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IPO: Facebook-Börsengang wird zum Machtspiel


Schert sich nicht so sehr um die Wall Street: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (Foto: Guillaume Paumier / Wikimedia Commons, CC-by-3.0)Wer hätte denn schon erwartet, dass der Börsengang von Facebook vollkommen nach herkömmlichem Muster vonstatten gehen würde? Während sonst die Analysten der Investmentbanken wie Goldman Sachs bei einem IPO die Fäden in den Händen halten, dreht der Facebook-Chef, Mark Zuckerberg, den Spieß nun um und bestimmt selbst die Gebühren. Und er kann es sich leisten, die Wall-Street-Bosse wie Marionetten tanzen zu lassen. Bei dem Börsengang von Facebook geht es um Prestige – sehr viel Prestige.

Die Rede ist von 1,1 Prozent, die die am Börsengang involvierten Banken als Kommission erhalten sollen. Das ist deutlich weniger als die Hälfte dessen, was sonst an der Wall Street an Gebühren fällig ist. Abhängig vom Umfang ist eine Kommission zwischen drei und sieben Prozent üblich. Doch es geht um sehr viel Prestige, so dass sich viele Banken am Börsengang beteiligen. Insgesamt 31 Konsortialbanken sollen die Aktien des weltweit größten Sozialen Netzwerkes unter die Anleger bringen, darunter namhafte Banken wie die Deutsche Bank, die Bank of America, Morgan Stanley, JP Morgan oder Goldman Sachs. Aber auch kleinere Institute wie zum Beispiel Oppenheimer & Co oder Pacific Crest Securities, sind am Börsengang von Facebook beteiligt.

Der Grund hierfür ist denkbar einfach, wie Dan Niles vom Hedgefonds AlphaOne Capital Partners erklärt: „Je mehr Banken das IPO begleiten, desto mehr Analysten beschäftigten sich auch hinterher mit den Aktien.“ Zudem ist die Beteiligung kleinerer Institute durchaus sinnvoll, da sie die Verbreitung der Facebook-Aktien sehr gut vorantreiben können. „Kleinere Firmen erreichen oft Privatkunden, die sonst keinen Zugang zu Facebook-Aktien hätten“, erklärt Niles diese Maßnahme des Internetgiganten. Und nicht zu vergessen: Auch wenn die Kommission deutlich unter dem üblichen Prozentsatz liegt, es geht um sehr viel Geld und natürlich wollen sich nahezu alle Banken an diesem prestigeträchtigen Deal beteiligen, wie Finanzexperten wie Juerg Zeltner von der UBS AG betonen.

Zuckerberg schwänzt Investorentreffen

Es geht um Geld, sehr viel Geld. Die mit dem Börsengang erwarteten Einnahmen liegen wohl bei mindestens fünf Milliarden Dollar. Damit ist Facebook aller Voraussicht nach die größte Internetfirma weltweit. Kein Wunder, dass sich die Banken mit dem geringen Anteil am Kuchen begnügen, denn auch so ist es ein lohnendes Geschäft für die Institute. Der Wert von Facebook wird zusammen mit den Anteilen der Alteigentümer um Gründer Mark Zuckerberg auf gut 100 Milliarden geschätzt. Das bringt Zuckerberg natürlich in eine sehr vorteilhafte Situation gegenüber den Instituten. Und so schwänzte er gleich einmal das dreistündige Analystentreffen.

Finanzchef David Ebersmann soll Zuckerberg mit der Begründung entschuldigt haben, dass dieser sich doch lieber um die Produktentwicklung anstatt um derartige Gespräche kümmern wolle. In dem Treffen mit den Analysten der Wall Street ging es unter anderem darum, wie die steigenden Nutzerzahlen zu monetarisieren – also zu Geld zu machen – sind. Über das genaue Vorgehen vereinbarten die Teilnehmer bislang stillschweigen, da man sich noch in einer zu frühen Phase befände.


April 4, 2012

Anlauf auf die Tiefstmarken: Wall Street schließt deutlich im Minus

Die unmittelbar bevorstehende Entscheidung über Notkredite für die US-Autohersteller General Motors (GM) und Chrysler sowie schwache Konjunkturdaten haben die Kurse an der Wall Street heute in den Keller gedrückt: Der Dow-Jones-Index gab um 3,8 Prozent nach und schloss bei 7552 Punkten am Tagestief. Somit notiert der Index nur noch knapp 160 Punkte oberhalb seines 52-Wochen-Tiefs. Auch der breiter gefasste S&P 500 gab rund 4,6 Prozent nach.

Februar 17, 2009

TV-Tipp: „Durch die Nacht mit Bruce Greenwald und Joseph Stiglitz“

Auf der Suche nach Ursachen: Joseph Stiglitz (links) und Bruce GreenwaldHeute um 23.45 Uhr bietet der TV-Sender Arte seinen Zuschauern einen Blick hinter die Kulissen der Wall Street und ergründet mit Joseph E. Stiglitz und Bruce Greenwald die Ursachen der Finanzkrise. Beide Gäste sind weltweit bekannt: Stiglitz war Berater von US-Präsident Bill Clinton sowie Chefvolkswirt der Weltbank. Außerdem erhielt er den Wirtschaftsnobelpreis. Stiglitz, der als Kritiker der internationalen Finanzmärkte gilt, begegnet in Bruce Greenwald einem alten Hasen der Investment-Szene, dessen Lieblingsthema das Wachstum ist. Weiterlesen

Februar 5, 2009

Wie soll man die Banken retten? Anleger sehen wegen „Rettungs-Hickhack“ schwarz

„Bad Banks“ ja oder nein und falls ja nach welchem Modell? Verstaatlichung aller Banken oder gar die kontrollierte Pleite krisengeschüttelter Geldinstitute? Anleger quittieren die öffentliche Diskussion um den Königsweg aus der Finanzkrise mit fallenden Kursen: Nachdem der Dax-Index bereits um 1,5 Prozent auf 4271 Punkte gefallen war, verlor auch die Wall Street. Der Dow-Jones-Index gab um 0,8 Prozent auf 7936 Punkte nach. Auch jenseits des Atlaniks belastet der Hickhack um die Rettung der Banken die Kurse.

Februar 2, 2009

Wall Street weitet Verluste aus: Banktitel größte Verlierer im Dow-Jones-Index

Auch die Kurse an der Wall Street haben im weiteren Handelsverlauf nachgegeben: Der Dow-Jones-Index verliert 2,7 Prozent auf 8149 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verliert sogar 3,3 Prozent auf 845 Punkte. Insbesondere Finanztitel waren für den schwachen Handelsverlauf an der Wall Street verantwortlich. Die größten Verlierer im Dow-Jones-Index sind JP Morgan Chase, Citigroup und die Bank of America. Alle drei Titel verlieren zwischen sieben und acht Prozent ihres Wertes. Derweil wurden neue Details zur möglichen Gründung einer US-Bad-Bank bekannt: Der Senator des US-Bundesstaats New York, Charles Schumer, bezifferte die Kosten für eine „Bad Bank“ auf einen Betrag zwischen einer und vier Billionen US-Dollar (USD).

Januar 29, 2009

Hoffnung auf bessere Politik: Obamas Personalentscheidungen beflügeln Wall Street

Ab Montag designierter US-Finanzminister? Timothy Geithner ist Chef der Notenbank New YorksDer Obama-Effekt ist wieder da: Gestern sorgten Gerüchte über das neue Kabinett des designierten US-Präsidenten Barrack Obama für Kursgewinne an der Wall Street. Neben Hillary Clinton, die neue Außenministerin der USA werden soll, beflügelte insbesondere die Nachricht einer möglichen Nominierung von Timothy Geithner als neuer Finanzminister die Kurse. Geithner ist derzeit Chef der New Yorker Notenbank. Weiterlesen

November 22, 2008

Kursrutsch in der letzten Handelsstunde: US-Indizes stürzen auf neue Tiefstmarken

Die US-Indizes Dow Jones und S&P500 haben nach einem dramatischen Kurssturz neue Tiefstmarken erreicht und somit sämtliche naheliegenden charttechnischen Unterstützungen unterschritten. Ein Ölpreis unter 50 US-Dollar (USD) sowie anhaltende Sorgen um die US-Autoindustrie haben die Indizes in der letzten Handelsstunde deutlich ins Minus geschickt. Der Dow-Jones-Index beendete den Handel bei 7553 Punkten 5,3 Prozent tiefer. Der breiter gefasste S&P500 schloss bei 752 Punkten sogar mehr als 6,7 Prozent im Minus.

November 20, 2008