US-Immobilien und CDOs: Wie deutlich kann sich die Schieflage auswirken?

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In der Ausgabe vom vergangenen Mittwoch rät die Redaktion des Börsenbriefs Rohstoffraketen ihren Lesern, bei Standardwerten vorsichtig zu bleiben. Die Krise am US-Immobilienmarkt und im CDO-Sektor könne zu einer Kettenreaktion führen, welche die Aktienmärkte weltweit dramatisch erschüttern würde. Vergleiche mit dem Dax-Einbruch während der Russland-Krise oder dem Crash von 1987 verdeutlichen, wie ernst der Börsenbrief die Lage einschätzt.

Milliardenschwere Immobilienfinanzierer wie der US-Konzern Countrywide haben in den vergangenen Tagen teilweise deutlich an Wert verloren. Auch andere Sektoren wie die Baubranche oder Finanzdienstleister warnen bereits vor den Folgen einer Immobilienkrise und treffen Vorkehrungen. So soll der US-Kreditkartenanbieter American Express seine Rückstellungen für “faule Kredite” bereits erhöht haben. Auch Investmentbanken wie JP Morgan Chase oder Capital One Financial berichteten bereits über steigende Abschreibungen in diesem Bereich. Es sieht immer mehr danach aus, als ob die fallenden Häuserpreise in den USA zu einer Verarmung vieler Hausbesitzer führen, die dann ihrerseits ihre Schulden bei Banken nicht bedienen können, so die Redaktion des Börsenbriefs.

Ebenso ging der Markt für Collateralized Debt Obligations (CDOs) im Juli im Vergleich zum Vormonat deutlich zurück: Nach 37 Milliarden US-Dollar im Juni wurden in den ersten drei Wochen des Juli lediglich CDOs im Wert von 3,7 Milliarden USD ausgegeben. Institutionelle Investoren, welche die CDO-Tranchen normalerweise kaufen, halten sich wohl angesichts der Unsicherheit bezüglich der Werthaltigkeit dieser Papiere mit weiteren Käufen zurück. Bleibt dieser Geldregen langfristig aus, könnte dies den Boom bei Private-Equity-Unternehmen und Übernahmen bedrohen.

Die Redaktion des Börsenbriefs Rohstoffraketen rechnet damit, dass kreditgebende Großbanken bei ihren Schuldnern aus dem Bereich der Hedge-Fonds zwecks Sicherstellung der Rückzahlungen den Verkauf der Basisvermögenswerte erzwingen könnten. Da es für die meisten CDO-Tranchen keine Marktpreise und ebensowenig Interessenten gibt, könnte ein solches Handeln eine Kettenreaktion weiterer Zwangsverkäufe nach sich ziehen.


5 Gedanken zu „US-Immobilien und CDOs: Wie deutlich kann sich die Schieflage auswirken?

  1. Nico Popp Beitragsautor

    Der kürzliche Kursrutsch hat keine fundamentalen Auswirkungen auf Rohstoff-Aktien. Was vorher fundamental gut war, ist es jetzt noch immer. Zudem hat sich an der Nachfrage / Angebotssituation bei Rohstoffen ja nicht viel geändert. Das Gesamtbild stimmt hier noch immer. Was eine sich abkühlende Weltkonjunktur hier bewirken würde, muss man abwarten. Ich sehe die jetzige Situation als Korrektur und verfalle nicht in Panik.

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