Die “Stagflations-Angst” ist zurück: US-Konjunkturaussichten belasten den Dax


Einen unerfreulichen Börsentag erlebten heute Aktionäre von Dax-Unternehmen: Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab nach Tagen der Seitwärtsbewegung um 7800 Punkte in der Spitze bis auf 7635 Punkte nach und notierte zeitweise so tief wie seit sechs Wochen nicht mehr. Der Xetra-Handel wurde mit einem Tagesverlust von rund 1,5 Prozent bei 7676 Punkten beendet. Als Hauptursache für die Kursverluste machen Börsianer die zunehmenden Sorgen um den Zustand der US-Konjunktur verantwortlich. Neben einer Verschlechterung des als Konjunktur-Frühindikator bekannten Empire-State-Manufactoring-Index von 28,75 auf 27,37 Punkte, beunruhigten auch die im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent gestiegenen US-Verbraucherpreise. Das altbekannte “Schreckgespenst” der “Stagflation”, also einer von inflationären Tendenzen flankierten Stagnation, greift in den USA wieder um sich und verunsichert die Anleger auf der ganzen Welt.

Auch für den Euroraum rechnen Volkswirtschaftler zunehmend mit einer schwächeren Wirtschaftsentwicklung. Hierfür seien nach Angaben der HSH Nordbank neben den gestiegenen Leitzinsen vor allem der hohe Außenwert des Euro und die mit der Kreditkrise einhergehende Verschärfung der Vergaberichtlinien für Kredite verantwortlich. Trotz der mit zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr schwächeren Wirtschaftsentwicklung in 2007 bleiben die Analysten für das Jahr 2008 im Euroraum optimistisch.

Deutsche Standardwerte haben nach der Erholung im September und Oktober wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Die häufig zitierte Jahresend-Rallye scheint beim Dax in diesem Jahr auszubleiben. Dennoch ist die leicht ins Stocken geratene langfristige Entwicklung kein Grund zur Sorge: Knapp über 6500 Punkten gestartet, gab der Index in diesem Jahr bereits häufig Grund zur Freude. Die Konjunktur-Prognosen der nächsten Monate werden zeigen, wohin die Reise für Standardwerte im kommenden Jahr gehen kann.


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