7. Juni 2007

Wer braucht diesen Index?
ÖkoDax startet in schwierigem Umfeld

Die deutsche Börsenlandschaft ist seit Dienstag um einen Index reicher: Der ÖkoDax fasst die zehn Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung aus den Bereichen Solar, Wind, Biosprit und Biogas zusammen. Namentlich handelt es sich um Q-Cells, Solarworld, Conergy, Ersol und Solon aus der Solarbranche sowie Nordex und Repower aus der Sparte der Windenergie. CropEnergies und Verbio repräsentieren die Biokraftstoffe und Schmack den Bereich Biogas. Betrachtet man die Kurscharts der ÖkoDax-Unternehmen, so fällt auf, dass annähernd alle Gesellschaften schon deutliche Kurssteigerungen hinter sich haben. Lediglich der Bereich Biokraftstoffe kam bereits vor wenigen Monaten deutlich unter die Räder.

Angesichts der hohen Bewertungen im ÖkoDax muss sich die Deutsche Börse die Frage gefallen lassen, ob die Einführung des Index nicht zu spät kommt. Öko-Aktien haben bereits einige gute Jahre hinter sich und die ambitionierten Börsenbewertungen müssen zunächst durch hohe Gewinne gerechtfertigt werden. Zudem stehen regenerative Energien zunehmend zur Disposition: Während weltweit bereits neue Kernkraftwerke gebaut werden, hat die Internationale Energieagentur (IEA) auch Deutschland geraten, seinen Atomausstieg zu überdenken.

Gleichzeitigt droht das Öl-Kartell OPEC den westlichen Staaten mit einer künstlichen Verknappung des Öl-Angebots, sollte der Westen weiter in Ökosprit investieren. Die Rahmenbedingungen für den Start des ÖkoDax wirken ungünstig. Um Anleger anzuziehen, muss sich der neue Index zunächst beweisen.

von Nico Popp am 7. Juni 2007 um 13:30 Uhr Ethanol, Nebenwerte, Solarenergie, Technologie, Ökoinvest

5 Kommentare »

  1. OK,der Öko-Dax kommt reichlich spät - andere Indexe, wie der NAI (Früher NAX) haben diese Lücke schon vor Jahren gefüllt.
    Auch wenn die Aktien bereits seit Jahren gut gelaufen sind, kann ich folgender Passage nur widersprechen:

    “Zudem stehen regenerative Energien zunehmend zur Disposition: Während weltweit bereits neue Kernkraftwerke gebaut werden, hat die Internatione Energieagentur (IEA) auch Deutschland geraten, seinen Atomausstieg zu überdenken.”

    Ganz im Gegenteil: Selbst und gerade, wenn alle Welt neue Atomkraftwerke bauen will, steigen der Uranpreis und das verfügbare Uran dürfte noch schneller verbraucht werden. (Von hierdurch steigender Terrorgefahr und zunehmenden Kosten bei der Entsorgung mal ganz abgesehen.)

    Sollte die OPEC tatsächlich die Ölförderung drosseln, so beschleunigt sie damit nur die Suche nach alternativen Ressourcen.

    Es gibt zu regenerativen Energiequellen KEINE Alternative.
    Der beste Fusionsreaktor funktioniert bereits seit Millionen Jahren zuverlässig, die Abfall-Entsorgungsfrage ist geklärt, wir müssen uns nur noch darum kümmern, die täglich gratis gelieferte Sonnenenergie und vielleicht ein wenig Erdwärme einzusammeln und geschickt zu verteilen.

    Das sollte unseren erfindungsreichen, intelligenten und genialen Ingenieuren doch immer besser gelingen.

    Welche Firmen am Ende davon profitieren steht allerdings auf einem anderen Blatt….
    findet
    Pu der Baer
    Ein Bär von geringem Verstand

    Kommentar von Pu der Baer — 8. Juni 2007 @ 11:53

  2. Das Thema der Entsorgung ist bei Atomkraftwerken allerdings zu berücksichtigen, das sehe ich auch so. Allerdings ist Uran nicht wirklich selten. Das am Markt befindliche Angebot ist zwar sehr gering und dort wird es auf Sicht der nächsten Jahre ein klares Defizit geben, aber grundsätzlich ist im Boden genug Uran vorhanden.

    Außerdem spricht für Uran, dass es eine zuverlässige, CO2-sparende und höchst effiziente Energiequelle ist. Die Preise könnten wohl noch deutlicher steigen, um gemessen an der Energieeffizienz teuerer als Kohle zu sein. Vom CO2-Effekt ganz zu schweigen.

    Langfristig muss Öl und Kohle natürlich ersetzt werden. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob wir technologisch bereits so weit sind, um für die nächsten 30 Jahre auf Kernenergie zu verzichten. Klar benötigen wir für einen ausgewogenen Energiemix mittelfristig auch Sonne und Wind, aber um noch mal auf den ÖkoDax zurück zu kommen: Heute würde ich in den Sektor nicht investieren.

    Kommentar von Nico Popp — 8. Juni 2007 @ 13:48

  3. Wirklich erstaunlich, ich habe noch auf keinem Aktienportal wie z.B. Onvista vom Öko-Dax gehört. Wo kann man sich diesen Index denn anzeigen lassen?
    Klingt aber nach einer guten Idee!

    Kommentar von Dax Prognose — 14. Dezember 2007 @ 16:58

  4. Kernenergie ist auf lange Sicht auf keinem Fall eine Möglichkeit unser Klima zu retten.
    Da stecken viel mehr finanzielle Interessen der Betreiber dahinter weil die bereits
    abgeschriebenen AKWs´ äuserst billigen Strom für die Betreiber herstellen den wir
    teuer bezahlen. Der Gesamtbeitrag der Stromerzeugung der AKWs´ weltweit beläuft sich auf gerade mal 5%. Außerdem haben die Länder die wieder AKWs´ bauen wollen verstärkt
    das Problem daß sie keine Standorte mehr finden weil wirklich niemand ein AKW in seiner Umgebung haben möchte. Der Ausbau im Großem Stil ist also bereits von der Seite
    her sehr fraglich! C02 neutral ist natürlich auch sehr stark Definitionssache. Die Gesamtenergiebillanz eines AKWs´ ist viel schlechter als proklammiert. 1. Die immensen Sicherheitsvorkehrungen. 2. Der Rückbau eines AKWs´ 3. Die nahezu ungeklärte Atommüllfrage…………wie viele Generationen müssen sich um den Atommüll kümmern bei einer Halbwertszeit von etlichen tausenden von Jahren! Die Gesamtenergiebilanz also Gesamt-CO2 Bilanz eines AKWs´ ist kaum bezifferbar!

    Kommentar von P. Markus — 12. Juni 2008 @ 22:49

  5. Archea Biogas vor Kursexplosion

    Petrom investiert gemäß rumänischen Pressemeldungen 20 Millionen Euro in Archea Biogasanlagen.

    Kommentar von Pazara — 17. Juli 2009 @ 15:45

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