Stimmungsanalyse bringt neue Erkenntnisse: Risikoscheue Anleger kehren im Dezember an den Aktienmarkt zurück


Intelligent Recommendations wertet kollektive Anlageentscheidungen aus und erstellt Analysen. Machen Sie kostenlos mit!Seit einiger Zeit untersuchen wir gemeinsam mit dem interaktiven Anlegerportal Intelligent Recommendations die Stimmungslage der Anleger nach Risikogruppen. Vor einem Monat zeigte die kollektive Asset Allocation der Anlageklassen Aktien, Anleihen, Immobilien, Geldmarkt, Rohstoffe, Währungen und Sonstiges, dass vorsichtige Anleger trotz aufkeimender Inflationsängste noch immer verstärkt auf Geldmarktpapiere, Anleihen oder Immobilien setzen. Auch war vor einem Monat auffallend, dass Rohstoffe in den Depots der meisten Anleger noch immer eine untergeordnete Rolle spielen. Die aktuellen Daten, die Intelligent Recommendations im Dezember erhoben hat, zeigen neue Erkenntnisse: Es scheint, als kämen die weniger risikobereiten Anleger an den Aktienmarkt zurück.

Kaum Überraschungen: Die kollektive Asset Allocation nach Risikoklassen (Quelle: Intelligent Recommendations GmbH)Um mehr als fünfzehn Prozentpunkte konnte der kollektive Depotanteil der weniger risikobereiten Anleger in der Hauptklasse „Aktien“ zulegen. Dieser Zuwachs ging in erster Linie auf Kosten der Hauptklassen „Geldmarkt“ und „Anleihen“, deren kollektiver Depotanteil bei den risikoaversen Anlegern zwar deutlich zurück ging, aber dennoch im Vergleich zu den anderen Risikogruppen hoch ist. So notiert der Depotanteil der weniger risikobereiten Anleger im Bereich des Geldmarkts noch immer mehr als doppelt so hoch, als bei den Risikobereiten und tendenziell Risikobereiten – weiteres Potential für Umschichtungen in riskantere Anlageklassen scheint also vorhanden zu sein.

Risikoscheue Anleger bei Rohstoffen unterrepräsentiert

Im Gegenzug haben die eher risikobereiten Anleger ihre Aktienengagements im Dezember zugunsten von Investments in Immobilien zurückgefahren. Die kollektiven Depotanteile beider Anlageklassen verteilen sich nunmehr fast stereotyp: Während die Depotgewichtung bei Aktien mit abnehmender Risikobereitschaft ebenfalls abnimmt, nimmt diese bei der als konservativ angesehenen Anlageklasse der Immobilien eher zu. Deutliche Diskrepanzen, wie noch in der Analyse der November-Daten zu erkennen, liegen heute kaum noch vor. Große Überraschungen bleiben aus. Der Rückgang der Aktieninvestments im Bereich von fünf Prozentpunkten bei den eher spekulativ ausgerichteten Anlegern ist zwar auffallend, aber noch unbedenklich: Da diese Investoren zuvor stark in Aktien investiert waren und zudem flexibler auf kurzfristige Marktschwankungen reagieren als vorsichtigere Anleger, können die Veränderungen unter „Gewinnmitnahmen“ verbucht werden. Erst wenn sich dieser Trend in den nächsten Monaten fortsetzen sollte, besteht Grund zur Vorsicht.

Veränderungen der Depotgewichtungen im Vergleich zum Vormonat: Risikoscheue Anleger schichten kräftig um (Quelle: Intelligent Recommendations GmbH)Die Zahlen von Dezember bestätigen die Erkenntnis unserer Sentiment-Analyse für den Dax-Index. Auch dort kehrten risikoaverse Anleger in den Markt zurück. Die Analyse der Hauptklassen bestätigt diese Annahme und zeigt, dass risikoscheue Investoren von konservativen Anlageklassen in spekulative Anlageklassen umgeschichtet haben. Dennoch besteht weiteres Potential für Umschichtungen zu Gunsten spekulativerer Anlageklassen wie beispielsweise Rohstoffe. Hier sind die vorsichtigen Anleger noch immer wenig repräsentiert.

Verpassen Sie nicht den nächsten Teil unserer kollektiven Asset Allocation. Nutzen Sie unsere E-Mail-Benachrichtigung rechts oben oder unseren RSS-Feed und bleiben Sie bei neuen Artikeln auf dem Laufenden.


Januar 7, 2010

3 Gedanken zu „Stimmungsanalyse bringt neue Erkenntnisse: Risikoscheue Anleger kehren im Dezember an den Aktienmarkt zurück

  1. Pingback: Risikoscheue Blicke (Links) • Börsennotizbuch

  2. Rainer

    Klar bekam man als Anleger erstmal nen Schock und hat sich mit weiteren Investitionen zurückgehalten, aber das Geld nur zuhause im Sparstrumpf zu verwahren und auf bessere Zeiten zu hoffen, führt nunmal zu nichts. Wichtig ist doch vor allem die eigene Vorsorge, die breit gestreut sein sollte. Dann treffen einen Krisen auch nicht so hart. Das Buch Finanzcrash ist dabei ganz hilfreich: http://www.der-finanz-experte.de/index.php/2010/01/11/buch-finanzcrash-persoenliche-krisenvorsorge/.

    Antworten
  3. Pingback: Aktien-Blog » Kollektive Asset Allocation: Optimismus verpufft - Anleger stark verunsichert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.