26. Januar 2009

Staatsverschuldung und Goldpreisbindung:
Krisen-Pläne katapultieren Gold wieder über 900 Dollar

Goldpreisbindung gegen Geldpresse: Volkswirt Polleit will die Krise an der Wurzel packenGoldpreisbindung gegen Geldpresse: Volkswirt Polleit will die Krise an der Wurzel packen
Goldpreisbindung gegen Geldpresse: Volkswirt Polleit will die Krise an der Wurzel packen

Seit den Tiefstständen bei 680 US-Dollar (USD) im November des vergangenen Jahres hat sich der Goldpreis deutlich erholt: Mittlerweile notiert die Feinunze Gold wieder über 900 USD und beweist in stürmischen Börsenzeiten relative Stärke. Es macht den Anschein, als profitiere Gold vom weltweit stark steigenden Staatsdefizit und der leisen Befürchtung der Märkte, einige Staaten könnten an der Schuldentilgung scheitern. Denn sinkt die Bonität eines Staates, so wird auch die Staatswährung abgewertet. Die einzigen Währungen, die nicht durch Bankenrettungen und Konjunkturpakete belastet werden, sind die nur begrenzt vorhandenen Edelmetalle. Aus diesem Grund schlägt Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Barclays Capital, die Rückkehr zum Goldstandard vor.

Beim Goldstandard sind sämtliche Geldmittel an den Goldpreis gebunden - Bares muss vom Staat in Gold umgetauscht werden. Mit einer festen Goldbindung soll die Macht der Zentralbanken gebrochen werden, die ihre Entscheidungen nach Ansicht Polleits zu häufig kurzfristigen Interessen unterordnen und die Geldmenge unnötig ausweiten. Diese Form des Interventionismus werde von der Bevölkerung zwar kurzfristig als einziges Mittel gegen die Krise angesehen, sei langfristig allerdings Ursache des Problems, da eine steigende Geldmenge “Preis- und Produktionsstrukturen verzerrt und Fehlinvestitionen provoziert”, so der Wirtschaftswissenschaftler.

Aus der in Europa verfügbaren Geldmenge und den vorhandenen Goldreserven ergäbe sich nach Polleit ein theoretischer Goldpreis von 10.000 Euro je Feinunze. Würde man darüber hinaus die gesamten europäischen Bankverbindlichkeiten durch Gold abdecken wollen, käme man sogar auf einen Preis von 40.000 Euro je Unze. Sind sämtliche Bilanzwerte an Gold gebunden, soll zwischen den Währungen auf Basis der Goldpreisbindung ein fairer Wettbewerb entstehen. Polleit weiter: “Solch ein Wettbewerb würde den Weg zu gutem Geld eröffnen und Inflation, Deflation sowie die Enteignung der Steuerzahler vermeiden. Die unheilvolle Spirale des Interventionismus wäre gestoppt.”


6 Kommentare »

  1. 40.000 Euro pro Unze würden mir auch gefallen ;)

    Gut möglich, dass es am Ende darauf hinaus läuft. Aber nicht mit den jetzigen Machthabern. Eine solche Währungsreform wird es erst nach massiven Verschiebungen im Machtgefüge geben. Und die wird es erst geben, wenn die Wirtschaft so richtig am Boden liegt. Das wird noch ein bisschen dauern.

    Kommentar von Goldfreund — 27. Januar 2009 @ 14:48

  2. 40000 Eu pro Unze Gold.

    Das ist ungefähr sämtlich vorhandenes Gold in den Zentralbanken aufgewogen mit der weltweiten Geldmenge. Denkbar, dass wir das mal ansteuern oder wenigstens teilweise.

    Sobald ich meine persönlichen Sachen geregelt habe werde ich mich damit wieder näher befassen.

    Kommentar von Wetterfreund — 29. Juni 2009 @ 12:40

  3. Gold hat in verschiedenen Teilen der Welt jeweils einen anderen Stellenwert, jeweils geprägt durch den jeweiligen Kulturkreis.

    Ich bin Europäer und sehe das pragmatisch, wie meine Landsleute. Wir brauchen hier ein Zahlungsmittel, das in Zukunft so viel wert ist wie heute oder zumindest hinreichend sicher ist.
    Sollte dafür eine Bindung der Währung an das Gold nötig sein, dann soll es so sein.
    Ich vermute eher, was früher hätte die perfekte Lösung sein können, ist es heute nicht mehr.

    Mich würde hier interessieren, welchen Stellenwert Gold in anderen Ländern hat, wenn sich hier jemand äussern will.

    Kommentar von Wetterfreund — 29. Juni 2009 @ 12:54

  4. Der erste Preis ging soeben an MADOFF

    Will sagen auf die Frage, ob man in diesem Finanzsystem nicht automatisch irgendwann korrupt werden muss, so hat man doch extrem Mühe nicht irgendwann die Kurve zu kriegen, wenn ein Renditeversprechen lockt oder man eines geben muss.

    Die Alternative wäre, man stellt sich völlig unschuldig und schreitet auf Sandalen im häheren Gewand durch die Wüste und predigt die reine Lehre.

    Kommentar von Wetterfreund — 29. Juni 2009 @ 13:52

  5. Nein kein erster Preis,
    ich hab es nur auf die Spitze getrieben

    B. Madoff ging deutlich zu weit.

    Kommentar von Wetterfreund — 29. Juni 2009 @ 14:18

  6. Madoff wurde nun richtigerweise verurteilt.
    Was er getan hat ist wirklich ungeheuerlich.

    Mir fehlen die Worte, nachdem ich Einzelheiten erfahren habe.
    Ein Schlag ins Gesicht für alle, die es einfach nur versuchen richtig zu machen.

    Kommentar von Wetterfreund — 1. Juli 2009 @ 05:50

Einen Kommentar hinterlassen

RSS-Feed für KommentareTrackBack URI



Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Autoren dieses Blogs Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten oder halten können und somit ein möglicher Interessenskonflikt besteht. Das Angebot stellt keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung dar und dient lediglich der Information.
Page protected by Copyscape. Do not copy!

Copyright © 2006-2009 Nico Popp