischen Revolution bedient Kuba seine Staatsschulden nicht mehr. Möchte das Land nach einem Umbruch allerdings neues Kapital aufnehmen, müsste es zunächst die Verbindlichkeiten aus der Batista-Ära akzeptieren und seine Schulden tilgen, denken wagemutige Investoren.

Anleger profitieren mit Fonds und Basket-Zertifikaten von einem Aufschwung

Die jüngste Entspannung im Verhältnis zwischen Kuba und den USA deutet allerdings weniger auf einen plötzlichen Umbruch, als auf einen stetigen Wandel in den Beziehungen beider Länder hin. Aktien einzelner Branchen könnten daher unmittelbar von der Annäherung der einstigen Erzfeinde profitieren: Hinter der Ankündigung, die Kommunikation zwischen Kuba und den USA zu verbessern, steckt beispielsweise die Öffnung des kubanischen Marktes für US-Telekommunikationsgesellschaften. Neben Versorgern bietet die jüngste Entwicklung zwischen beiden Ländern auch Unternehmen aus den Bereichen Tourismus und Rohstoffe neue Chancen. Das Reiseland Kuba verfügt neben Ölvorkommen im Umfang der Reserven der USA auch über Nickel, Kupfer, Mangan, Eisen, Kobalt, Chrom und sogar über Gold und Silber.

Für Investoren gibt es neben alten Staatsanleihen und ausgewählten US-Aktien, die von Aufträgen aus Kuba profitieren könnten, wenig Möglichkeiten. Einige Investmentgesellschaften ermöglichen es jedoch Privatanlegern, diversifiziert von einem Aufschwung Kubas zu profitieren. Der Herzfeld Carribean Bassin Fund legt in Kuba, Jamaika, Trinidad und Tobago, den Bahamas, der Dominikanischen Republik, Barbados, Puerto Rico, Mexiko, Honduras, Guatemala, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela und weiteren karibischen Staaten an und ermöglicht es Anlegern so, auch in potentielle Handelspartner Kubas zu investieren.

Wer seine Geldanlage ausschließlich auf Kuba beschränken möchte, kann auf das währungsgesicherte Kuba-Basket-Zertifikat der Société Générale setzen. Das Zertifikat bündelt 16 vorwiegend us-amerikanische Aktientitel, die nach Einschätzung des Emittenten von einem wirtschaftlichen Aufschwung Kubas profitieren sollten. Neben dem Baustoffhersteller Cemex sind auch Coca-Cola oder der Rohstoffproduzent Freeport McMoran im Aktienkorb vertreten. Für Anleger, die auf eine Absicherung gegen Währungsschwankungen verzichten wollen, hat die Société Générale auch eine Variante ohne Absicherung emittiert.


April 14, 2009

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