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Metro-Aktie bildet am Freitag das Schlusslicht im MDAX


Diesen Freitag steht es schlecht um die Metro-Aktie. Schon am Donnerstag war die Aktie von 13,41 Euro auf bis zu 11,93 Euro gerutscht. Heute ging es weiter bergab: Das Papier des Essener Konzerns notierte am Mittag mit 11,58 Euro seinen tiefsten Stand seit Juli 2018. Damals war die Aktie sogar auf 10,28 Euro gerutscht, erholte sich aber anschließend wieder. Mit über zehn Prozent Verlust bildete die Metro-Aktie heute das Schlusslicht im MDAX. Der Kurs fiel auch klar unter die als langfristiger Trendindikator geltende 200-Tage-Durchschnittslinie. Am Abend notiert die Aktie mit 11,70 Euro immer noch weit unter dem Wert vom Wochenbeginn. Im Februar kostete ein Anteilsschein noch 18,22 Euro.

Metro-Mitteilung wirkt sich negativ auf den Aktien-Kurs aus

Grund für den Einbruch ist die am Donnerstag verkündete Gewinnprognose des Konzerns. Metro erwarte im Geschäft rund um seine Großmärkte 2018/2019 einen Rückgang des operativen Gewinns um 2 bis 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 1,24 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Laut Konzernchef Olaf Koch hänge die schlechte Prognose mit den kriselnden Russlandgeschäften zusammen sowie Investitionen in die Digitalisierung. Koch will mit Hilfe der Digitalisierung Kunden wie Gastronomen oder Hoteliers enger an seinen Konzern binden. Ziel sei ein Umsatzplus von 1 bis 3 Prozent im laufenden Geschäftsjahr.

Dafür will sich Koch ganz auf den Handelsriesen konzentrieren. Die Supermarktkette Real hat der Konzern zum Verkauf gestellt. Mehrer Kunden haben bereits Interesse an einem Kauf der Real-Supermarktkette angekündigt, so heißt es im Handelsblatt unter Bezugnahme auf einen Insider des Konzerns.

Das kriselnde Russland-Geschäft belastet den Konzern weiterhin

Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/2018 schrumpfte der operative Ertrag des Metro-Konzerns auf 1,39 Milliarden Euro. Im Jahr davor waren es noch 1,43 Milliarden Euro gewesen. Trotzdem sollen Anteilseigner eine unveränderte Dividente von 0,70 Euro pro Aktie erhalten.

Das Russland-Geschäft hatte Metro bereits im Vorjahr belastet. Der schwächelnde Rubel, die Zurückhaltung der Verbraucher sowie anfänglich viel zu teure Rabatt-Aktionen machen Metro weiterhin das Leben schwer. Der Großhandelskonzern betreibt in Russland rund 90 der mehr 760 unternehmenseigenen Cash&Carry-Märkte.

Unter Bezugnahme auf die Umsatzwarnung und den angeschlagenen Chart raten Experten im Augenblick vom Kauf der Aktie ab.


Gerüchte um Fusion von Deutsche Bank und Commerzbank führen zu fettem Plus

 

Quelle: Christian Wolf, Wikipedia

Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank verzeichneten am Mittwochnachmittag ein kräftiges Plus und glichen ihre anfänglichen Verluste mehr als aus. Ausgelöst wurden die Zuwächse durch eine Nachricht, nach der der Bund eine Fusion der beiden Institute forciert. Am Donnerstagnachmittag sind die Kurse beider Finanzinstitute wieder leicht eingebrochen, liegen aber noch deutlich über dem Tief von vergangener Woche.

Die Bundesregierung bemüht sich um Lösungen für die Probleme bei der Deutschen Bank. Insider verrieten der Nachrichtenagentur Bloomberg, die Bundesregierung würde vor diesem Hintergrund Möglichkeiten erwägen, eine Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank zu erleichtern. Laut der Informanten habe es in den vergangenen Monaten Gespräche zwischen Bundesfinanzminister Olaf Scholz und dem CEO der Deutschen Bank Christian Sewing gegeben, die sich konkret darum drehten, mit welchen Mitteln die Bundesregierung den Banken bei ihrer Fusion behilflich sein könnte.

Noch viel Geheimniskrämerei

Hierzu sei unter anderem sogar eine Gesetzesänderung im Gespräch, die den Zusammenschluss der Finanzinstitute weniger kostspielig gestalten könnte. Alternativen hierzu seien aber noch im Gespräch. Die Beratungen zwischen der Bundesregierung und der Deutschen Bank befänden sich augenblicklich noch in einem frühen Stadium. Fest steht also noch nichts.

Sowohl das Finanzministerium als auch die Commerzbank lehnten Stellungnahmen zu den Vorgängen ab. Die Deutsche Bank verwies hingegen auf frühere Aussagen ihres CEOs Sewings, denen zufolge keine großen strategischen Maßnahmen binnen der kommenden 18 Monate vorgesehen seien.

Kaufen oder nicht?

Die Zurückhaltung gilt womöglich der Uneinigkeit innerhalb der Regierungskoalition, in der sich für den Fall, dass Steuergelder für den Zusammenschluss fließen, bereits Widerstand regt. In vergangenen Äußerungen aus Kreisen der Bundesregierung und speziell von Olaf Scholz wurde die Bedeutung einer starken deutschen Großbank für die heimische Wirtschaft mehrfach betont. Diese Äußerungen trugen dazu bei, die schon seit längerem schwelenden Fusionsgerüchte neu zu beleben.

Am Mittwoch legten beide Aktien um jeweils rund fünf Prozent zu und erholten sich damit kurzfristig von ihren letzten Tiefs. Ob eine Fusion überhaupt eine gute Lösung wäre, die die beiden Krisenbanken langfristig von ihren Problemen befragt, darf bezweifelt werden. Schließlich würden die operativen Herausforderungen für beide Banken nur aufgrund einer Fusion ganz sicher nicht kleiner. Der Zusammenschluss würde “eine schmerzhafte und teure Restrukturierung” auslösen, meinte Jochen Schmitt vom Bankhaus Metzler. Durch die Fusion könnten ihm zufolge kurzfristige Kosten von 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro entstehen. Bis der neue Konzern sicher auf eigenen Beinen steht, könnten Jahre vergehen. Zu diesem Zeitpunkt raten Experten darum gegenüber den Aktien zu vorsichtiger Zurückhaltung an.

 

Dreijahrestief für BASF nach Dürre und Handelskonflikt

Der Chemiekonzern BASF hat seine Jahresprognose gesenkt. Der Gewinn für 2018 werde vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sondereinflüssen um 15 bis 20 Prozent sinken. Das gab der Dax-Konzern am Freitag nach Börsenschluss in einer Stellungnahme bekannt. Zuvor war BASF von einem Rückgang von bis zu 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. 2017 hatte der Konzern noch 7,6 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaften können.

An der Börse fiel das Papier in Folge der Mitteilung um bis zu 5,5 Prozent auf 57,35 Euro auf ein Dreijahrestief. BASF waren damit am Freitag der größte Verlierer im Dax. Im Januar lag die Aktie noch bei einem Hoch von rund 98 Euro.

Niedriger Rhein-Pegel schränkt die Produktion ein

“Die Gewinnwarnung ist keine große Überraschung”, urteilte Peter Spengler, Analyst bei der DZ Bank. Überraschend sei allerdings das verkündete Ausmaß. Auch der Kunststoffhersteller Covestro hatte am Freitag sein Ergebnisziel für 2018 deutlich gesenkt. Die Hintergründe dürften die selben sein: Beide Unternehmen leiden unter dem seit Monaten niedrigen Wasserstand des Rheins, der zu Produktionsausfällen und höheren Logistikkosten geführt hat.

Betroffen sei BASF zufolge vor allem die Sparte Chemicals. Nach eigener Aussage erwarte BASF im Schlussquartal eine Ergebnisbelastung von voraussichtlich bis zu 200 Millionen Euro aufgrund des niedrigen Rheinpegels und der damit verbundenen Produktionseinschränkungen.

Handelskonflikt zwischen USA und China mitverantwortlich

Außerdem schwächelte das BASF-Geschäft mit der Automobilindustrie, insbesondere seit dem dritten Quartal. Hintergrund sind die deutlich weniger Anfragen von Kunden aus China, wie der Chemiekonzern darlegte. Beigetragen habe zu diesem Problem auch der vor allem von Donald Trump forcierte Handelskonflikt zwischen China und den USA. Zudem seien die Preise für Isocyanat stärker gesunken und die sogenannten Crackermargen damit geringer als ursprünglich erwartet.

Beim Ebit der BASF-Gruppe erwartet der Konzern weiterhin einen deutlichen Rückgang und für den Umsatz unverändert einen leichten Anstieg von bis zu 5 Prozent. Seinen Abschlussbericht für 2018 will BASF wie geplant am 26. Februar 2019 präsentieren. Vorläufig raten Experten von einer Anlage ab.

 

Fresenius-Aktie fällt um fast 20 Prozent

Das Dax-Unternehmen Fresenius überraschte Anleger am Donnerstag mit schlechten Nachrichten. Wegen “Gegenwind im laufenden Geschäft und hohen Investitionen im kommenden Jahr” werde Fresenius seine Ziele für das Jahr 2020 nicht erreichen. Auch im kommenden Jahr rechne der Gesundheitskonzern eher damit, die Geschäfte werden stagnieren, hieß es in einer Mitteilung.

Die Aktie von Fresenius verlor daraufhin am frühen Morgen mehr als zehn Prozentpunkte und fiel zeitweise auf 43,00 Euro. Am Nachmittag verlor die Aktie sogar noch weiter und lag mit zuletzt 38,80 Euro bei einem Minus von beinahe 20 Prozent. Seit dem Allzeithoch im Jahr 2017 fiel das Papier von Fresenius damit um über 50 Prozent.

Über 50 Prozent Verlust seit 2017

Dafür verantwortlich ist vor allem die ebenfalls Dax-notierte Unternehmenstochter FMC. Der Dialysespezialist leidet unter schlechten Geschäften im Kernmarkt USA. Ökonomische Turbulenzen in Schwellenländern setzen ihm ebenfalls zu. Außerdem leidet das Klinikgeschäft von Fresenius Helios unter weniger Krankenhausübernachtungen. Dass die Patienten öfter lieber nach Hause gehen, drückt auf die Einnahmen.

Mit einem Umsatzwachstum aus eigener Kraft im mittleren einstelligen Bereich rechnet Fresenius erst wieder 2020. Zurückgerudert von seinen Mittelfristzielen war das Unternehmen bereits Mitte Oktober. Fresenius arbeite an Maßnahmen zur Umsatzsteigerung und Kostensenkung, hieß es in der Meldung weiter.

Konzernchef Sturm optimistisch

Derweil rechnet FMC für das kommende Geschäftsjahr mit einem soliden Umsatzwachstum und einem Konzernergebnis, das in etwa dem Niveau des Geschäftsjahres 2018 entspricht. Fresenius plant im kommenden Jahr gesteigerte Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die Weiterentwicklung des Geschäfts.

Mit der Übernahme des auf Blutwäsche spezialiserten amerikanischen Unternehmens NxStage, und dem Ausbau von Geschäften in Märkten wie China stünde “ein Jahr der Investitionen” bevor, sagte Vorstandschef Rice Powell.

Konzernchef Stephan Sturm gab sich offensiv optimistisch: “Wir bleiben sehr zuversichtlich für den mittel- und langfristigen Wachstumskurs”, sagte Sturm. Übernahmen seien in den mittelfristigen Erwartungen nicht enthalten, stellten aber in Zukunft einen “wesentlichen Treiber” dar. Den Aktionären verspricht Sturm steigende Dividenden. Sie sollen trotz der 2019 erwarteten Gewinnstagnation eine höhere Ausschüttung erhalten.

Analysten bewerten Risiko als moderat

Laut Oliver Metzger, Analyst bei der Commerzbank, liege das Umsatzziel des Gesundheitskonzerns für 2019 im Rahmen seiner Prognose. Die Vorgabe für den Nettogewinn sei aber vorsichtiger als erwartet. Die Relativierung der ursprünglichen Unternehmensziele für 2020 sei im aktuellen Umfeld der Kursentwicklung nicht förderlich, so Metzger.

Auf Zehn-Jahres-Sicht weist die Fresenius-Aktie einen deutlichen Gewinn von durchschnittlich 15,9% jährlich aus. Börse.de bezeichnete das Anlage-Risiko aufgrund der Verlust-Ratio von 1,65 als moderat.

 

Deutsche Bank-Aktie fällt auf Allzeittief

Im Zusammenhang mit den sogennanten “Cum-Ex”-Aktiengeschäften hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen die Deutsche Bank ein Bußgeld in Höhe von vier Millionen Euro verhängt. Die vor einer Woche bekannt gewordenen Ermittlungen gegen Beschuldigte aus den Reihen des Instituts werden jedoch noch fortgeführt.

Das Bußgeld soll bereits eingegangen sein. Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft hat einen Zahlungseingang von vier Millionen Euro bestätigt, ohne jedoch den Sender zu nennen. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa wollte die Deutsche Bank den Vorgang weder bestätigen noch dementieren.

Bußgeld hängt nicht mit den noch laufenden Prozessen zusammen

Im Cum-Ex-Skandal nutzten Investoren eine Gesetzeslücke, um über Jahre Milliarden an Steuergeldern am Staat vorbeizuführen. Aufgedeckt wurden diese Geschäfte mithilfe von Daten aus den sogenannten “Panama Papers” sowie den “Offshore Leaks”, zwei internationalen Rechercheprojekten zu Steueroasen aus dem Jahr 2016. Die Recherchen enthüllten auch, dass 28 Banken aus Deutschland in die Vorgänge involviert waren. Der entstandene Schaden soll sich europaweit auf 55 Milliarden Euro belaufen.

In den noch laufenden Ermittlungen legen die Behörden den Beschuldigten zur Last, schon im Jahr 2008 systematisch Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Die Deutsche Bank ließ verlautbaren, man werde eng mit der Staatsanwaltschaft kooperieren und zur Aufklärung des Falles beitragen.

Die vier Millionen Euro Bußgeld hingegen hängen nicht mit diesen Prozessen zusammen. Laut Generalstaatsanwaltschaft deckt dieses Bußgeld lediglich den “Ordnungswidrigkeitenteil” des Verfahrens.

Experten raten: Finger weg von der Aktie!

Auch wenn vier Millionen Euro der Deutschen Bank nicht das Bein brechen, so steht diese Nachricht doch in einer schier nicht enden wollenden Folge an großen und kleinen Skandalen um das Finanzinstitut und schadet seinem angeschlagenen Ansehen noch weiter.

An der Börse schlug sich das am Dienstag in einem Rekordtief der Aktie nieder. Zwar konnte die sich im Laufe des Mittwochs ein wenig erholen; am Morgen stand sie auf 7,88 Euro.

Anleger sollten die Papiere der Deutschen Bank jedoch weiterhin meiden, das raten Experten. Ihrer Ansicht nach könnte der neue Tiefpunkt Vorbote des nächsten großen Abschwungs der Aktie sein. Dafür spricht auch ein schlechter Trend für den Bankensektor an der Wallstreet im Allgemeinen.

Deutsche vertrauen weiter auf ihre Autohersteller

Nicht erst der Dieselskandal hat den deutschen Autoherstellern ordentlich zu schaffen gemacht. VW, Daimler und BMW galten lange als die Avant-Garde im Bereich technische Innovation. Insbesondere das Vorpreschen der Konkurrenz in der Elektromobilität und dem Autonomen Fahren bedrohen den guten Ruf der deutschen Konzerne und lassen sie auch schon mal alt aussehen.

Doch obwohl Toyota bereits in den Nuller-Jahren das erste Hybridmodell auf den Markt brachte und Elon Musks Tesla das Synonym moderner Elektromobilität geradezu verkörpert, steht kaum eine Nation so sehr hinter ihrer Autoindustrie wie die deutsche. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Handelsblatts.

59 Prozent glauben, dass Deutschland Weltspitze bleibt

Demnach glauben 59 Prozent der Befragten auch heute noch, dass die deutschen Autohersteller über die Innovationskraft verfügen, auch in Zukunft Weltspitze zu bleiben. Nur 27 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die deutschen Konzerne langfristig hinter Tesla und der chinesischen Konkurrenz zurückbleiben werden. 14 Prozent der Befragten waren sich unsicher oder wollten keine Angaben machen.

Dass es in den deutschen Konzernen ein Problembewusstsein für die Herausforderungen gibt, vor denen die deutsche Automobilindustrie aktuell steht, zeigte Volkswagen-COO Ralf Brandstätter am Montagabend zum Auftag des Handelsblatt-Autogipfels in Wolfsburg demonstrativ: “Wir müssen die Perspektive weiten”, appelierte Brandstätter. “Es geht um nichts Geringeres als die Frage, ob diese Industrie auch in zehn bis 20 Jahren noch eine führende Rolle in der Welt spielen kann.”

VW und Audi investieren Milliarden in neue Technologien

Erst vor Kurzem kündigte VW an, auf die nächsten fünf Jahre gesehen rund 44 Milliarden Euro in neue Technologien zu investieren. Neue Werke für die Produktion von Elektroautos sind ebenfalls bei VW in Planung.

Und auch bei Audi regt sich da was: “Wir gehen unseren Weg in die E-Mobilität sehr zielgerichtet und werden uns künftig deutlich stärker fokussieren”, erklärte Interims-Chef Bram Schot am Dienstag. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will Audi 14 Milliarden Euro in die Entwicklung von Elektroautos, die Digitalisierung und das Autonome Fahren investieren. Die VW-Tochter will bis 2025 etwa zehn vollelektrische und weitere zehn Hybrid-Fahrzeuge anbieten können. Der Verkaufsstart des ersten Elektro-Audis “E-tron” ist noch für das Jahresende angekündigt.

 

Krise bei Thomas Cook – Aktie fällt um 20 Prozent

Der heiße Sommer in Europa hat den britischen Reisekonzern Thomas Cook tief in die roten Zahlen gebracht. Weil das Wetter so gut war, blieben viele Briten und Deutsche – die Hauptkundschaft des Konzerns – in ihren Ferien lieber zuhause, als mit Thomas Cook auf Reisen zu gehen.

Bis Ende September erwirtschaftete das Unternehmen darum einen Verlust von 163 Millionen britischen Pfund (184 Millionen Euro). Der um Sonderposten bereinigte Unternehmensgewinn brauch um 23 Prozent auf 250 Millionen Pfund ein.

“2018 war ein enttäuschendes Jahr für Thomas Cook”

Auch die wachsende Konkurrenz durch Billig-Airlines und Online-Rivalen ohne teure Ladengeschäfte machen den etablierten Reiseanbietern immer mehr Konkurrenz und drücken auf die Bilanz.

2018 sei für das Unternehmen mit Marken wie Neckermann oder der Fluglinie Condor “ein enttäuschendes Jahr gewesen”, erklärte der Chef des Reisekonzerns Peter Frankhauser vergangene Woche, als er die aktuellen Geschäftszahlen präsentierte.

Im vorigen Geschäftsjahr hatte Thomas Cook netto noch neun Millionen Pfund Gewinn eingefahren. In der Folge müssen die Aktionäre auf eine Dividende verzichten. Frankhauser sagte, jetzt müsse man Lehren aus den vergangenen Monaten ziehen.

Darauf jedoch wollen viele Anleger nicht warten und gehen von Bord: Seit Offenlegung der Zahlen verlor die Aktie ein Drittel ihres Wertes. Alleine am Montag lag sie zeitweise 20 Prozent im Minus.

Letzte Krise liegt noch nicht lange zurück

Manche Investoren werden sich unangenehm an die letzte große Konzernkrise erinnert fühlen. Denn mit 24 Pence notiert die Thomas Cook-Aktie heute so niedrig wie seit 2012 nicht mehr.

Durch die Euro-Schuldenkrise und Unruhen in beliebten Ferienzielen wie Griechenland, Ägypten oder Tunesien, war der Konzern 2011 von der Pleite bedroht. Die damalige Konzernchefin Harriet Green baute rigoros Stellen ab, schloss Filialen und verkaufte Geschäftsbereiche, um das Unternehmen zu alter Stärke zu bringen – einstweilen durchaus mit Erfolg.

Experten raten zum Verkauf

Der scheint nun abzureißen: Experten befürchten, dass die Lage sich nicht kurzfristig verbessern ließe. In einer Studie warnten die Analysten von Berenberg, die Kapitalstruktur könnte sich als “unhaltbar” erweisen. Thomas Cook stehe vor einer grundlegenden strukturellen Herausforderung. Nach wie vor sei der Cashflow “anämisch”.

Sie raten dazu, die Aktie zu verkaufen. Das Kursziel liege bei 12 Pence. Auch die Ratingagentur Standard & Poor’s bestätigte zwar letzte Woche noch ihre Kreditratings für Thomas Cook, stufte den Ausblick aber auf “negativ” herab. Sollte der Konzern im neuen Geschäftsjahr keinen positiven Free-Cashflow erzielen können, müsse man das Rating herabsetzen.

Wenn das eintritt, käme das Unternehmen noch schwerer in die Bedrouille. Dann würde es für Thomas Cook nämlich teurer, neue Kredite aufzunehmen.

Bayer-Aktie im Minus nach angekündigtem Stellenabbau

Der DAX-Konzern Bayer verkündete am Donnerstag den geplanten weltweiten Abbau von 12.000 Stellen. Ein signifikanter Teil dieser Stellen wird dem Pharma- und Chemieunternehmen zufolge auch in Deutschland abgebaut werden. Etwa 118.000 Arbeitnehmer beschäftigt das Leverkusener Unternehmen weltweit. Die Bayer-Aktie sank infolge der Ankündigung um knapp 2 Prozent.

Bayer-Vorstandschef Werner Baumann zufolge handele es sich um einen wichtigen Schritt, um den angeschlagenen Konzern aus der Defensive zu holen und seine Handlungsfähigkeit zu unterstreichen. In den vergangenen Monaten hatte die Bayer-Aktie rund 40 Prozent verloren.

Alle drei Sparten betroffen

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht gibt es für den Stellenabbau gute Gründe. Seit mehreren Quartalen befindet sich das Consumer-Health-Geschäft in einer Abwärtsspirale. Bayer kann seine Marken nicht so weiterentwickeln, wie es angesichts des harten Preiswettbewerbes nötig ist. Zur Stabilisierung der Sparte und Deckelung von Verlusten soll der Umbau des Unternehmens nun beitragen.

Auch Bayers Pharmasparte steht vor der Herausforderung, die hohen Forschungskosten angesichts zu weniger Wirkstoffkandidaten für die Marktreife zu rechtfertigen. Denn zu wenige der rezeptpflichtigen Arzneien gelangen rechtzeitig auf den Markt. Um hier bessere Quoten erzielen zu können, plant Bayer mit dem Umbau der Forschung und der Entwicklung in seiner Pharmadivision.

In der dritten Sparte Crop Science war ein Stellenabbau infolge der Übernahme des US-Unternehmens Monsanto bereits absehbar. Hier muss der Konzern die Synergien erhöhen, damit die Übernahme die versprochenen Gewinne einbringen kann.

Schlechte Bilanzen Folge des schlechten Managements

Für Bayers Probleme können die Mitarbeiter des Unternehmens wahrscheinlich am wenigsten. Laut Handelsblatt für die schlechten Bilanzen verantwortlich sind vielmehr der Preiswettbewerb im E-Commerce, dem die Sparte Consumer Health unterliegt, sowie der teure Zukauf von Merck & Co, der sich bislang als Fehlgriff erweist. Im Pharmageschäft wiederum hat der Konzern es versäumt, sich schnell und früh genug auf den Wettbewerb einzustellen.

In der Öffentlichkeit steht hingegen der Verdacht im Raum, Bayers Probleme gingen auf die Übernahme Monsantos zurück. Unzählige Klagen gegen das Unkrautmittel Glyphosat des Konzerns betreffen nun Bayer. In einem ersten Urteil entschieden US-Gerichte im August gegen das Unternehmen.

Zuletzt sprach ein Gericht einem krebskranken Amerikaner 78 Millionen Dollar an Schadenersatz zu. Bayer selbst spricht von insgesamt 9.000 möglichen Klägern – ein Fass ohne Boden.

An der Börse verlor die Bayer-Aktie infolge der Meldung bis zum späten Donnerstagnachmittag 1,72 Prozent bei einem Aktienkurs von 63,12 Euro. Am Abend lag sie mit 63,77 Euro wieder über dem Nachmittagstief. Der Vortagesschluss betrug 64,90 Euro. Damit setzte der Abwärtstrend der vergangenen Tage sich für die Bayer-Aktie fort.

Nach Razzia: Deutsche Bank-Aktie wieder auf Talfahrt

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsuchte am Donnerstag mehrere Geschäftsräume der Deutschen Bank. Laut der Behörde wurde die Razzia durch den Verdacht der Geldwäsche ausgelöst.

Dabei bezog sie sich auf Daten aus den Panama Papers sowie den Offshore Leaks, zwei internationalen Rechercheprojekten zu Steueroasen aus dem Jahr 2016. Die Recherchen enthüllten, dass Banken international massiv und systematisch Beihilfe zur Steuerhinterziehung leisteten – darunter auch 28 Banken aus Deutschland.

Ermittlungen wegen unterlassener Anzeigepflicht

Laut der Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter sowie weitere Verantwortliche bei der Bank, die bislang noch nicht identifiziert worden sind. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, pflichtwidrig keine Anzeige erstattet zu haben, obwohl ihnen ausreichende Anhaltspunkte dafür vorgelegen hätten, dass sich ihre Kunden der Geldwäsche schuldig machten.

“Wir waren der Ansicht, dass wir den Behörden alle relevanten Informationen zu den Panama Papers bereitgestellt hatten”, erklärte die Deutsche Bank. Man werde eng mit der Staatsanwaltschaft kooperieren.

Aktie bricht wieder ein

Die Razzia wirkte sich abrupt auf den sich bis dahin erholenden Aktienkurs des Finanzinstituts aus. Sie sackten zwischenzeitlich um bis zu 4,89 Prozent auf 8,172 Euro ab. Damit näherten sich die Kurse dem erst am Dienstag vergangener Woche erreichten Rekordtief von 8,054 Euro. Am Mittag wiesen sie noch ein Minus von 3,35 Prozent aus.

In den vergangenen Tagen konnte die Aktie noch von der allgemeinen Markterholung profitieren. Zuvor hatten globale Konjunktursorgen die Papiere auf den tiefsten Stand ihrer Geschichte gedrückt.

Jetzt drohen die Anteilsscheine den Abwärtstrend erneut aufzunehmen. Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnen die Aktien der Deutschen Bank einen Verlust von aktuell knapp 48 Prozent. Damit sind die Papiere derzeit der schlechteste Dax-Wert.

ProSiebenSat1: Neues zum deutschen Netflix-Konkurrenten

Es ist eines der ganz großen Projekte des ProSiebenSat.1-Chefs Max Conze: Gemeinsam mit dem US-Medienkonzern Discovery, dem Hauptkonkurrenten RTL sowie den öffentlich-rechtlichen Sendern will Conze “einen deutschen Champion” schaffen, einen Streaming-Dienst, der Marktführer Netflix in Deutschland die Stirn bieten kann. Wenn es nach Conze geht, könne der Dienst schon Mitte 2019 an den Start gehen.

Partnerschaft mit Discovery und ZDF

„Wir sind auf einem ganz guten Weg mit den Öffentlich-Rechtlichen, wie wir deren Inhalte darstellen können“, so Conze. Bereits beim Kapitalmarkttag am 14. November hatte ProSiebenSat.1 verraten, dass auch Sendungen des ZDF über das Portal abrufbar seien sollen.

In den neuen Streaming-Dienst will der Konzern 120 Millionen Euro investieren. Ein Großteil davon soll in lokale Inhalte fließen, an denen ProSiebenSat.1 die Rechte hält. Etwa 40 Millionen sollen zu gleichen Teilen in den Digitalbereich und die Werbetechnologie fließen.

Der US-Konzern Discovery ist bereits mit an Bord. Vor zwei Wochen konnte Conze mit dem ZDF einen weiteren wichtigen Partner verkünden. Mitte kommenden Jahres, wenn der Dienst an den Start geht, sollen für Kunden Inhalte des ZDF bereits abrufbar sein.

RTL äußert Zweifel an Kooperation

Mit RTL-Deutschland-Chef Bernd Reichart habe Conze noch nicht sprechen können. Er wünsche sich eine Zusammenarbeit mit RTL, “aber das passiert nicht morgen früh”. RTL-II-Geschäftsführer Andreas Bartl äußerte allerdings Zweifel an einer Kooperation. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erinnerte er an Bedenken des Bundeskartellamts, die Kooperationen in der Vergangenheit verhindert hatten.

Ziel sei es, deutschen Zuschauern eine Alternative zu Netflix zu schaffen, so Conze. Netflix und andere internationale Anbieter seien starke Konkurrenten. ProSiebenSat.1 aber verstehe “Deutschland und die Menschen in Deutschland besser”. Conze wolle die 25 Jahre Erfahrung des Konzerns dafür nutzen verstärkt auf eigene Magazinformate, Comedy, Livesendungen und Infotainment zu setzen.

Aktie weiterhin meiden

Sinkende Werbeerlöse im klassischen TV-Geschäft setzen ProSiebenSat.1 unter Druck, die Aktie hatte zuletzt eine Talfahrt erlebt. Ob die Streaming-Plattform eine Antwort auf diese Probleme geben kann, wird sich zeigen müssen. Das Vertrauen der Investoren hat Conze bislang offenbar nicht auf seiner Seite: Die Erholung der Aktie kommt nur langsam voran.

Auch Nikolas Kessler, Redakteur des Anlegermagazins “Der Aktionär”, riet in seiner aktuellen Aktienanalyse dazu, die ProSiebenSat.1-Aktie  zu meiden. In Anbetracht des trüben Chartbilds und der operativen Herausforderungen sollten Anleger die Aktie meiden, so Kessler.