Sinkender Ölpreis vertreibt Inflations-Angst: Greenspan ruft zur Besonnenheit auf – Anleger greifen zu


Für den ehemaligen Chef der US-Notenbank Alan Greenspan ist die seit nunmehr fast einem Jahr andauernde Finanzkrise „ein Ereignis, wie es ein oder zweimal pro Jahrhundert vorkommt“. Nach Einschätzung Greenspans wird sich die Unsicherheit und die Angst vor Banken-Pleiten so lange am Markt halten, bis sich die Häuserpreise in den USA stabilisiert haben und ersichtlich ist, „wie viel Eigenkapital in den Häusern noch steckt – die wichtigste Sicherheit für einen Großteil der hypothekenbesicherten Wertpapiere in der Finanzwelt“, so der Ökonom in einem Gastkommentar für die Financial Times Deutschland (FTD). An der Börse findet Greenspan mit seinen warnenden Worten heute wenig Gehör: Der Umstand, dass der Ölpreis zeitweise die Marke von 120 US-Dollar (USD) unterschritten hatte, stimmte die Anleger zuversichtlich und trieb den Dax über 6500 Punkte.

Weiterhin dürfte heute auch Greenspans Nachfolger als Fed-Chef für Schlagzeilen sorgen. Um 20.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit gibt Ben Bernanke das Ergebnis der Zinssitzung bekannt. Allgemein wird erwartet, dass die Zentralbank den US-Leitzins unverändert lassen wird. Angesichts fallender Ölpreise ist durchaus vorstellbar, dass Bernanke den Kampf gegen die Inflation auf eine der nächsten Fed-Sitzungen verschiebt und „Helikopter-Ben“ die Märkte auch weiterhin mit „billigem“ Geld stützt. Der hohe Ölpreis war in den vergangenen Monaten eine der Hauptursachen für steigende Inflationsraten weltweit gewesen. Ein Großteil der heutigen Investoren dürfte sich genau durch diese Überlegung zum Aktien-Kauf entschlossen haben.

Es macht zumindest in diesen Tagen den Eindruck, als seien sich Notenbanken und Investoren einig darüber, welcher Weg aus der Krise eingeschlagen werden soll. Die Erholung der Aktienmärkte innerhalb der vergangenen Wochen stimmt ebenfalls zuversichtlich. Für Alan Greenspan entscheidet bis zu einer Stabilisierung der US-Immobilienpreise die Entwicklung der Aktienmärkte darüber, ob das Finanzsystem „in eine neue Phase von Angst und Turbulenzen zurückfällt“ oder nicht. In Anlehnung an eine alte Börsenweisheit könnte man nun sagen: „Die Erholung nährt die Erholung“. Oder einfach nur: „Es gibt Licht am Ende des Tunnels“.


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