Warum Trading mehr als handeln ist


Trader werden ist schwer, Trader bleiben um so mehr.

Trader werden ist schwer, Trader bleiben um so mehr.

Nebenher mit tausenden Euro jonglieren und mit Arbeit von zu Hause ein kleines Vermögen machen. So oder ähnlich stellen sich viele Menschen den Beruf des Traders vor. Vor allem junge Menschen gehen mitunter naiv an die Aufgabe, Trader zu werden, heran. Denn um Trader zu werden, reicht es nicht aus, einige Bücher zu lesen und Empfehlungen zu folgen. Der Weg zum Trader ist vor allem lang und steinig. Schnelle Ergebnisse sind selten. Naturtalente gibt es so gut wie nie. Während fünfzehn Jahren in der Finanzbranche habe ich viele Trader kommen und gehen sehen.

Futures, Forex oder CFDs?

Selbst eine monatelange Erfolgswelle beweist noch nicht, ob jemand das Zeug zum Trader hat. Im Gegenteil: Oftmals sorgt die Euphorie der ersten Erfolge dafür, dass Trader Fehler machen. Richtig erfolgreich wird man erst, wenn man einige Jahre in Folge am Markt hat bestehen können. Wer während schwacher Jahre Verluste gering hält, hat wahrscheinlich mehr vom Trading verstanden, als jemand, der in starken Jahren hohe Gewinne einfährt. Da jeder Mensch von Emotionen getrieben ist und sich Euphorie und Angst schlecht steuern lassen, braucht ein Trader ein klares Regelwerk, das nicht verändert wird. Dazu gehören Ein- und Ausstiegssignale ebenso wie klare Vorstellungen über Positionsgrößen und Risiko. Jeder Trader muss sich selbst eine Struktur geben, um Emotionen so gut es geht ausschalten zu können und Fehler zu minimieren.

Neben dieser Struktur sollten sich künftige Trader auch mit ihrem Umfeld auseinander setzen. Wer glaubt, dass sich jeder Markt nur anhand charttechnischer Signale handeln lässt, der irrt. Jeder Markt hat seine Eigenheiten. Ob es nun Aktien, Währungen, Rohstoffe oder Indizes sein sollen – Trader sollten sich auf einen Markt spezialisieren und diesen gut kennen. Auch die Wahl der Instrumente ist wichtig. Ein CFD-Konto ist schnell eröffnet. Doch vor dem ersten Trade sollte die Entscheidung für ein Instrument stehen. Manch ein Händler bevorzugt CFDs, ein anderer Forex, ein Dritter setzt auf Futures.

Trading-Ansatz den Gegebenheiten anpassen

Zu einem guten Umfeld gehört auch die Wahl des richtigen Brokers. Neben regulatorischen Unterschieden gibt es beispielsweise bei CFD-Anbietern die Wahl zwischen Market Makern und ECN-Brokern. Auch die Frage nach Marketing-Versprechen und tatsächlichen Bedingungen beim Forex Trading ist entscheidend. Beispielsweise variieren die Spreads, also die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Je weiter ein Spread, desto größer das Risiko. Wenn Spreads bei volatilen Marktbedingungen bei einem Broker weit auseinanderklaffen und beim anderen nicht, kann dies bei 100 Trades schon eine Menge ausmachen. Der Forex-Broker CMC Markets hat die tatsächlichen Spreads der Vergangenheit ausgewertet und veröffentlicht. Es empfiehlt sich daher, bei der Wahl des Brokers nicht nur auf die Gebühren, sondern auf Details zu schauen. Dazu gehören auch eine stabile Kursversorgung sowie eine intuitiv zu bedienende Handelssoftware.

Neben der Wahl des Brokers kommt es auch auf die eigene Internetanbindung, die Qualität der Hardware und nicht zuletzt den mentalen Zustand des Traders an. Wer täglich tausende Euro riskieren will, sollte topfit sein. Wer psychisch labil, sprunghaft oder wenig ausgeglichen ist, sollte seinen Wunsch, Trader oder Traderin zu werden kritisch hinterfragen oder dies zumindest bei der Wahl des Trading-Stils berücksichtigen. Während der kurzfristige Zeithorizont den Trader besonders fordert, können andere Ansätze wie beispielsweise das Swing-Trading dabei helfen, Risikofaktoren zu minimieren.

Trading ist kein Selbstläufer

Die Entscheidung Trader zu werden kann man nicht von heute auf morgen treffen. Erst nach vielen Lerneinheiten, schmerzhaften Erfahrungen und einer akribischen Optimierung der Trading-Bedingungen kann am Ende der Entschluss stehen. Doch selbst danach ist keineswegs sicher, dass Trading ein lebenslanger Job ist. Manch eine Strategie funktioniert nach wenigen Jahren nicht mehr. Manch ein Trader fühlt sich dem Druck nicht mehr gewachsen und sucht sich eine neue Beschäftigung. Eines ist Trading auf keinen Fall: ein Selbstläufer.


Januar 23, 2016

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