3. April 2007

Das ist der Rohstoff-Boom:
Nickel steigt seit Monaten ungebremst

Mangelware Nickel: Umweltrisiken behindern die Produktion und treiben den WeltmarktpreisMangelware Nickel: Umweltrisiken behindern die Produktion und treiben den Weltmarktpreis
Mangelware Nickel: Umweltrisiken behindern die Produktion und treiben den Weltmarktpreis

Ein Stoff, der von Banken als “Boom-Metall” bezeichnet wird und Produzenten in Erwartung “verrückter Preise” jubeln lässt, ist Nickel. Das Metall, das Stahl rostfrei hält und auch in der chemischen Industrie eingesetzt wird, ist knapp: Allein im Jahr 2007 konnte Nickel rund dreißig Prozent an Wert gewinnen. Die größten Vorkommen des Metalls lagern in Rußland, gefolgt von Australien und Kanada. Die größten Bergbaunationen sind also auch mit großen Nickelvorkommen ausgestattet. Da die hohe Nachfrage nach Nickel allerdings vor allem China geschuldet ist, gewinnt auch Indonesien, immerhin der weltweit fünftgrößte Nickelproduzent, an Bedeutung.

Im vergangenen Jahr importierte China rund fünfzig Prozent mehr Nickel als noch im Vorjahr. Da das Land selbst nur geringe Mengen produzieren kann und sich noch immer inmitten eines gewaltigen Wirtschaftsbooms befindet, scheint die chinesische Nachfrage an den weltweiten Märkten gesichert zu sein. Ein weiterer Faktor, der in den letzten Jahren zur rasanten Preisentwicklung bei Nickel geführt hat, sind neue, kostenintensive Fördermethoden. Barclay’s Capital macht die neuen Fördermethoden für eine Verdreifachung der Produktionskosten seit dem Jahr 2000 verantwortlich. Auch die zunehmende Umweltbelastung im Zusammenhang mit der Nickelproduktion treibe den Weltmarktpreis, so die Experten.

Den steilen Aufwärtstrend von Nickel und das vorhandene Angebotsdefizit soll mittlerweile auch von Hedge-Fonds erkannt worden sein: Beobachter dieser Anlageklasse vermuten einige Hedge-Fonds unter den Investoren. Zusätzlich machen Gerüchte die Runde, wonach ähnlich der Beteiligungsgesellschaften für Uran und Molybdän von Eric Sprott auch eine Nickel-Gesellschaft etabliert werden soll. In diesem Zusammenhang schossen in den letzten Wochen verstärkt Nickel-Explorer in die Top-Listen der Diskussionsforen. Castillian Resources, Crowflight Minerals, Canadian Arrow Mines und Mustang Minerals werden von Anlegern als zukünftige Nickel-Hoffnungen gehandelt. Da diese Gesellschaften zumeist über eine sehr geringe Marktkapitalisierung verfügen, sind hier mitunter rasante Kurssteigerungen möglich. Allerdings sind für eine rentable Nickelproduktion meist sehr große Vorkommen notwendig.

Da die Produktion von Nickel zudem mit extremen Umweltbelastungen verbunden sein kann, werden neue Abbaustätten in westlichen Demokratien häufig von Umweltaktivisten verhindert. Kleinere Explorer in Kanada laufen also einerseits Gefahr, sich aufgrund der Größe nicht als Produzent zu empfehlen, und andererseits, aus Gründen des Umweltschutzes keine Minenlizenz zu erhalten. Unter diesen Umständen könnte es sich also lohnen, mittels Zertifikaten direkt an der Preisentwicklung von Nickel zu partizipieren und nur Investments in ausgewählte Nickel-Explorer zu wagen.

von Nico Popp am 3. April 2007 um 09:16 Uhr, Hot-Stocks, Industriemetalle, Rohstoffe

2 Kommentare »

  1. Wer will schon den ganzen Dreck vor seiner Haustür haben? Wenn es sich jedoch lohnt werden bestimmt auch die Kanadier schwach. Nur sind dann wohl die Produktionskosten deutlich höher als in Südamerika wo sie nicht so auf die Umwelt achten. Trotzdem sin Gewinne doch GEwinne oder?

    Kommentar von Meister Eder — 3. April 2007 @ 17:41

  2. Ja, aber wenn man Nickel in anderen Gebieten preiswerter produzieren kann, werden die Minenprojekte eher dort finanziert. Zudem gibt es gerade in Kanada vor allem im Norden viel Stimmung gegen vermeintliche Umweltverschmutzer. Die Macht dieser Lobby würde ich nicht unterschätzen und deswegen lieber direkt in Nickel investieren.

    Kommentar von Nico Popp — 3. April 2007 @ 17:51

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