Ist das die Wende? Börsen trotzen der Finanzkrise

Trotz weiterer Negativnachrichten aus den USA starteten die deutschen Indizes beschwingt in die verkürzte Börsenwoche nach den Osterfeiertagen. Der Dax legte ganze 3,2 Prozent zu und auch die Nebenwerte-Indizes MDax (+4,4 Prozent) und SDax (+1,9 Prozent) trotzten den vereinzelten Hiobsbotschaften. Sogar nach der negativen Eröffnung der US-Börsen hielten sich die deutschen Indizes im Plus. Mittlerweile kann der Dow-Jones-Index sogar Kursgewinne vorweisen. Viele Anleger erwarten ob dieser nach turbulenten Wochen beinahe ungewohnten Stabilität eine Erholung der Aktienmärkte. Die Börsenredaktion der ARD stellt die Argumente der Optimisten denen der Pessimisten entgegen und fragt: Ist das die Wende? Eine Entscheidungshilfe für Unentschlossene.

8 thoughts on “Ist das die Wende? Börsen trotzen der Finanzkrise

  1. M. Bittrich

    Man muss wachsam bleiben, denn den deutschen Banken brechen im Privatkundensegment die Umsätze weg:

    “Denn wie schon im Einzelhandel jagen immer mehr Kunden Sonderangeboten nach, um die Bank nach Ablauf der Vergünstigungen schnell wieder zu verlassen. “Bei diesen Kunden gibt es praktisch keine Chance für Cross-Selling. Zudem verstärken die hohen Kosten für die Neukundengewinnung den ohnehin schon erheblichen Margendruck der Kreditinstitute”, erläutert Thorsten Schweigert von Steria Mummert Consulting.
    Der Spirale aus immer höheren Zinsangeboten und immer niedrigeren Gebühren zu entkommen, ist kaum möglich. Die Institute sind daran nicht ganz unschuldig. Denn sie erziehen ihre Kunden durch die Sonderangebote ungewollt zu einer hohen Preissensitivität.”

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  2. Nico Popp

    Die Sonderangebote werden aber nur deswegen gewährt, weil das Privatkunden- und Filialgeschäft nach Jahren der Vernachlässigung wieder von den Banken geschätzt wird. Das merkt man auch am großen Interesse an der Deutschen Postbank.

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  3. M. Bittrich

    Widerspruch: Weil u.a. 30tsd gut verdienende Deutsche alleine 2007 das Land verlassen haben und über 70% der Akademiker mit dem Gang ins Ausland liebäugeln. Da ohnehin die einzig mathematisch logische Formel heißen muss “länger arbeiten für weniger Geld”, werden Schweiz, Norwegen & Co immer attraktiver. Und mit den letzten Taschengeldtradern wollen Dutzende Banken noch viel verdienen? Ich zweifele. Es wird zu einer immer stärkeren Konzentration von Kapital kommen (müssen), und ob Marx & Genossen dann Recht behalten? Lafontaine freut sich über Zuwachs an allen Fronten…

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  4. Nico Popp

    Die Auswanderer fallen doch nicht so ins Gewicht. Es gibt in Deutschland noch immer einen Mittelstand, der die “Produkte” der Filialbanken kauft. Fonds, Zertifikate und Versicherungen sind für Banken schon rentabel. Die Banken haben sich mit ihrer Konzentration auf das Investment-Banking und der gleichzeitigen Verschlankung der Filialnetze verspekuliert: Ein Großteil der Kunden möchte einfach einen Ansprechpartner haben.

    Zudem sind es nicht nur die vermögenden Kunden, die das Filialgeschäft attraktiv machen. Diese sind wahrscheinlich sowieso schon bei der UBS oder anderen spezialisierten Vermögensverwaltern. Der Mittelstand, der “mit dem ganzen Zeug” nicht so viel zu tun haben will und sich nicht auskennt, der ist der perfekte Kunde!

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  5. M. Bittrich

    “Es gibt in Deutschland noch immer einen Mittelstand, der die “Produkte” der Filialbanken kauft”
    Der bürgerliche “Mittelstand” muss mittlerweile jedes Jahr nach unten neu definiert werden, daran ändert auch eine Familienministerin nichts.
    U.a. seit BaselII ist die Kreditaufnahme für KUM ein schwieriges Unterfangen geworden; sobald der gewerbliche Mittelstand nicht mehr über 90% aller Beschäftigten tragen kann, geht es steil abwärts.
    Ich sehe ferner nirgendwo Gründe, dass in Deutschland keine Pariser Zustände auftreten werden, wo schon in “guten Zeiten” die Gebäude brennen.
    Ferner werden die Häuserpreise fallen, wenn nicht Millionen (gut ausgebildeter) Zuwanderer die Demografieentwicklung bremsen. Daran wage ich ebenfalls sehr zu zweifeln.
    Darüber hinaus haben in den letzten zwei Jahren fast unbemerkt 15% aller Autohäuser geschlossen, ein alarmierender Zustand wie ich finde.
    Der Bürger braucht sich nicht wundern, dass seine eigenen Löhne sinken müssen und werden, wenn er Geiz geil findet und die Margen dadurch immer kleiner werden.
    Ich erinnere zum Schluss nochmals daran, dass seit zwei Jahren die vierte große Kapitalfluchtwelle der letzten 100 Jahre in die Schweiz im Gange ist. Kapital ist nicht dumm…

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  6. Nico Popp

    Natürlich ist in den vergangenen fünf Jahren Bewegung in die sozialen Schichten zu ungunsten der Mittelschicht gekommen. Scheinbar kann man mit Privatkunden aber dennoch was verdienen, sonst würden nicht ausländische Banken und sogar ein chinesischer Staatsfonds nach Deutschland drängen:

    Santander greift in Deutschland an
    http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Santander%20Deutschland/335979.html

    Allianz denkt über Drei-Banken-Gigant nach
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,543868,00.html

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  7. M. Bittrich

    “den Verbraucherkreditspezialisten GE Money”, da gehen bei mir die Alarmlampen an. Welcher Bundesbürger hat die entsprechenden Reallöhne und kann seine Kredite vernünftig bedienen? Die paar hunderttausend Bürger sind schon von einheimischen FDL besetzt.
    UND: Wie die aktuelle Studie von Perrins belegt, sind Kunden äußerst nomadenhaft geworden und ziehen von einem guten Zinsangebot zum nächsten. Im Private Banking sind schon ganz andere Banken wie Advance und auch schweizer Banken (!) in Deutschland jämmerlich an den bestehenden Strukturen (DVAG, MLP, AWD, ASI usw.) gescheitert. Die weltgrößte Citibank hat keine herausragenden Kundenangebote und ist bei Kundenberatungen immer auf den hinteren Plätzen zu finden, warum sollte dann die größte europäische Gruppe bessere Angebote schneidern? Ich gebe ihnen – verdachtshalber – wenig Chancen.

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