Uranaktien: China kauft Uran wie vor zwei Jahren Kupfer


Der Uran-Spotpreis hat 4 US-Dollar (USD) auf 46 USD zugelegt. Der Long-Term-Kontrakt bewegte sich in dieser Woche ebenfalls um 2 USD auf nunmehr 60 USD je Pfund nach oben. Wir glauben aus mehreren Gründen, dass dies die Wende beim Uranpreis war. Das Gute: Viele Aktien hervorragender Uranexplorer sind noch am Boden. Kaum ein Investor scheint dem Braten nach mehrmaligen, gescheiterten Erholungsversuchen zu trauen. Dabei sprechen nun noch mehr Fakten für die Nachhaltigkeit der Trendwende.

China kauft Energieexperten zufolge überall Uran heimlich, still und leise auf. Und zwar alles, was man zu den aktuellen Discountpreisen bekommen kann. Ähnlich wie man nach dem Finanzcrash 2008 die Kupferbestände zu Niedrigstpreisen aufstockte, baut man nun riesige Uranlagerbestände auf! Keiner wird wohl so blauäugig gewesen sein zu glauben, dass China von derzeit 9,1 Gigawatt in 11 Reaktoren auf 70 Gigawatt (!) in über 50 Reaktoren im Jahr 2020 aufrüsten wird (24 Reaktoren mit 25,4 Gigawatt sind im Bau, weitere 18 in Planung), ohne dafür zu sorgen, dass diese Kernreaktoren auch mit dem nötigen Uran-Treibstoff versorgt werden.

Dagegen haben viele westliche Kernkraftwerke ihre Käufe in den letzten Jahren in der Hoffnung auf weiter fallende Preise zurückgehalten. Dies wird sich nun ändern und es wird irgendwann eng werden, wenn plötzlich alle gleichzeitig wieder Uran haben wollen. Hinzu kommt, dass Russland ab 2013 kein Material mehr aus der Abrüstung seiner Kernwaffen liefern wird.

Gleichzeitig aber die beiden größten Uranminen der Welt (Olympic Dam in Australien und die überflutete Cigar Lake in Kanada) auf Jahre noch nicht in Produktion sein werden – unabhängig davon, was hier seit Jahren spekuliert wird. (Cameco erzählte vor drei Jahren, dass man in „sechs Monaten“ die Überflutung im Griff haben würde…)

Uran wird global (nicht unbedingt in Deutschland; hier ist eine andere Wahrnehmung) als alternativer Energieträger gesehen. Chinas elf Reaktoren liefern derzeit nur 1,3 Prozent des produzierten Stroms des Riesenreichs. Global werden circa 14 Prozent des Stroms aus Kernenergie erzeugt. China will mit diesem Ausbau bis 2020 wenigstens auf 5 Prozent seines Gesamtverbrauchs kommen. Bis jetzt liefern annähernd 80 Prozent veraltete „Kohleschleudern“ den chinesischen Strom. Diese gelten als einige der größten CO2-Verursacher weltweit.

Unsere Einschätzung hatten wir schon im Update dieser Woche genannt: Sobald der Long-Term-Preis über 70 USD steigen sollte (ab diesem Preis lohnt sich die langfristige Finanzierung der meisten Explorationsprojekte), wird eine große Konsolidierung (Übernahmen, Fusionen), welche durch den Preiseinbruch verhindert, beziehungsweise unterbrochen wurde, erneut in Gang kommen! Wer jetzt noch Positionen in Uranaktien wie Uranerz, Forsys oder Uranium Energy unter den Explorern oder Uranium One, Paladin Energy und Denison Mines unter den Produzenten hat, bleibt nun dabei. Wer nicht oder nicht mehr dabei ist, kann nun wieder mit ersten Aktienpositionen einsteigen, um auf die nun wohl in Gang geratene Uranpreiserholung mit Hebel zu setzen.


August 1, 2010

2 Gedanken zu „Uranaktien: China kauft Uran wie vor zwei Jahren Kupfer

  1. Pingback: Uranerz plötzlich wieder gefragt? China kauft Uran wie vor zwei Jahren Kupfer

  2. Pingback: Woher Ihr kommt….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.