Wieso Gold nicht ins Depot gehört


Kann Gold bald wieder glänzen? (Foto: Rike / pixelio.de)In den Anlagekonzepten vieler Vermögensberater und Vertriebsgesellschaften spielt Gold noch immer eine große Rolle. Oftmals bauen die Berater auf Gold-Anteile von bis zu zwanzig Prozent. Als Argumente müssen noch immer die Politik der Notenbanken und die drohende Inflation herhalten. Historische Beispiele zeigen zwar, dass Gold keineswegs immer im Gleichschritt mit der Inflation steigt, doch hält sich dieser Irrglaube noch immer. Zwar hat Gold in der Vergangenheit während Krisen immer wieder die Rolle einer Reservewährung eingenommen, doch sollte dies kein Argument für den Vertrieb von Fondsprodukten sein. Im echten Krisenfall sind Gold-Fonds ein Finanzprodukt wie jedes andere auch. Von den mit vielen Fonds verbundenen Gebühren ganz zu schweigen.

Gold: Nicht mehr als eine Versicherungsprämie investieren

Gold kann also höchstens während Ausnahmesituationen die Rolle einer Versicherung einnehmen. Dafür sind Depotanteile von bis zu zwanzig Prozent aber deutlich zu hoch – oder würden Sie zwanzig Prozent des Wertes einer Immobilie für Versicherungen ausgeben? Wer Gold als Versicherung sieht, sollte auf physisches Gold setzen und dieses in einem Safe lagern. Der Betrag, den wir in Gold investieren, sollte maximal so hoch ausfallen, dass uns Preisschwankungen völlig egal sein können. Es gibt viele Argumente dafür, Gold nicht als Teil einer klassischen Vermögensallokation zu sehen. Erstens wirft Gold keinerlei Zinsen ab und zweitens ist der Markt für Gold zu stark von Emotionen getrieben. Das Verhältnis von Nachfrage und Angebot kann sich über Nacht ändern. Entscheidend ist in erster Linie die Krisen-Angst. Anders ist dies bei klassischen Anlageklassen wie Anleihen, Aktien oder Immobilien. Hier gibt es gleich mehrere Faktoren, die für Nachfrage sorgen: Anleihen werfen Zinsen ab, Aktien verbriefen die Beteiligung an einem rentablen Unternehmen inklusive Dividenden und Immobilien können bewohnt, vermietet und auch mit Gewinn verkauft werden.

Langfristig geht der Trend nach unten

Wenn Finanzberater also im Rahmen einer langfristigen Finanzplanung Gold-Fonds ansprechen, sollten Anleger hellhörig werden. Vor allem wenn es darum geht, zunächst einige grundlegenden Investitionen zu tätigen, spricht derzeit nichts für Gold. Gold fällt seit Jahren und hat erst kürzlich ein Rekord-Tief erreicht. Zwar sind Gold zwischendurch immer wieder
Kurssprünge gelungen, doch profitieren langfristig ausgerichtete Privatanleger davon meist nicht. Für gewiefte Trader bieten sich lediglich taktische Investments mittels ETFs oder gar Hebelprodukten an. ETFs kosten kaum Gebühren und eignen sich damit optimal, um für wenige Wochen oder Monate auf bestimmte Märkte zu setzen. Mit einer langfristigen Vermögensplanung hat ein solcher Goldhandel aber dennoch wenig zu tun. Von Privatkundenberatern, die ohnehin nur dann beim Kunden auf der Matte stehen, wenn investiert werden soll und die Investments nicht kontinuierlich begleiten, sollten sich Anleger also eher nicht in Gold-Investments treiben lassen.


November 1, 2014

3 Gedanken zu „Wieso Gold nicht ins Depot gehört

  1. Stefan

    Ganz meine Meinung.
    Bei den 20 % Mindest-Depotanteil wundert mich auch immer noch, dass dazu im Jahr 2000 niemand geraten hat.
    Wäre ein schöner Zeitpunkt gewesen sein Kapital aus den Aktienmärkten zu nehmen und in Gold anzulegen (wobei ich nie in Gold anlege!).

    Aber wenn die Analysten empfehlen sollte man lieber gehen!

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  2. Markus Sanders

    Ein sehr guter Beitrag, der längst nötig war.
    Die leider noch immer weit verbreitete Meinung, dass es sich in Zeiten der Krise lohnt, in Gold zu investieren, ist längst überholt. Langfristig betrachtet, war es noch nie eine gute Idee, in Gold zu investieren. Und gerade jetzt, bei 30% Wertverlust in einem Jahr (!!!) sollte man lieber die Finger davon lassen.

    Ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahren mit dem Handel mit Rohstoffen und Devisen ( > http://fxinvestigators.com/forex-broker-erfahrungen/forex-reviews/ ). Mich persönlich würde es nicht wundern, wenn der Preis noch deutlich unter die 1000 Dollar-Marke rutscht.

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  3. Heiko Böttger

    Ich finde, man sollte nie nur in gold investieren (Diversifikation), außerdem ist der „Wert“ von Gold zu aufgebläht – Gold an sich produziert im Gegensatz zu Unternehmen keinen echten Wert und diese bieten auch den Vorteil, dass sie bei Inflation die Preise anheben können.

    LG, Heiko

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