Wie lässt sich am besten Geld verdienen? Stiftung Warentest vergleicht Aktien-Strategien

Nach den jüngsten Querelen um Musterdepotverkäufe und enttäuschte Kleinanleger mag sich manch ein Aktionär unabhängige Tests von Finanzpublikationen und Aktien-Strategien wünschen. Die Stiftung Warentest hat sich in einem Dauertest einigen Aktien-Strategien angenommen und Schwergewicht-Strategie, Dividenden-Strategie, Trendfolge-Strategie, Umkehr-Strategie und eine TecDax-Strategie gegeneinander antreten lassen.

Bei der Schwergewicht-Strategie werden die Aktien streng nach ihrem Börsenwert ausgesucht, die sechs Dax-Werte mit dem größten Börsenwert wandern ins Portfolio. Die Dividenden-Strategie berücksichtigt die drei Dax-Aktien mit der höchsten Dividendenrendite, lässt einmalige Ausschüttungen außen vor und kauft prinzipiell keinerlei Papiere, deren Wert innerhalb eines Monats um zwanzig Prozent oder mehr gefallen ist. Die Trendfolge-Strategie setzt auf die drei Dax-Aktien, die im Vorjahr am stärksten zulegen konnten. Die Umkehr-Strategie ist das genaue Gegenteil: Hier wird auf die drei Dax-Werte gesetzt, welche im Vorjahr am deutlichsten an Wert verloren haben. Die TecDax-Strategie setzt auf drei Aktien aus dem gleichnamigen Index, welche in den vergangenen fünf Jahren den geringsten maximalen Verlust aufgewiesen haben.

Seit Ende Januar 2005 hat die Trendfolge-Strategie am besten abgeschnitten, dicht gefolgt von der TecDax-Strategie, die sich allerdings auch spekulativeren Wachstumswerten bedient. Die Schwergewicht-Strategie, die auf Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung setzt, findet sich bereits leicht abgeschlagen auf dem dritten Platz wieder. Auf den letzten Plätzen findet sich die Umkehr-Strategie und die Dividenden-Strategie, die innerhalb von zwei Jahren immerhin noch prozentual zweistellige Gewinne erzielen konnten. Die Ergebnisse des Tests zeigen, dass die Trendfolge-Strategie in Zeiten steigender Aktienkurse am erfolgreichsten ist und die antizyklisch konzipierte Umkehr-Strategie deutlich schlägt.

Die Schwergewicht-Strategie profitiert im Test zudem von der größeren Diversifikation. Während die Dividenden-Strategie lediglich auf drei verschiedene Aktien setzt, werden bei der Schwergewicht-Strategie sechs Aktien berücksichtigt. Da die in den letzten Jahren nur sehr schleppend steigende Deutsche Telekom in beiden Aktienkörben mit unterschiedlichem Gewicht vertreten ist, bremst sie die Performance des Dividenden-Depots deutlicher aus. Obwohl nicht alle Strategien miteinander vergleichbar sind, wird es interessant werden zu beobachten, wie sich die verschiedenen Aktienkörbe in unterschiedlichen Börsenphasen entwickeln. Die regelmäßigen Berichte der Stiftung Warentest weisen auch monatliche Vergleichsdaten aus. Der komplette Vergleich kann gegen eine Gebühr von 1,50 Euro bei der Stiftung Warentest heruntergeladen werden.

4 thoughts on “Wie lässt sich am besten Geld verdienen? Stiftung Warentest vergleicht Aktien-Strategien

  1. Nico Popp

    Hi Jürgen,

    Da hast Du eindeutig Recht! Auch das Arrangement der Aktienkörbe ist meiner Meinung nach nicht optimal, siehe Schwergewicht-Strategie und Dividenden-Strategie. Auch dass sich dort eine TecDax-Strategie eingeschlichen hat, erschwert die Vergleichbarkeit der Strategien an sich. Durch die monatliche Auflistung kann man aber gerade jetzt in einer volatileren Phase sehen, wie sich die einzelnen Strategien verhalten. Dann wird sich sicher auch Deine These bestätigen. Tests testen immer nur die Vergangenheit und Trendfolge ist gerade in volatilen Märkten gefährlich.

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  2. Juergen

    Hi Nico,
    auch wenn da “Stiftung Warentest” drauf steht, erachte ich den “Test” als zweifelhaft. Natürlich schneidet ein Trendfolge-Modell in so einer Phase, wie wir sie die letzten Jahre gesehen haben, sehr gut ab. Das heisst jetzt aber meiner Meinung nach noch lange nicht, dass jetzt jeder Anleger einfach nur in Trendfolge-Modelle investieren sollte. Denn das ist ja gerade die Schwierigkeit am Aktienmarkt…wenn irgendwas besonders gut läuft, läuft es nicht mehr, sobald es alle machen.
    Es gilt also den Markt richtig einzuschätzen und dann in Abhängigkeit davon das richtige Modell zu wählen.
    Gutes Gelingen,
    Juergen

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  3. andreas

    AUA …

    das ist ungefaehr so, wie wenn ich ein rating fuer radiologen herausgeben wuerde – auf mandarin. wenn jemand von der materie geldanlagen und versicherungen wirklich keine ahnung hat, dann stiftung warentest – finanztest etc. die versuchen immer, alles unter einen hut zu bringen …

    teilweise grausam. ich erinnere an einen artikel ueber riester-rente – den sie komplett einstampfen mussten, wegen falscher berechnungen …

    ich “liebe” es, wenn ich die leutchen mit den test-heftchen rumlaufen sehe … entweder ist der biertischkumpel der aktienguru oder das testheftchen … ein fachmann leider nie.

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  4. Klaus

    anfang der 80iger gab es eine studie in der festgestellt wurde, daß small caps besser performen als die large caps, das war natürlich erstmal das ende der outperformance, viele strategien werden wertlos, wenn darüber geschrieben wird oder diese öffentlich erörtert werden. auch müßte man diese strategien über längere zeiträume testen können, kann gut sein, daß man jetzt mit antizyklischen strategien besser fährt.

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