Die Märkte sind verunsichert: Darum sollte der Kapitalerhalt in diesen Tagen im Vordergrund stehen


Nichts Genaues weiß man nicht: Die Märkte tendieren zum Jahresende unentschlossen (Foto: Leica / pixelio.de)Wenn ich mich derzeit bei anderen Händlern oder auch Banken umhöre, weiß derzeit keiner von ihnen genau, was man machen, beziehungsweise wie man sich als Trader genau verhalten sollte. Es herrscht Unsicherheit vor. Dies prägt derzeit auch das Bild am Markt. Kurz vor dem großen Verfall am 18. Dezember liegt der größte Open Interest bei etwa 5600 Punkten. Oft ist es so, dass sich die großen Marktteilnehmer im Vorfeld positionieren und auch auf diese Marke „hinarbeiten“ – vorausgesetzt, es passieren bis dahin keine größeren unvorhersehbaren Ereignisse.

Auch am Chartbild kann man bei vielen Aktien und Indizes erkennen, dass es entweder zur Ausprägung von Doppeltops oder Schulter-Kopf-Schulter-Formationen gekommen ist. Diese könnten sich aber auch noch in ausgeprägte W-Formationen umformieren, die dann höhere Kursziele prognostizieren würden. Es ist derzeit aber leider so undurchsichtig, wie es ist…

Daher würde ich nicht um jeden Preis Risiko fahren und lieber auf bessere Gegebenheiten und Chancen lauern, die sich auftun, wenn die Unsicherheit ein wenig verflogen ist. In der jetzigen Börsenphase ist es daher ratsam, nicht um jedem Preis zu handeln. Das häufige Ausstoppen in Werten zerrt schließlich auch an den Nerven, obwohl es grundlegend wichtig ist, denn es dient schließlich dem Kapitalerhalt – und dieser sollte gerade an Tagen, an denen sich die Märkte im charttechnischen Niemandsland befinden, im Vordergrund stehen. Noch effektiver als mit solidem Moneymanagement schützen Sie Ihr Kapital allerdings, indem Sie abwarten, bis die Märkte eine eindeutige Richtung eingeschlagen haben!


Dezember 10, 2009

Ein Gedanke zu „Die Märkte sind verunsichert: Darum sollte der Kapitalerhalt in diesen Tagen im Vordergrund stehen

  1. M. Bittrich

    Ich habe schon vor geraumer Zeit eine hervorragende „Trader-Charakter-Schule“ kennengelernt, Poker Texas Hold´em genannt.
    Zugrunde liegt der Selbst-Test des Weltklasseprofis Chris Ferguson, der testete, wie lange er – bei Null anfangend – durch Freeroll-Turniere braucht, um von 0 auf 10tsd Dollar zu kommen. Bei Freerolls zahlt man virtuelle Chips und gewinnt echte Dollars; später spielte er natürlich ausschließlich mit echten Dollars weiter. Er brauchte trotz seines Weltniveaus über ein Jahr dafür und hatte einige Phasen der Selbstüberschätzung (vgl. Trader) durchzumachen, erwischte sich oft beim ungezügelten Einsatz seiner Payrolls (vgl. Trader). Nachdem er seine Gewinne zwischenzeitlich genullt hatte (vgl. Trader), zwang er sich selber, in keiner Runde mehr als 5% seiner Payroll einzusetzen und geriet dadurch – mit den üblichen mathematischen Spiel-Schwankungen (vgl. Trader) – auf die Gewinnerstraße. Man kann Unmengen über sich SELBER beim Poker lernen und nur darum geht es auch beim Trading. Jede Runde ist eine Coaching-Lektion. Und: Kaum ein Charakter ist für den Beruf des Pokerprofis geeignet, was auch für den Trader gilt. Trader dürfte der schwerste Beruf der Welt sein, er erfordert permanente Selbstdisziplin, die kaum jemand zu leisten imstande ist, Moneymanagement, und man hat sehr viel Freizeit am Tag, denn Übertrading muss unbedingt vermieden werden, dies ist der Tod vieler Trader.

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