Archiv der Kategorie: Unternehmensmeldungen

Börsennotierte Unternehmen vermelden regelmäßig Ergebnisse und überraschen mit Ad-hoc-Meldungen. Häufig fügen sich diese News zu einem Gesamtbild und lassen neue Schlüsse über die Zukunft eines Unternehmens zu. Diese Meldungen werden in dieser Kategorie behandelt.

Solarworld: Sonnenkönig Asbeck strahlt wieder


Dallas-Fiesling J. R. alias Larry Hagman wirbt für Solarworld (Foto: Solarworld AG)Der deutsche Solarenergiekonzern Solarworld konnte in der zweiten Februarwoche mit seinen Geschäftszahlen für 2010 die Mehrheit der Marktteilnehmer positiv überraschen. Zuvor war es lange Zeit ruhig um den einstigen Börsenliebling geblieben. Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Euphorie am Solarmarkt jäh beendet. Und nach der Lehman-Pleite verlor auch die Solarworld-Aktie innerhalb weniger Wochen mehr als die Hälfte ihres Wertes. Weiterlesen


Europäische Großbanken im Aufwind: Banco Santander erwartet „exzellentes“ Geschäftsjahr

Banesto: Santanders zweite Marke auf dem schwachen Heimatmarkt (Foto: © Banesto)Die großen europäischen Universalbanken demonstrieren wieder Selbstbewusstsein: Während der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, für das Jahr 2011 ein Rekordergebnis von 10 Milliarden anpeilt und im Rahmen der Jahrespressekonferenz am 3. Februar erneut das (vielfach als „unanständig“ kritisierte) Ziel einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent bekräftigte, nannte der Präsident der spanischen Banco Santander, Emilio Botín, im Rahmen der letzten Bilanzvorlage gleich mehrere konkrete Gründe für ein „exzellentes“ Jahr 2011. Weiterlesen

Photovoltaikindustrie: Centrotherm demonstriert Zuversicht für 2011

Deutsche Solartechnik: In China besonders begehrt (© RainerSturm/PIXELIO)In Blaubeuren ist die Stimmung zurzeit hervorragend: In der baden-württembergischen Kleinstadt befindet sich die Firmenzentrale von Centrotherm. Und der weltweit führenden Technologie- und Equipmentanbieter der Photovoltaikbranche verkündete Ende Januar ausgesprochen positive Auftragszahlen: Laut einer aktuellen Pressemeldung des Unternehmens stieg der Auftragseingang im vierten Quartal 2010 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um satte 192 Prozent auf 342 Millionen Euro. Weiterlesen

Hochzeit europäischer Luftfahrtriesen: Iberia & British Airways fusionieren zu IAG

Antonio Vazquéz: COB des neuen Luftfahrtriesen IAG (Quelle: Iberia)Die Konsolidierung in der internationalen Luftfahrtbranche schreitet voran. Der jüngste Zusammenschluss der großen europäischen Gesellschaften Iberia und British Airways trägt diese Entwicklung sogar im Namen: Die neue Holding heißt International Consolidated Airlines Group (IAG). Die beiden ehemals staatlichen Fluglinien bleiben in Zukunft zwar als Marken bestehen, an der Börse werden die Holdingtöchter jedoch nicht mehr einzeln quotiert. Seit dem 24. Januar 2011 wird stattdessen die IAG-Aktie in London, Barcelona, Bilbao, Madrid und Valencia gehandelt, nachdem die neue Gesellschaft bereits am 21. Januar im Handelsregister eingetragen wurde. Aktuell notiert die Aktie am Haupthandelsplatz London bei knapp 280 Pence. Weiterlesen

Conquista 2.0: Spanische Iberdrola wächst in Südamerika

Iberdrola-Chef Galán beim Tête-à-Tête mit Ex-Präsident Lula (Quelle: Iberdrola)Der Stromversorger Iberdrola gehört mit rund 16 Millionen Kunden bereits weltweit zu den größten Energiekonzernen. 1992 war das Unternehmen aus der Fusion von Hidroeléctrica Española und Hidroeléctrica Ibérica hervorgegangenen und seitdem stetig gewachsen. Allerdings scheiterten in den 90er Jahren zunächst mehrere Fusionsversuche im eigenen Land: Der Zusammenschluss mit dem spanischen Petrochemiekonzern Respsol gelang 1997 und 1999 ebenso wenig wie die Fusion mit dem Energieunternehmen Endesa. Weiterlesen

Vom Feind zum Freund: Springer erhöht Gebot für französisches Immobilienportal Seloger

Springer setzt auf Immobilien - im Internet (Quelle: Axel Springer AG)In der Medien- und Internetbranche gibt es noch Erfolgsgeschichten und Zukunftsfantasien: Das französische Immobilienportal Seloger steigerte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010 mit 1,1 Millionen Immobilieninseraten seinen Umsatz um knapp 13 Prozent auf über 60 Millionen Euro. Satte 52 Prozent davon konnten die Franzosen als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbuchen. Und in Zukunft will Seloger weiter wachsen: Der Nettogewinn soll in den kommenden drei Jahren verdreifacht werden. Weiterlesen

ACS vs. Hochtief: Übernahmeschlacht der europäischen Bauriesen bleibt spannend

Hochtief: Kommt bald ein Kontrollwechsel? (Bildquelle: Hochtief AG)Nach dem viermonatigen Übernahmekampf zwischen den Baukonzernen ACS und Hochtief haben die Spanier mittlerweile ihren Anteil am deutschen Konzern auf über 30 Prozent erhöht und somit eine wichtige Hürde genommen: Denn nach deutschem Recht muss ACS bei einer 30-prozentigen Beteiligung kein teures Pflichtangebot mehr vorlegen und kann die angepeilte Mehrheitsbeteiligung am deutschen Unternehmen ohne Zeitdruck durch sukzessive Zukäufe an der Börse erreichen. Weiterlesen

Bares in der Kasse & Leichen im Keller: Die guten und die dubiosen Geschäfte von Shell

Shell bei Wikileaks - Energieriese in Erklärungsnot (Foto: blackrebel-80 bei pixelio.de)Die Geschäfte des weltgrößten Energieunternehmens Royal Dutch Shell liefen im bisherigen Jahresverlauf wie geschmiert: Dank einer stabilen Nachfragesituation bei steigenden Öl- und Gaspreisen konnte der Konzern im dritten Quartal 2010 einen Gewinn nach Abschreibungen und Wertberichtigungen von satten 3,46 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Zusätzlich füllt der Konzern zurzeit seine Kriegskasse durch die Veräußerung diverser Aktiva. Mit den finanziellen Mitteln will Shell in Zukunft einen Teil seiner aufwendigen Investitionsvorhaben finanzieren. Weiterlesen

Zuckerhut & Peitsche: Brasiliens Rohstoffkonzern Vale wird mächtiger

Im boomenden Rio sitzt auch die Vale-Konzernzentrale (Foto: Wutzofant / Wikipedia.de)Das brasilianische Unternehmen Vale profitiert deutlich von der Erholung der Weltkonjunktur und sichert sich weltweit lukrative Geschäfte. Das anhaltende Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft und der entsprechende Rohstoffhunger der Asiaten sowie auch die Auftragslage in Europa und Amerika sorgen beim südamerikanischen Rohstoffkonzern für hervorragende Geschäftsergebnisse. Weiterlesen

Noch nicht das letzte Hemd: Schiesser geht nach Insolvenz direkt an den Kapitalmarkt

Schiesser: Neuer Schwung durch Wolfgang Joop?Der Name Schiesser steht vornehmlich für ein Produkt, das nicht gerade sexy, dafür aber ausgesprochen beständig ist: die legendäre Feinripp-Unterwäsche. Erfunden wurde diese spießige Mode bereits im Jahr 1923. Spätestens im 21. Jahrhundert waren es jedoch vornehmlich die Muttis der Nation, die das Geschäft mit dem Qualitätsstoff durch ihre herzerwärmende und wiederkehrende Geschenkidee zu Weihnachten am Leben hielten.

Der größte deutsche Unterwäschehersteller konnte im Jahr 2003 mit der Produktlinie „Schiesser-Revival“ zwar auch noch einmal die Nachfrage für Fein- und Doppelripp ankurbeln. Doch die Söhne im Land wünschten sich schon bald wieder die (viel zu engen) Boxershorts von Calvin Klein oder Bruno Banani zum Fest der Liebe – und sorgten dadurch erneut für sinkende Absatzzahlen beim Traditionsunternehmen.

Die Schiesser AG produzierte daraufhin auch modernere Unterwäsche für Labels mit weitaus mehr Appeal. Doch dieser Ansatz scheiterte ebenfalls: Die Lizenzgeschäfte mit Marken wie Puma oder Tommy Hilfiger brachten nicht den erhofften Erfolg, sondern verursachten vielmehr die finanzielle Schieflage des 1875 gegründeten Unternehmens aus Radolfzell am Bodensee.

Und als im Jahr 2009 schließlich ein harter Winter über das deutsche Land zog, ereilte die mütterliche Feinripp-Front die traurige Botschaft, dass der Unterwäschehersteller, der doch eigentlich die geliebten Söhne auf ewig warm halten sollte, selbst im Kalten stand: Nach aufwendigen Restrukturierungen des Unternehmens konnte Schiesser notwendige Anschlussfinanzierungen nicht mehr sicherstellen und musste schließlich am 9. Februar 2009 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen.

Vom Feinripper zum Börsenliebling?

Annähernd 500 Gläubiger warten seitdem auf eine möglichst hohe Rückzahlung ihrer Forderungen von insgesamt gut 65 Millionen Euro. Immerhin konnte Schiesser dank starker Internetverkäufe und konsequenter Sparmaßnahmen bis Ende 2009 wieder schwarze Zahlen schreiben und in den letzten drei Quartalen des Geschäftsjahres sogar ein operatives Ergebnis von rund 3 Millionen Euro erwirtschafteten.

Von einer Zerschlagung des Unternehmens hatten die Gläubiger daher auch früh abgesehen und im Juli 2009 in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter zunächst beschlossen, das traditionsreiche Unternehmen zu verkaufen. Doch seit Sommer 2010 plant der Gläubigerausschuss der Schiesser AG nun einen Börsengang des Unternehmens. Die endgültige Entscheidung für dieses Vorhaben wird voraussichtlich am 9. Dezember 2010 auf einer entsprechenden Gläubigerversammlung gefällt. Der Gang an den Kapitalmarkt soll im zweiten Quartal 2011 erfolgen und Emissionserlöse von über 80 Millionen Euro einspielen. In diesem Idealfall könnten alle Forderungen zu hundert Prozent bedient und sogar weiteres Kapital in das Geschäft investiert werden.

Der Mann mit dem Staubwedel: Wolfgang Joop

Seit Monaten kursiert in den Medien die Nachricht über einen möglichen Einstieg Wolfgang Joops beim angestaubten Wäschehersteller Schiesser. Nachdem der Modeschöpfer die Geschäftsführung seines Unternehmens Wunderkind abgegeben hatte, wollte er zunächst als Berater bei Schiesser tätig werden. Doch mittlerweile zeigt Joop größeres Interesse am Feinripp und will offenbar eigenes Kapital in das Unternehmen am Bodensee investieren. Marktbeobachter gehen davon aus, dass er eine Beteiligung von bis zu 15 Prozent plant oder sich in Form von Aktienoptionen an das Unternehmen binden wird.

Ob ein Einstieg Joops bei Schiesser zugleich auch bedeutet, dass alle Mütter mit einem Faible für Feinripp ihre Sorgen um das richtige Weihnachtsgeschenk los sind, darf derweil bezweifelt werden. Denn Wolfgang Joop will sich offenbar nicht nur als Investor, sondern auch als neuer Kreativdirektor bei Schiesser engagieren. Damit dürfte die Ära der klassischen Feinripp-Unterwäsche dann wohl endgültig ihr Ende finden.