Wer kauft Silber? Analyse des Silbermarkts – die Nachfrage


Trotz schwächerer Nachfrage aus Indien bleibt Silberschmuck weltweit beliebt (Quelle: Morguefile)In unserer Analyse von vergangener Woche zeigten wir bereits, wie groß das Angebot auf dem Silbermarkt ist. Heute möchten wir auf die Nachfrage eingehen. Den größten Posten machen hier industrielle Anwendungen aus, die fast fünfzig Prozent des angebotenen Silbers vom Markt nehmen. Ein weiterer großer Nachfrager ist die Fotobranche. Trotz der Revolution des Marktes durch Digitalkameras wird noch immer Silber verwendet, um Bilder auf besonders hochwertigem Papier auszudrucken. Die Sorge der Bullen, dass die Fotoindustrie eines Tages gar kein Silber mehr benötigen würde, ist daher unbegründet. Es gibt zwar Rückgänge, aber die nachgefragte Menge ist noch immer recht hoch.

Besonders interessant ist auch der Bereich des Silberschmucks. Hier konnte sich die Nachfrage relativ stabil halten, obwohl der Preis für Silber deutlich angezogen hat. Vor allem in Indien ging die Nachfrage zurück, da der Wechselkurs der Indischen Rupie abwertete und dadurch Silber für Inder zu einem sehr kostspieligen Gut wurde. Im Großen und Ganzen konnte sich die Silbernachfrage von Seiten der Schmuckindustrie jedoch behaupten und wir gehen davon aus, dass dies auch weiterhin so bleiben wird. Erst kürzlich wurde in den USA eine Marketingkampagne der Schmuckindustrie für Silber gestartet. Es ist davon auszugehen, dass solche Kampagnen auch Wirkung zeigen.

Silberminen lösen Hedging auf

Das Stichwort „Producer De-Hedging“ mit einem Wert von 25,00 Millionen Unzen sollte Anleger besonders interessieren: Hier zeigt sich ein enormer Anstieg gegenüber den Werten des Vorjahres. Unter diesem Begriff versteht man den Abbau von Vorwärtsverkäufen der Minen. Oftmals sichern Minen einen Teil oder ihre gesamte Produktion an Warenterminbörsen ab und verkaufen dieses Silber auf dem Markt. Man nennt diesen Prozess in der Fachsprache „Hedging“. Unter „De-Hedging“ versteht man das Gegenteil.

Die Minen kaufen die vorher auf Termin verkaufte Ware also mittlerweile wieder zurück. Doch wann macht man so etwas? Nur dann, wenn man der Meinung ist, dass man zu günstig verkauft hat. Offenbar rechnen die Minen damit, dass es in Zukunft höhere Silberpreise geben wird und kaufen daher ihr im Voraus verkauftes Silber wieder zurück. Wir sehen darin ein sehr positives Signal für den Silberpreis.

Positiver Ausblick für Silber

Angebot und Nachfrage: Der Silbermarkt auf einen Blick (Quelle: The Silver Institute)Der letzte Punkt in der Tabelle rechts sind die „Implied Net Investments“ mit einem Rückgang von 70,8 auf 25,8 Millionen Unzen. Darunter versteht man die Nachfrage der Investmentgemeinde nach Silber. Obwohl die börsennotierten Silberfonds große Zuflüsse verzeichnen und deutlich mehr Silber kaufen, kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einem geringeren Zuwachs der Nettonachfrage in 2007. Laut unseren Informationen haben viele Banken und Fonds außerbörslich Silber verkauft und sind daher für den Einbruch der Statistik verantwortlich.

Ein Vergleich der Tabelle zeigt, dass die Nachfrage 2007 bei 894,5 Millionen Unzen lag, während das Angebot der Minen nur 670,6 Millionen Unzen betrug. Da die Verkäufe der Zentralbanken deutlich zurückgehen und auch das Silberrecycling abnimmt, kann man hier künftig auf einen deutlichen Engpass schließen. Wir sind für die weitere Entwicklung des Silberpreises daher positiv eingestellt.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Silber, lesen Sie auch die anderen Artikel:

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Dezember 7, 2009

5 Gedanken zu „Wer kauft Silber? Analyse des Silbermarkts – die Nachfrage

  1. Nico Popp Beitragsautor

    Hallo Jürgen,

    ich geben Dir natürlich Recht, dass man seine Entscheidungen nicht nach den Entscheidungen anderer richten sollte. Aber bei diesem Thema ist es nach meiner Meinung schon etwas anders:

    Die Produzenten hatten zuvor ja nicht die gesamte Produktion im Voraus verkauft, sondern nur einen Teil. Diese Absicherungsgeschäfte waren unter Umständen auch vom Markt so erwünscht und die Produzenten sind dem dann eben nachgekommen. Ich denke, die Produzenten haben immer schon mit einem steigenden Silberpreis gerechnet – sonst hätten sie ein anderes Geschäft aufgezogen. Falsch war das Hedging nicht. Die Produzenten hätten zwar höhere Gewinne machen können, aber unterm Strich muss man eben auch Bankkredite, Aktienkurs, etc. berücksichtigen. Ich bin mir nicht sicher, ob ein Produzent der vor 3-4 Jahren nicht gehedget hätte, nicht vom Markt abgestraft worden wäre.

    Wenn Silber ohne Eindeckungskäufe der Produzenten in den nächsten Monaten weiter steigt, ist das doch ein gutes Zeichen. Bedenklich wird es für mich erst dann, wenn die Produzenten anfangen zu spekulieren.
    Gruß Nico

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