Trotz Jahreshoch im Dax: Skeptiker sehen bereits erste Wolken am Horizont

Nachdem die US-Notenbank Fed gestern wie erwartet den Leitzins unverändert bei 5,25 Prozent belassen hat, waren heute Konjunkturdaten aus den USA angesagt: Die Umsätze des Einzelhandels in den USA lagen über den Erwartungen. Der deutsche Leitindex nahm diese positive Nachricht bereits im Laufe des Handels voraus. Der Dax erreichte mit 6517 Punkten zwar den höchsten Stand des Jahres, gab im weiteren Handelsverlauf jedoch wieder leicht ab. Zu den größten Gewinnern im Dax zählt Hypo Real Estate ebenso wie auch die Deutsche Telekom. Während Hypo von einer angehobenen Analysteneinschätzung profitieren kann, kommt die Telekom in Analysen nicht so gut weg: Innerhalb dieses Monats wurde der Konzern von Analysten mehrheitlich abgestraft. Anleger spekulieren dennoch auf einen Anstieg der Aktien über die Marke von 14 Euro und in die Nähe der diesjährigen Höchstkurse – innerhalb der letzten fünf Handelstage konnten die Papiere der Deutschen Telekom immerhin um fast vier Prozent zulegen.

Setzt das Dax-Schwergewicht seine positive Entwicklung fort, kann dies auch dem gesamten Index neuen Schwung geben. Trotz des erreichten Jahreshochs verunsichern derzeit die zu erwartenden Zinsschritte in den USA die Anleger: Folker Hellmeyer, Volkswirt bei der Bremer Landesbank, erwartet nach der gestrigen Fed-Sitzung im ersten Quartal des kommenden Jahres eher sinkende Zinsen in den USA. Dies könnte zu einem weiteren Anstieg des Euro führen. In den letzten Tagen wird der starke Euro zunehmend als Hemmnis für die Entwicklung deutscher Standardwerte gesehen, allerdings hat ein starker Euro auch Vorteile: Gerade exportorientierte Unternehmen sind häufig auf Rohstoffe angewiesen, die in Dollar abgerechnet werden und die dadurch preiswerter eingekauft werden können. Der starke Euro hat also zwei Gesichter – letztendlich werden sich die Anleger für eines entscheiden.

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