No more making money:
N24 trennt sich endgültig von Markus Frick
Nach den Querelen um die vermeintlich wertlosen “Russen-Aktien”, dem öffentlichen Protest aufgebrachter Anleger und den Vorwürfen, Markus Frick habe in seiner kostenpflichtigen E-Mail-Hotline wertlose Unternehmen in unvorstellbare Bewertungssphären “gepusht”, zieht der Sender N24 nun Konsequenzen: Der Spiegel berichtet in seiner kommenden Ausgabe, dass Frick nicht mehr auf den Bildschirm zurückkehren wird und zitiert Torsten Rossmann, Geschäftsführer von N24 mit den Worten: “Das Thema ist bei uns beendet”. Enttäuschte Anleger, die in den vergangenen Wochen gezielt die Medien suchten, um die Öffentlichkeit an ihrem Schicksal teilhaben zu lassen, können sich nun zu Recht als Sieger fühlen.
Nachdem zahlreiche überregionale Zeitungen und Zeitschriften über den Fall berichtet haben, widmeten auch Börsensendungen im Fernsehen dem “Fall Frick” Sendeminuten. Was mit spontanen Unmutsäußerungen in Online-Foren begann, hat mittlerweile hohe Wellen geschlagen. Die selbsternannte “Stimme des Geldes” ist vorerst verstummt. Der Ruf von Markus Frick ist angekratzt. Die nächsten Empfehlungen werden zeigen, ob sich der “Börsenbäcker” rehabilitieren kann.

“zu Recht als Sieger fühlen”? Geld bekommen sie keins, aber bleiben meistens Opfer, d.h. anfällig für Gurus. Bekanntlich gibt es weltweit kaum einen Trader, der nicht durch das Tal der Tränen musste, also auf geht´s…
Kommentar von M.Bittrich — 24. Juni 2007 @ 13:48
Was mich an der Diskussion seit Jahren stört, ist der ständige Hinweis auf die Bäckerlehre. Der eine Halbauthist schafft kaum die Sonderschule, aber ist brillanter Mathematiker. Der Waldorfschüler X begnadeter Composer. Der Realschüler Y guter Wissensvermittler. Der Abiturient Z verzettelt sich dagegen bei der Studienwahl. Oder kann Prof. Otte durch tolle Performance und super Forschungsergebnisse den Markt outperformen? Nein, kein Akademiker hat Vorzüge am Markt, die stehen sich meistens sogar selber im Weg, da sie alle Methoden ausprobieren wollen und nie zu einer Strategie kommen.
Ich darf ferner auf US-Studien zu Millionärskarrieren verweisen: Die durchschnittlichen Highschool-Absolventen mit Noten um 2,4 sind reicht geworden - aber selten die Einser-Kandidaten (außer durch Erbschaft). Woran liegt das? Der Einserschüler denkt sich “Ich könnte Jura machen… Medizin ist aber auch interessant… Wirtschaft auch spannend…” - er kann alles, und erreicht nichts. Schon Goethe spottete seinerzeit über die vielen talentierten Leute, die es aber zu nichts bringen. Wer in Schule oder Ausbildung dagegen mittelmäßig war, weiß oft sehr früh, was er kann und was nicht, er spezialisiert sich - und wird Spitze in diesem Bereich, und so entsteht Erfolg!
Und Frick ist das Gejammer hier vermutlich völlig egal, ohne die Öffentlichkeit sind seine Werte nicht mehr so angreifbar und er könnte die Kurse bei marktengen Titeln auch im stillen Kämmerlein selber bewegen. Vielleicht lädt er Blüm ein und man freut sich über die sichere Rente?
Kommentar von M.Bittrich — 24. Juni 2007 @ 14:03
Ich glaube schon, dass die “Protestler” sich als Sieger fühlen können. Immerhin haben Sie die Öffentlichkeit auf ihre Erfahrungen aufmerksam gemacht. Geld bringt das zwar keins ein, aber immerhin Genugtuung und Aufklärung.
Der Hinweis auf Fricks Bäckerlehre ist nicht abwertend gemeint, vielmehr ist “Börsenbäcker” doch mittlerweile zu einem Synonym für Frick geworden. Ich stimme den Äußerungen auch hundertprozentig zu: Echte Leidenschaft braucht nicht unbedingt ein Universitätsstudium. Es ist sicher auch möglich, einen Studienabschluss zu erlangen, ohne wirklich umfassend zu einem Thema informiert zu sein, andererseits gibt es sicher auch viele Menschen, die sich im Rahmen eines Hobbys äußerst professionell mit bestimmten Themen auseinandersetzen und so ein großes Fachwissen erreichen.
Kommentar von Nico Popp — 24. Juni 2007 @ 14:13
Ich denke, dass hier unnötig Luft verbraucht wird ! Frick ist und war seit Jahren dafür bekannt, Aktien zu pushen, die immer nur einen persönlichen Vorteil als Hintergrund hätten haben müssen.
Bäcker hin oder her !!
Man sollte hingegen aber auch bei N24 einen Verantwortlichen in die Wüste schicken, ob der journalistischen Recherchen, die, wenn schon bei Frick augenscheinlich in die Hose ging, sicherlich auch bei anderen Schlagzeilen nicht mehr so leicht Zuhörer finden sollten.
Kommentar von Alex Kalthoff — 24. Juni 2007 @ 14:42
@ M.Bittrich
Mich würden diese Studien einfach mal aus priovatem Interesse heraus interessieren. Habe sie dafür Quellen zur Hand? Wäre ihn sehr Dankbar.
MFG
Alex B.
Kommentar von Alex B. — 28. Juni 2007 @ 10:21
Im Archiv von wissenschaft.de müsste sie zu finden sein, sonst googlen.
Kommentar von M.Bittrich — 28. Juni 2007 @ 13:26
Habe bereits gesucht, auch in der digitalen Datenbank der Unibib.
Weiß aber nicht genau wonoch ich suchen soll.
Welchen Namen hat das Kind?
Wäre über Hinweise Dankbar.
lg
Alex B.
Kommentar von Alex B. — 28. Juni 2007 @ 16:00
[...] gesunken waren und Frick seine TV-Show “Make Money” unter öffentlichem Druck aufgeben musste, wurde nun auch die Staatsanwaltschaft aktiv. Nach Medienberichten soll die [...]
Pingback von Verdacht der Kursmanipulation: Hausdurchsuchungen bei Markus Frick » Aktien-Blog — 11. Oktober 2007 @ 11:13