US-Rettungsschirm bereits gesprengt? Märkte erwarten neue Bilanzlöcher


Rettung um jeden Preis? Bloomberg klagt gegen US-NotenbankDie Finanzkrise hat die Börsen wieder voll im Griff: Zeitweise verlor der Dax-Index heute mehr als drei Prozent und sackte unter die Marke von 4900 Punkten. Noch immer sorgen schlechte Nachrichten aus den Unternehmenszentralen für Kursverluste. Nachdem die Aktie des US-Automobilherstellers General Motors (GM) bereits gestern unter einer Analyse der Deutschen Bank gelitten hat, in der dem Autobauer in Aussicht gestellt wurde, ohne staatliche Hilfen den Dezember operativ nicht zu überstehen, enttäuschten heute auch deutsche Gesellschaften.

Die HSH Nordbank, deren Vorsitzender Hans Berger gestern das Handtuch geworfen hat, könnte im vierten Quartal ein höherer Verlust heimsuchen, als bisher erwartet. Auch die bayerische Landesbank kämpft mit den Zahlen für das dritte Quartal. Da man die großzügigeren Bilanzierungsregeln umsetzen will, hat die BayernLB die Präsentation ihrer Quartalszahlen auf den Dezember verschoben. Beide Landesbanken haben in den letzten Wochen staatliche Hilfen entgegengenommen.

Auch in den USA scheint das Rettungspaket regen Zuspruch zu finden. Nach einem Bericht des Nachrichtenportals mmnews.de hat die US-Notenbank Fed statt der angekündigten 700 Milliarden US-Dollar (USD) bereits mehr als zwei Billionen USD an Unternehmen verliehen. Da die Notenbanker allerdings nicht bekannt geben wollen, wer die Mittel in Anspruch genommen hat, steht ihnen nun eine Klage der Nachrichtenagentur Bloomberg ins Haus. Ob man die Notenbank so allerdings kurzfristig zu mehr Transparenz zwingen kann, darf bezweifelt werden. Die Schieflage bei GM zeigt, dass Notenbanken und die Regierungen in den kommenden Monaten wohl noch etwas mehr Geld in die Hand nehmen müssen, um weitere Pleiten abzuwenden. In einem solch schwierigen Marktumfeld auch noch sämtliche Namen zu nennen, könnte kontraproduktiv sein.


November 11, 2008

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