Wirecard-Aktie stürzt nach Zeitungsbericht zum zweiten Mal ab

Die Aktien von Wirecard brachen nach einem neuerlichen kritischen Bericht der Financial Times über den Zahlungsabwickler um ein Viertel ein. Es ist diese Woche bereits der zweite große Kurseinbruch der Wirecard-Aktie. Laut der Financial Times habe eine externe, von Wirecard beauftragte Anwaltskanzlei Hinweise auf finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Niederlassung in Singapur entdeckt. Wirecard wies den Bericht als “diffamierend und unzutreffend” zurück – die Aktienkäufe brachen in Folge trotzdem ein.

Die im deutschen Leitindex DAX vertretene Aktie des Zahlungsabwicklers fiel nach den Vorwürfen vom Freitag zwischenzeitlich um bis zu 31 Prozent. Mit 99,80 Euro markierte die Aktie zwischenzeitlich ihren tiefsten Stand seit April 2018. Nach einer leichten Erholung lag der Aktienwert am Freitag bei Börsenschluss immer noch um fast 23 Prozent unter Eröffnungsniveau. Damit liegt das Papier sogar noch unter dem Tiefstkurs vom Mittwoch.

Bundesfinanzaufsicht Bafin und Staatsanwaltschaft München ermitteln

Am Mittwoch hatte die Aktie bereits 10 Prozent an Wert eingebüßt, zwischenzeitlich war sie sogar um 20 Prozent gefallen. Auch das ging auf einen Bericht der Financial Times zurück: die Zeitung hatte über mögliche Dokumentenfälschung und Geldwäsche durch einen Manager von Wirecard in Singapur berichtet. Wirecard hatte auch diesen Beitrag zurückgewiesen.

Nach dem Kurseinbruch vom Mittwoch nahmen die Bundesfinanzaufsicht Bafin und die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen gegen Wirecard auf. Die Behörden untersuchen, ob es sich bei dem Aktienabsturz um eine mögliche Marktmanipulation gehandelt hat. Das bayrische Unternehmen war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Betrugsvorwürfen, die aber bisher unbewiesen im Raum standen.

 

Ryanair gibt erneut Gewinnwarnung aus

Erst im Oktober hatte der irische Flugreiseanbieter Ryanair aufgrund von Streiks und steigenden Kerosinpreisen über Gewinnrückgänge zu klagen. Im vergangenen Jahr hatte der Billigfluganbieter Ryanair mit einer europaweiten Streikwelle zu kämpfen. In der Folge fielen viele Flüge aus. Jetzt stellt sich heraus, dass sich das offenbar stärker auf das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr auswirken wirkt als bislang erwartet.

Der um Sondereffekte bereinigte Jahresgewinn von Ryanair werde sich bis dahin auf zwischen 1,0 und 1,1 Milliarden Euro belaufen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Damit fiele der Gewinnrückgang noch höher aus als zuletzt befürchtet. Erst im Oktober hatte Ryanair die Gewinnprognose auf 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro gesenkt. Der Konzern begründete die Korrektur mit einem Rückgang der Ticketpreise im Winter, der stärker ausfiele als erwartet.

Ryanair-Aktie erreichte zeitweise neues Vierjahrestief

Die Anleger reagierten auf die neuerliche Hiobsbotschaft verärgert, der Wert der Ryanair-Aktie an der Börse fiel bis zum frühen Nachmittag um rund fünf Prozent und damit unter die Schwelle von zehn Euro. Schon 2018 hatte das Papier rund ein Drittel an Wert eingebüßt. Heute fiel sein Wert zeitweise sogar auf ein neues Vierjahrestief.

Nach Ryanairs neuerlicher Gewinnwarnung haben die Aktien der Lufthansa am Freitag im frühen Handel leicht nachgegeben. Mit einem Minus von 0,6 Prozent hielt sich ihr Rückgang bislang jedoch in Grenzen. Nach den Kursverlusten der Aktie bis Ende Oktober, hatte die Lufthansa-Aktie sich jüngst an der Marke von 20 Euro stabilisiert.

Skeptischer Analyst kürzt Gewinnschätzung

Ein Händler wertete die erneut gesenkte Gewinnprognose von Ryanair in einer ersten Reaktion als leicht negativ für die Airline-Branche. Analysten hatten zuletzt bereits sinkende Gewinne der Iren nicht ausgeschlossen und verwiesen auf die hohen Kapazitäten am Markt. So rechnete Damian Brewer von RBC erst am Mittwoch mit niedrigeren Ticketpreisen und kürzte daher die Schätzung für den Gewinn je Ryanair-Aktie 2020 um 13 Prozent.

Preis für Edelmetall Palladium schnellt in die Höhe – Vorbote für einen Goldpreisanstieg?

Das Edelmetall Palladium schaffte am Donnerstag einen drastischen Sprung an der Börse: Um zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent schnellte der Preis in die Höhe. Eine Feinunze (rund 31 Gramm) notierte damit erstmals bei 1.400 Dollar. Damit ist Palladium derzeit sogar rund 100 Dollar teurer als Gold.

Den eingeschlagenen Kurs setzt der Palladium-Preis damit fort. Um rund 55 Prozent war er binnen der vergangenen sechs Monate bereits gestiegen, er hängte damit alle anderen Edelmetalle ab.

Lagerbestände sinken seit mehr als acht Jahren

Als Baustoff kommt Palladium vor allem in der Automobilindustrie zum Einsatz. Das Edelmetall wird zum Beispiel in Abgaskatalysatoren sowie Benzinmotoren verbaut. Auch in Brennstoffzellen, in Zündkerzen für die Luftfahrt oder in Katalysatoren in der Nanotechnologie kommt es aber zum Einsatz.

Den Höheflug des Palladium-Preises konnten die derzeit schwachen Absatzzahlen der Automobilhersteller demnach nicht stoppen. Die Nachfrage nach dem Edelmetall bleibt ungebrochen hoch. Die Analysten der Commerzbank schrieben dazu: “Sowohl der weltweit größte Platin- und Palladiumverarbeiter, Johnson Matthey, als auch das auf Edelmetalle spezialisierte Beratungsunternehmen Metals Focus erwarten für dieses Jahr ein weiteres Angebotsdefizit am globalen Palladiummarkt”. Außerdem würden die Lagerbestände von Palladium seit mehr als acht Jahren sinken.

Bloomberg-Rohstoffexerpte glaubt an Goldpreisanstieg

Dem Bloomberg-Rohstoffstratege Mike McGlone zufolge treiben die weltweit verschärften Abgasnormen für Automobile die Nachfrage nach Palladium nach oben. Er bezeichnete sie als die “Hauptquelle der Nachfrage”. “Starke Palladium-Preise und ein Dollar-Kurs, der seinen Höhepunkt erreicht hat, sind gewöhnlich eine mächtige Kombination für einen Goldpreisanstieg”, schrieb er in seiner am Dienstag veröffentlichten Analyse weiter.

Chef von Osram spricht von dunklen Wolken am Horizont: Aktie verliert am Donnerstag 6 Prozent

Bahnhof Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain mit Osram-Werk D (Drahtwerk) im Hintergrund (1930). Quelle: Bundesarchiv / CC-BY-SA 3.0

Glühbirnengigant Osram warnte am gestrigen Donnerstag vor einem schwachen Start ins neue Geschäftsjahr. Die Börse reagierte prompt. Die Osram-Aktie verlor am gestrigen Börsentag 6,01 Prozent an Wert und fiel auf 35,50 Euro. Rund ein Jahr ist es her, dass das Münchener Unternehmen Osram mit einem Wertpapierpreis von 80 Euro ein Rekordhoch an der Börse erreichte. Seitdem geht es für den MDax-Konzern allerdings dramatisch wieder bergab. Osrams frühe Gewinnwarnung für das neue Geschäftsjahr dürfte Investoren weiterhin abschrecken.

“Die ersten Daten deuten darauf hin, dass das vergangene Quartal bei uns noch schwächer ausgefallen ist als dies manche Finanzexperten und wir noch vor einigen Monaten erwartet haben”, sagte Osram-Chef Olaf Berlien der Augsburger Allgemeinen Zeitung.

“Ich sehe Dunkle Wolken für 2019 am Horizont aufziehen”

“Ich sehe dunkle Wolken für 2019 am Horizont aufziehen, die Nachfrage nach Leuchtdioden geht spürbar zurück. Was mir aber für das neue Jahr am meisten Sorgen bereitet, ist die rückläufige Auto-Konjunktur.” Osram fahre Monat für Monat “auf Sicht”.

Hintergrund sei eine schwache Nachfrage nach Leuchtdioden. Auch die im Rahmen des Handelsstreits zwischen China und den USA derzeit schwächelnde Automobilindustrie bereitet Osrams Management Sorgen. Die ginge laut Olaf Berlien nur zum Teil auf den Diesel-Skandal zurück. “Denn in den letzten drei Monaten sind in China die Autoverkäufe massiv um bis zu 16 Prozent eingebrochen. Das ist für uns schmerzlich.”

“Firmen aus der Auto- und Smartphone-Branche sind extrem wichtige Kunden für uns”, betonte der Osram-Chef mit Hinblick auf die schwachen Geschäften, die derzeit Samsung und Apple zu schaffen machen.

“Wir spüren den Handelskonflikt zwischen den USA und China, nachdem wir schon 2018 unter dem hierzulande wenig bekannten Handelskonflikt zwischen Südkorea und China gelitten haben”, sagte Berlien. “Das führte zu einem zehnprozentigen Rückgang unserer Lieferungen an koreanische Autohersteller.”

Osram sehnt sich nach einem Großaktionär

Nachdem sich Siemens als Investor von Osram zurückgezogen hat, sehnt sich Berlien nach einem neuen Großaktionär. Dem winke immerhin “der Vorteil, dass er ein Unternehmen in seiner Strategie unterstützen kann”, sagte der Osram-Chef. Dies gelte mit Hinblick auf die längerfristige Entwicklung, und auch dann, wenn es einmal konjunkturell nicht so gut laufe. Mögliche Investoren nannte Berlien namentlich aber nicht. Er kommentiere grundsätzlich keine Spekulationen über solche Fragen, sagte er.

Ereignisarmer Börsentag für die Volkswagen-Aktie

Der Montag brachte an der Börse bisher wenig Kursbewegung bei der Volkswagen-Aktie. Die Anteilsscheine des Wolfsburger Autobauers weisen gegenwärtig lediglich eine leichte Verteuerung von rund 0,2 Prozentpunkten auf. Gegenüber dem Schlusskurs vom vorigen Handelstag gewann die Aktie bis zum Nachmittag 72 Cent. Damit kostet das Wertpapier aktuell 141,20 Euro. Sein Allzeit-Tief erreichte das Wertpapier zuletzt am 9. März 2009. Davon ist es heute weit entfernt: 29,37 Euro kostete das Papier seinerzeit, also 111,83 Euro weniger als derzeit.

Ungeachtet des für die Volkswagen-Aktie ereignisarmen Kurstags, steht das Wertpapier der Wolfsburger Aktiengesellschaft verglichen mit dem Gesamtmarkt heute trotzdem gut da. Der DAX liegt zur Stunde mit 10.718,15 Punkten rund 0,46 Prozentpunkte im Minus gegenüber seiner Schlussnotierung vom Vortag.

Analysten reagierten gelassen

Die US-Bank JPMorgan hob das Kursziel für die Vorzugsaktien von Volkswagen von 200 auf 204 Euro an und beließ die Einstufung auf “Overweight”. Eine positive Wende im US-Geschäft sei der größte Kurstreiber, schrieb Analyst Jose Asumendi in einer am Montag vorliegenden Studie. Im europäischen Autosektor dürfte ihm zufolge die Stimmung im ersten Halbjahr 2019 aber gedämpft bleiben.

Auch die Schweizer Großbank UBS reagiert auf den heutigen Aktientag in ihrer Einschätzung der Volkswagen-Aktie gelassen, sie beließ die Einstufung für die Vorzugsaktie auf “Buy”. UBS-Analyst Markus Mittermaier schrieb in einer seit Donnerstag vorliegenden Branchenstudie, die Lkw-Bestellungen in Nordamerika seien im November erstmals seit fast zwei Jahren wieder gesunken, während die Stornierungen weiter zugelegt hätten, sie seien damit auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren angekommen.

Die Volkswagen AG

Die Volkswagen AG ist der größte Automobilkonzern in Europa und einer der führenden weltweit. Die Wolfsburger konzentrieren ihre Tätigkeit auf das Automobilgeschäft und bieten entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein breites und vollständiges Dienstleistungsspektrum an, einschließlich der Segmente Finanzdienstleistungen und Finanzierung. Der Konzern ist in die Bereiche Automobile und Finanzdienstleistungen gegliedert.

Bayer erringt Erfolg im Glyphosat-Verfahren – Aktie steigt

Die Bayer-Aktie gehörte an diesem Freitag mit einem Zuwachs von bis zu 3,8 Prozent gegenüber dem Vortag deutlich zu den Gewinnern an der Börse. Nach ersten Korrekturen stand sie am Mittag mit 63,04 Euro je Wertschein stattliche 2,24 Euro über dem Schlusswert vom Donnerstag von 60,80 Euro. Zwischenzeitlich erreichte das Papier des Pharmakonzerns sogar ein Tageshoch von 63,49 Euro. Aktuell wird die Aktie mit 62,89 Euro gehandelt.

Erst vor einigen Tagen hatte die Bayer-Aktie ihr 52-Wochen-Tief erreicht – mit 58,34 Euro am 27. Dezember 2018. Das 52-Wochen-Hoch liegt rund ein Jahr zurück, es wurde am 24. Januar 2018 mit 108,47 Euro notiert.

Bayer verschafft sich Vorteil im Glyphosat-Verfahren

Hintergrund des für die Leverkusener Aktiengesellschaft unerwartet guten Börsentags ist eine Erfolgsmeldung im Schadenersatz-Verfahren um den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in den USA. So gab ein US-Bezirksrichter am Donnerstag dem Antrag des Konzerns auf eine Aufteilung des Verfahrens in zwei Phasen statt.

Dadurch kommen die Kläger-Vorwürfe gegen die Bayer-Tochter Monsanto, sie habe versucht, Behörden und die öffentliche Meinung zu manipulieren und die Gefährlichkeit von Glyphosat zu verschleiern, nicht schon zu Prozessbeginn zum Tragen. Stattdessen muss in einer ersten Phase zunächst geklärt werden, ob Glyphosat die Krebserkrankungen des jeweiligen Klägers tatsächlich ausgelöst hat. Bayer begrüßte die Entscheidung des Gerichts in einer Stellungnahme.

Der Konzern ist in den USA mit rund 9.300 Klägern wegen Glyphosat konfrontiert

Die Entscheidung gibt den künftigen Verlauf für rund 620 beim Bezirksgericht San Francisco anhängige Verfahren vor. Im ersten Urteil hatte der Vorwurf der böswilligen Verschleierung noch dazu geführt, dass das Geschworenengericht den Konzern zur Zahlung von 289 Millionen US-Dollar Schadensersatz an einen an Krebs erkrankten Kläger verurteilte. Später wurde die Schadensersatzsumme auf 78 Millionen Dollar reduziert. Verantwortlich für die Krebserkrankung des Mannes wurde jedoch immer noch Glyphosat gemacht.

Bayer besteht auf den Standpunkt, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung sicher sei. Der deutsche Pharmakonzern sieht sich in den USA inzwischen mit rund 9.300 Klägern wegen Glyphosat konfrontiert.

Glyphosat gehört zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichtern. Es wirkt nicht-selektiv gegen Pflanzen, das heißt, dass alle damit behandelten Pflanzen absterben. Ausnahmen bilden lediglich Nutzpflanzen, die genetisch so verändert worden sind, dass sie eine Herbizidresistenz gegenüber Glyphosat besitzen. Entwickelt wurde Glyphosat vom Monsanto-Konzern, den Bayer im Sommer 2018 für rund 63 Milliarden US-Dollar übernahm.

Dax auf Talfahrt nach Umsatzwarnung von Apple

Schlechte Nachrichten zum Jahresbeginn an der Börse: Der Dax verliert im Mittagshandel heute 1,3 Prozent und rutscht auf 10.443 Punkte ab. Auch der MDax verlor rund 1 Prozent und fiel auf 21.492 Punkte. Ähnlich sieht es beim Leitindex der Eurozone aus: der Euro Stoxx 50 verlor über einen Prozentpunkt.

Hintergrund für die schlechten Börsenwerte in Deutschland ist eine Umsatzwarnung von Apple. Der iPhone-Hersteller hatte nach Handelsschluss an der Wall Street mitgeteilt, sein Umsatzziel für das abgelaufene Quartal um mehrere Milliarden Dollar zu verfehlen. Als Grund hierfür führte Apple schwache Geschäfte in China an. Die Apple-Aktie verlor infolge der Bekanntgabe in den USA nachbörslich rund acht Prozent.

Apple-Aktie verliert rund acht Prozent

Auch am deutschen Aktienmarkt notieren die Apple-Papiere mit einem Minus von rund acht Prozent. Damit setzt sich für Apple der Abwärtstrend der vergangenen drei Monate fort, in denen die Aktie des Technologiekonzerns mehr als 35 Prozent an Wert verlor.

Fallende Einkaufsmanagerindizes im verarbeitenden Gewerbe in China belasten Aktien mit hohen China-Anteilen derzeit weltweit. Die Indizes waren im Dezember unter einen Wert von 50 Punkten gefallen, was bedeutet, dass die chinesische Wirtschaft schrumpft. Dementsprechend machen Anleger einen großen Bogen um Unternehmen, deren Umsätze vom chinesischen Wirtschaftswachstum in erheblichem Ausmaß abhängig sind. Auch die deutschen Autohersteller Daimler, BMW und Volkswagen sind betroffen.

Die europäischen Zulieferer des iPhone-Herstellers trifft es besonders hart

Ebenfalls zu den Verlierern gehören am Mittag die deutschen Technologieunternehmen sowie die Apple-Zulieferer. Die Infineon Aktie verliert knapp über fünf Prozent. Auch SAP (-2,98%) und Wirecard (-4,78%) leiden unter den gesenkten Umsatzerwartungen von Apple.

Besonders hart treffen die Nachrichten um die Apple-Aktie die europäischen Zulieferer des iPhone-Herstellers. Für die Aktie des schweizer Chipherstellers AMS ging es steil bergab. Mit bis zu 19 Prozentpunkten Minus fielen die AMS-Aktien auf ein Fühf-Jahres-Tief von 19,12 Franken. Auch andere Titel sind betroffen: Der Konzern Dialog Semiconductor verzeichnet einen Verlust von rund zehn Prozent. ASM International, BE Semiconductor und STMicro gaben um bis zu 7,3 Prozentpunkte nach.

Kurzfristige Erholung Analysten zufolge möglich

Trotz des schlechten Börsentages und der allgemeinen Kursrückgänge der vergangenen Monate spricht Experten zufolge derzeit einiges für zumindest eine kurzfristige Erholung. Die technischen Analysten der UBS sprachen von “gestiegenem Kaufinteresse”, ihnen zufolge könnte es in den nächsten Tagen wieder zu steigenden Kursen kommen. Mittelfristig muss der Dax den Chartanalysten zufolge aber erst das Kursziel von 11.800 Punkten erreichen, um den Abwärtstrend nachhaltig zu überwinden.

Nike-Aktie legt um über zehn Prozent zu

Gute Nachrichten gibt es am Freitag zur Aktie des US-amerikanischen Sportartikelherstellers Nike. Gegenüber dem Vortag legte das Wertpapier um über zehn Prozent zu und lag am Freitag Nachmittag bei 64,27 Euro je Anteilsschein. Damit lag die Aktie auch wieder deutlich über dem Drei-Jahres-Tief vom Oktober 2017, als sie mit 43,26 Euro notierte. Erst kürzlich hatte die Nike-Aktie einen Allzeit-Rekordwert erreicht, am 19. September notierte sie mit 72,47 Euro am Markt.

Damit ist auch klar, dass die Turbulenzen Nikes Geschäften nicht schaden konnten, die der Sportartikelhersteller nach einer umstrittenen Werbekampagne mit dem Football-Spieler und Trump-Kritiker Colin Kaepernick Anfang September erfuhr. Im US-Heimatmarkt legte der Umsatz von Nike sogar um neun Prozent zu. Nachdem bekannt gegeben geworden war, dass Kaepernick einen prominenten Werbeauftritt für Nike erhalten sollte, hatte es zunächst Boykott-Aufrufe gegen den Konzern gegeben.

Nike-Aktie trotzt Boykottaufrufen und Handelsstreit

Der ehemalige Quarterback hatte eine landesweite Debatte ausgelöst, indem er aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus gegen Afroamerikaner während des Erklingens der Nationalhymne im Stadion auf die Knie gegangen war. US-Präsident Donald Trump kritisierte diese Geste scharf. Unterstützer Trumps zündeten daraufhin reihenweise ihre Nike-Schuhe an und stellten Videos und Fotografien des brennenden Fußwerks ins Internet.

Sogar noch besser als in den USA lief es für Nike 2018 in China. Die Konzernerlöse trotzten damit nicht nur dem Aufruhr im Heimatmarkt, sondern auch dem Handelsstreit zwischen den USA und der asiatischen Großmacht. In China kletterten die Erlöse um rund 26 Prozent nach oben.

Insgesamt stieg der Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 um zehn Prozent auf 9,37 Milliarden Dollar. Das entspricht rund 8,21 Milliarden Euro. Der Gewinn erhöhte sich ebenfalls um zehn Prozent auf stattliche 84 Millionen Dollar. Nike profitierte im zweiten Geschäftsquartal vor allem vom Verkauf eher hochpreisiger Schuhe und optimierten Vertriebswegen, die dafür sorgten, dass neue Produkte des Sportartikelkonzerns schneller in die Verkaufsläden kamen.

Online-Geschäft größter Wachstumstreiber

Der größte Wachstumstreiber war für Nike das Online-Geschäft. Rund 41 Prozent des Gesamtzuwachses am Umsatz stammten aus Einkäufen in Online-Versandshäusern. Bereits seit einem Jahr bemüht sich Nike darum, seine Partnerschaften mit Online-Händlern auszubauen.

Nike korrigierte seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2019 mit viel Optimismus: Finanzchef Andy Campion stellte einen wechselkursbereinigten Umsatzzuwachs im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Sogar ein zweistelliges Plus hält Nike laut Campion für möglich.

An der Börse wurden die guten Nachrichten durch Anleger mit Zukäufen belohnt. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Anteilsscheine des größten Sportartikelherstellers der Welt rund 20 Prozent an Wert hinzu gewonnen.

Ceconomy-Aktie fällt auf dramatisches Allzeit-Tief

Die Aktie des Elektronikhändlers Ceconomy stürzte am Mittwoch weiter ab. Vorbörslich fiel ihr Wert um fast 11 Prozent. Mit 3,07€ liegt sie am Mittag mehr als 72 Prozent unter dem Vorjahrespreis. Der Aktienkurs von Ceconomy sank am Morgen mit 3,04€ je Anteilsschein auf sein bislang niedrigstes Niveau überhaupt.

Ausgelöst wurde der Erdrutsch durch eine Mitteilung des Unternehmens: Für das laufende Geschäftsjahr 2018/2019 rechnet Ceconomy mit weniger Gewinn. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging der operative Gewinn (Ebit) auf 419 Millionen Euro zurück (gegenüber 494 Millionen Euro im Vorjahr). Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sinkt der Gewinn somit auf 630 Millionen Euro gegenüber 714 Millionen Euro im Vorjahr. Unterm Strich steht ein Gewinn von nur noch 23 Millionen Euro. Noch 206 Millionen waren es im vergangenen Jahr.

Anleger müssen auf Dividende verzichten

Der Mutterkonzern von Media Markt und Saturn teilte mit, dass er aufgrund dieser schlechten Nachrichten Anlegern die Dividende streichen wird. Die Suche nach einem neuen Vorstandschef geht nach dem Abgang von Pieter Haas weiter.

Deutschlands größter Elektronikhändler leidet unter schwacher Nachfrage. Rabattschlachten in der Weihnachtszeit, Probleme im deutschen Markt sowie Währungseffekte wie der Verfall der türkischen Lira belasteten das Geschäft. Auch der ungewöhnlich heiße und trockene Sommer machte sich in den Absätzen mit Elektronikprodukten bemerkbar. Hinzu kamen Wertberichtigungen auf den Anteil am Lebensmittelhändler Metro. Zwei Gewinnwarnungen waren die Folge. 2019 werde nun “ein Jahr des Umbruchs”, kündigte das Unternehmen an.

 

Covestro-Aktie zum Tagesabschluss stabil

Nachdem die Covestro-Aktie zu Handelsbeginn erst einmal kräftig nachließ, konnte sie sich bis Börsenschluss wieder von ihrem Tief erholen. Bei einer Bilanz von 0,35 Prozent gegenüber dem Vortag haben Anleger keinen großen Grund enttäuscht zu sein. Die Aktie verlor um 15 Cent und erreichte zum Ende des Handelstages einen Stand von 43,14 Euro. Der Dax schloss bei 10.780 Punkten (minus 0,79 Prozent). Die Covestro-Aktie entwickelte sich damit stärker als der Index.

Damit liegt sie allerdings auf einem deutlich niedrigeren Wert als noch zu Jahresbeginn: Ganze 55 Prozent scheiden sie von ihrem Allzeit-Hoch vom 19. Januar 2018, als die Aktie noch bei 95,78 Euro je Anteilsschein lag. Vor drei Tagen, am 14. Dezember, erreichte das Papier mit 42,75 Euro sein Jahres-Tief. Das Allzeit-Tief beträgt 24,35 Euro und wurde im Oktober 2015 erreicht.

Anlegern wird weiterhin zu besonderer Vorsicht geraten

Die US-Investmentbank Goldman Sachs beließ die Einstufung für Covestro bei “Neutral”. Auch das Analysehaus Kepler Cheuvreux blieb mit seiner Einschätzung für Covestro-Anteile auf “Buy”, korrigierte aber das Kursziel kräftig nach unten. Analyst Martin Rödiger bezifferte den fairen Wert auf nur noch 55,00 Euro, statt wie zuvor auf 78,00 Euro.

Aufgrund des allgemeinen Abwärtstrends an den Börsen raten Analysten Anlegern weiterhin zu besonderer Vorsicht.