“Adanac bietet außerordentliche Renditemöglichkeiten”: Interview mit Adanac-Chairman Larry Reaugh

RS: Mr Reaugh, Sie sind Executive Chairman von Adanac Molybdenum Corp., einem kanadischen Explorationsunternehmen, dass sich auf das Aufspüren und Abbauen von Molybdän spezialisiert hat. Die Preise für Molybdän stiegen von 5 USD in 2004 auf über 30 USD in diesem Jahr. Was hat Ihrer Meinung nach diesen enormen Preisanstieg begründet und ist das der einzige Grund, warum Sie sich auf das Element Molybdän konzentrieren oder steckt noch mehr dahinter?

Larry Reaugh: Die rasante Entwicklung des Molybdän-Preises hat mehrere Gründe. Zunächst einmal war es in den 90er Jahren und auch noch Anfang dieses Jahrhunderts auf Grund fallender Molybdänpreise für viele Produzenten nicht mehr lohnenswert weiter zu fördern, sodass diese alsbald die Produktion einstellten. Im Umkehrschluss gab es nahezu keine Firma, die bereit gewesen wäre eine neue Mine zu eröffnen. Die Companies, die aus diversen Gründen noch zu günstigen Abbaukosten fördern konnten, gelangten in diesen Jahren an die Grenzen ihrer Produktionsfähigkeit, teils, weil man kapazitätsmäßig nicht zulegen konnte, teils weil die Minen erschöpft waren und – damit eng verbunden – auch, weil man es versäumt hatte sich frühzeitig um die Entdeckung und Erforschung neuer Vorkommen zu kümmern.

Auf der anderen Seite trat ab 2004/05 eine stetig zunehmende Nachfrage nach Molybdän ein – sei es auf Grund neuer Verwendungsmöglichkeiten im technischen Bereich oder auch auf Grund gestiegenen Interesses von diversen Schwellenländern – die mit den vorhandenen Mitteln nicht mehr befriedigt werden konnte. Dieses Zusammenspiel von unausgewogenen Marktgleichgewichten führte letztendlich zu dem beschriebenen Preisanstieg.

Das ist aber nicht der einzige Grund, warum wir uns mit Molybdän beschäftigen. Ich persönlich bin bereits seit den 60er Jahren dem Molybdän auf der Spur, konnte seit dieser Zeit viele Erfahrungen sammeln, wichtige Kontakte aufbauen und habe mir diverse Projekte angeschaut. Letztendlich haben wir die Chance des Elements Molybdän erkannt und konnten uns mit unserem Ruby Creek Projekt eine hochkarätige Lagerstätte sichern.

RS: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung des Moly-Preises in der Zukunft?

Larry Reaugh: Viele so genannte Experten bescheinigen dem Moly-Preis bereits ab 2008 wieder einen deutlichen Rückgang auf unter 30 USD. Ich persönlich wüsste keinen Grund, warum dieses Szenario eintreffen sollte, es wird sich auch in den nächsten Jahren nicht viel an der momentanen Situation ändern, die Nachfrage wird parallel zum Angebot steigen, ein Angebotsdefizit wird erstmal bestehen bleiben. Daher gehe ich von einem weiteren Anstieg auf ca. 40 USD in 2008 aus, der Preis dürfte sich dann mittel- bis langfristig zwischen 30 und 40 USD einpendeln.

RS: Sie erwähnten bereits ihr Hauptprojekt Ruby Creek, welches ganz im Nordosten von British Columbia in Kanada gelegen ist. Sie konnten bisher eine Reserve von 158 Millionen Tonnen Gestein mit einem durchschnittlichen Molybdän Gehalt von 0,06% aufweisen, was Ihnen bei den derzeitigen Planungen eine Minenlaufzeit von über 20 Jahren garantieren würde. Wie sieht es denn momentan auf der Liegenschaft aus, welches Potential kann man von Ruby Creek darüber hinaus noch erwarten?

Larry Reaugh: Für Ruby Creek wurde bereits eine erfolgreiche Machbarkeitsstudie erstellt. Aktuell sind wir weiterhin mit Bohrarbeiten beschäftigt und konnten dabei eine Ausweitung der bisherigen Vererzung nach Süden und nach Norden hin feststellen. Diese Erweiterungen weisen zu einem großen Teil Mineralisationsgrade auf, die 1,5 bis 3 mal so hoch sind wie die bisherigen. Wir denken, dass wir damit unsere bisherigen Reserven nochmals verdoppeln können. Darüber hinaus haben wir bereits die Einrichtungen für eine 50 Personen umfassende Testproduktion errichtet. Diese Produktion soll im ersten Quartal 2009 beginnen und somit Vorläufer für unsere volle Produktion mit dann über 600 Arbeitern werden.

RS: Es wurde auch bereits Minen- Equipment für über 90 Millionen Dollar bestellt. Für wann ist der Produktionsbeginn geplant und warum müssen Sie bereits jetzt das benötigte Zubehör ordern?

Larry Reaugh: Der volle Produktionsstart ist für das zweite Quartal 2009 geplant. Die ersten Bestellungen für die benötigten Produktionsmittel haben wir bereits in 2006 durchgeführt. Der Grund dafür liegt in den langen Lieferzeiten, die bei einzelnen Teilen bis zu 150 Wochen betragen.

RS: In diesem Jahr wurde von der Regierung von British Columbia eine knapp eine Million Dollar teure Brücke über den Pine Creek extra nur für Ihr Projekt errichtet. Die Regierung scheint voll hinter Ruby Creek zu stehen, wie würden Sie Ihr Verhältnis zu den zuständigen Autoritäten beschreiben und wie sieht es eigentlich mit den Ureinwohnern aus?

Larry Reaugh: Die Kooperation mit der Regionalregierung ist exzellent. Egal wo Sie in Kanada eine Mine eröffnen wollen, sie müssen immer die Zustimmung der regionalen Indianergruppen einholen. In unserem Fall ist das die Taku River Tlingit First Nations Community, die sich sehr um das Projekt bemüht.

RS: Wie sieht es denn in Umweltfragen aus? Gibt es dabei Einschränkungen zu beachten, sind Sie in Umweltprogrammen involviert?

Larry Reaugh: Jede Firma benötigt bestimmte Umweltgenehmigungen, ohne diese sie nicht fördern darf. Wir haben in diesem September das Environmental Assessment Certificate verliehen bekommen und haben damit diese hohe Hürde überwunden. Diese Genehmigung beinhaltet unter anderem Auflagen für den Bau bestimmter umweltschonender Einrichtungen oder auch die Bestimmung, dass gewisse Rücklagen zu bilden sind um das Areal nach Beendigung der Minentätigkeit wieder in den Urzustand versetzen zu können.

RS: Werden Sie das ganze Jahr über produzieren können? Wie sieht es in besonders harten Wintern aus?

Larry Reaugh: Die Produktion wird an sieben Tagen die Woche jeweils 24 Stunden laufen. Der Winter wird unsere Produktion nicht stoppen, es wird in den Wintermonaten zwar alles ein bisschen langsamer und teurer werden, was jedoch keine größeren Probleme darstellt.

RS: Wie würden Sie die Infrastruktur in diesem Gebiet beschreiben, wie wird der Abtransport des Molybdäns erfolgen?

Larry Reaugh: Es gibt sowohl eine exzellente Verbindung zur nächst größeren Stadt mit Fluganbindung Whitehorse, wo übrigens auch der Großteil unserer Arbeiter herkommen wird, als auch zum Verladehafen nach Skagway, der ungefähr drei Stunden entfernt liegt. Unseren Energiebedarf werden wir anfangs aus Dieselgeneratoren decken, bis wir uns ungefähr ab dem vierten Produktionsjahr aus einem Wasserkraftwerk werden speisen können.

RS: Erwarten Sie Probleme beim Bau der Mine?

Larry Reaugh: Eigentlich nicht, man kann zwar nie ausschließen, dass etwas Unvorhergesehenes passiert, wir rechnen aber nicht mit größeren technischen Schwierigkeiten. Im Übrigen wurde in unserer Kalkulation für solche Fälle ein Puffer von 55 Millionen Dollar eingeplant.

RS: Sie halten über Ruby Creek hinaus 100%ige Anteile an drei weiteren Projekten in Nevada in den USA. Was können Sie über deren momentanen Status berichten?

Larry Reaugh: Auf unseren Projekten B&C Springs, Pine Nut und Cucomungo wurde bisher relativ wenig Exploration betrieben. Erst wenn wir mit Ruby Creek in Produktion gegangen sind, werden wir dort größere Anstrengungen anstellen.

RS: Gibt es Pläne für weitere Gebietsakquisitionen?

Larry Reaugh: Man sollte niemals nie sagen, jedoch haben wir hohe Qualitätsstandards, die nicht viele Projekte erfüllen können. Unter anderem müssen wir uns sicher sein, dass das jeweilige Projekt eine Ressource aufweist, mit der wir fähig sind eine Schätzung nach internationalem Bergbaustandard durchzuführen. Auch das politische Risiko spielt eine große Rolle bei der Auswahl neuer Projekte.

RS: Können Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten Personen in ihrem Managementteam geben?

Larry Reaugh: Neben weiteren wichtigen und erfahrenen Personen werden für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens vor allem der Präsident und CEO Michael McLeod, der Experte für Machbarkeitsstudien sowie im Führen und dem Aufbau von Minen ist, Mike Petrina und Rick Alexander, die sich mit der Erstellung und Kosteneffizienz der Mine sowie der Überwachung der Produktion beschäftigen und David Stone, der als leitender Ingenieur einen hohen Erfahrungswert auf Grund seiner eigenen Firma ausweist, verantwortlich sein.

RS: Wie stellt sich die aktuelle finanzielle Situation von Adanac dar?

Larry Reaugh: Momentan haben wir 20 Millionen Dollar in Cash. Vor kurzem haben wir eine Finanzierung in Höhe von 600 Millionen Dollar mit einem New Yorker Investmenthaus vereinbart. Details dazu können der Unternehmensmeldung entnommen werden beziehungsweise werden weitere Einzelheiten in Kürze bekannt gegeben. Dieser Betrag wird für den vollständigen Aufbau der geplanten Mine verwendet und deckt die geplanten Kosten damit auch komplett ab.

RS: Sind Sie mit dem aktuellen Aktienkurs zufrieden?

Larry Reaugh: Nein, damit können wir in keinster Weise zufrieden sein. Dafür, dass wir ungefähr 18 Monate vor dem Produktionsbeginn stehen und bereits alles komplett durchfinanziert ist, ist unsere momentane Marktkapitalisierung absolut zu niedrig. Bitte bedenken Sie, dass wir ab 2009 jährlich einen Cash-Flow von über 350 Millionen Dollar haben werden. Dabei bleiben unsere Gewinne solange steuerfrei, bis wir die Kosten für den Bau der Mine vollständig erwirtschaftet haben. Dies wird circa nach zwei Jahren Laufzeit soweit sein.

RS: Wie stellt sich die aktuelle Aktionärsstruktur dar?

Larry Reaugh: Nach Abschluss unserer Finanzierung wird das Management circa 8% der Aktien besitzen, 25 bis 35 % befinden sich in den Händen von Institutionellen und etwa 10% werden von dem Management nahe stehenden Personen gehalten. Der Rest ist Free Float.

RS: Werden sie Anleger zukünftig auch einmal direkt auf einer Messe besuchen können?

Larry Reaugh: Ende November werden wir auf den London Moly Days vertreten sein. Eine weitere wichtige Messe findet dieses Jahr noch in San Francisco statt, auf der auch ich persönlich zugegen sein werde.

RS: Larry, warum sollte man gerade jetzt in Adanac Molybdenum investieren?

Larry Reaugh: Es gibt bei allen Explorern immer zwei Zeitpunkte, an denen sich ein Einstieg besonders lohnt. Zum einen während ein Projekt nach Rohstoffen erforscht wird und zum anderen zu dem Zeitpunkt, zu dem die Mine aufgebaut wird. An letzterem sind wir momentan angekommen. Wir sind dabei finanziell sehr gut aufgestellt, haben alle wichtigen Genehmigungen erhalten und sind gerade damit beschäftigt die notwendige Infrastruktur zu perfektionieren. Wir werden die Kosten für den Bau der Mine innerhalb von zwei Jahren hereingespielt haben und danach mindestens weitere 20 Jahre einen jährlichen Cash-Flow von mehr als 350 Millionen Dollar erwirtschaften, mit dem wir unsere anderen aussichtsreichen Projekte voranbringen und neue qualitativ hochwertige Lagerstätten akquirieren wollen. Adanac bietet auf dem derzeitigen Kursniveau außerordentliche Renditemöglichkeiten.

(C) Rohstoff-Spiegel 2007

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